In Biel sind die Franzosen los

Gilbert Melki und André Dussollier gehören zu den Gästen des diesjährigen FFFH

Die neue Überraschung?

Die neue Überraschung?

Das Bieler Festival du Film Français d'Helvétie (FFFH) geht mit seiner 5. Ausgabe (16. -20. September 2009) den eingeschlagenen Weg weiter - Grösse, Struktur und Ablauf folgen dem bewährten Prinzip. Es gibt keinen Wettbewerb und keine Jury, die Ausweitung des Zielpublikums auf potenzielle 10'000 Zuschauer bleibt für die Veranstalter zurzeit ein Fernziel, die drei Kerntage des Festivals sind wiederum den drei Farben der Trikolore nachempfunden (blau = Abenteuer, weiss = Unschuld, rot = Leidenschaft), es sind erneut viele prominenente Gäste geladen, und es finden wie gehabt zahlreiche simultanübersetzte Podiumsdiskussionen rund um die Aktualität des französischen Films statt.

Zwei Filme haben (aus Deutschschweizer Sicht) in den letzten Jahren einiges an der Situation rund ums französische Kino verändert: Mit Bienvenue chez les Chtis wurde eine reichlich konventionelle, aber charmante Komödie zu einem unerwarteten Exportschlager, der sich auch über die Sprachgrenzen hinwegsetzte, und mit der international erfolgreichen Ko-Produktion Home (die übrigens am letztjährigen FFFH zu sehen war) ist nun auch die Schweiz wieder sichtbarer auf der Karte des französischsprachigen Films vermerkt. Spürt man dieses Jahr etwas davon in Biel?

Durchaus - Der spannende Eröffnungsfilm Complices von Frédéric Mermoud mit Nina Meurisse und Gilbert Melki in den Hauptrollen etwa ist eine französisch-helvetische Ko-Produktion mit starken Schweizer Wurzeln, und auch im Kurzfilmprogramm des FFFH ist die Schweiz gleich dreimal vertreten. Was hingegen den phänomenalen Erfolg der Ch'tis anbelangt, so dürfte dieses Jahr vor allem ein bestimmter Film dessen Fussstapfen anvisieren: der Kinderfilm Le Petit Nicolas mit Ch'ti-Darsteller Kad Merad, der auf einer international bekannten Vorlage basiert (dem "kleinen Nick" von Goscinny und Sempé) und der in einem bewusst verklärten Retro-Frankreich angesiedelt ist, wie dies bei potenziellen Exportfilmen immer wieder gern gemacht wird (etwa in Les Choristes oder Le fabuleux destin d'Amélie Poulain).

Am FFFH wird Le Petit Nicolas übrigens erstmals mit deutschen Untertiteln gezeigt - wie dies auch sonst bei einer Vielzahl der Beiträge der Fall ist, etwa bei Les herbes folles von Altmeister Alain Resnais, der in Anwesenheit des charismatischen Darstellers André Dussollier gezeigt wird.

Gleich mit zwei Werken vertreten ist der vor Ort anwesende Claude Miller - er zeigt den Dokumentarfilm Marching Band und seinen neusten Spielfilm Je suis heureux que ma mère soit vivante - dessen Titel übrigens in amüsanter Weise mit einem ganz anderen Festivalbeitrag kontrastiert: dem Erstling J'ai tué ma mère aus Kanada. Was sich diese beiden Filme in Sachen Mutterliebe und Mutterhass so alles zu sagen haben, wird eine der Entdeckungen des diesjährigen FFFHs sein.

Die weiteren Details zum Festivalprogramm findet Ihr unter der offiziellen Webseite des Festivals.

Quelle: Festival du Film Francais d'Helvétie

14.09.2009 19:28 / juz

Links zum Thema:

» Bericht vom FFFH von 2007
» Bericht vom FFFH von 2008


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