"Sennentuntschi" fehlt es an Geld
Bei Michael Steiners "Sennentuntschi" treten Ungereimtheiten ans Licht

"Wie gehts weiter?"
Der Schweizer Filmregisseur Michael Steiner ist verantwortlich für Filmproduktionen wie Mein Name ist Eugen und Grounding-Die letzten Tage der Swissair. Letztes Jahr hat er sich dann ganz seinem neuen Projekt Sennentuntschi gewidmet. Der Horrorfilm wurde zwar letzten Herbst auf den Alpen fertig gedreht, doch nun fehlen ihm noch 2,8 Millionen Franken für die Fertigstellung. Steiner wehrt sich gegen die Vorwürfe, er hätte sein Filmprojekt ohne genügend finanzielle Mittel gestartet.
Die finanziellen Probleme führen laut Steiner auf den Rückzug der französischen Produktionsfirma Avventura Film SA zurück. Diese Firma wurde pikanterweise von der Zürcher Produzentin Ruth Waldburger gegründet. Laut Steiner war Sennentuntschi stark auf die Unterstützung der Ko-Produktionsfirma Avventura angewiesen. Gerade bei diesem Punkt teilen sich die Meinungen der beiden involvierten Parteien aber: Ruth W. erklärte der Presse, dass ihre Firma Avventura juristisch betrachtet nie richtig an Sennentuntschi beteiligt war. Steiner selbst, Die Zürcher Filmstiftung, weitere Filminstitutionen, Förderer und Geldgeber sind nun verwirrt ab der Äusserung Waldburgers.
Je nach dem droht Steiners Firma "Kontraproduktion" bald der Konkurs. Steiners Lachen ist noch nicht ganz versagt, er hofft auf eine baldige Geldspritze, woher diese auch immer kommen mag.
Quelle: tagesanzeiger.ch
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21 Kommentare
Schön. Hoffentlich lohnt es sich, sonst |
nach vielen gerüchten und spekulationen scheints jetzt zu einem guten ende zu kommen: constantin film gründete einen schweizer ableger und übernimmt nun steiners produktionsfirma. sennentuntschi soll noch dieses jahr fertiggestellt und ins kino gebracht werden. |
Happy-End für Steini? http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/kino/Das-Sennentuntschi-scheint-gerettet/story/16224884 |
Zitat sj (2009-09-08 15:59:11)
Ich werde im Filmthread darauf antworten. [Editiert von El Chupanebrey am 2009-09-08 18:00:52] |
Zitat El Chupanebrey (2009-09-06 11:41:01)
Aber zurück zum Thema. Ich denke es geht nicht nur um die Kinoauswertung. Das meiste Geld macht die Industrie heute mit der DVD Auswertung. Bei Filmen wie Happy New Year wartet man aber immer noch auf die Scheibe. So lange bis es niemanden mehr interessiert. |

Das kann durchaus sein - Ich hoffe es sogar! Es schadet nicht, ein prüfendes Auge zu haben und in Zukunft kritischer zu sein (ich meine, gibt es eine kritischere Institution als das BAK?). Ganz klar muss diese Verschärfung dann insgesamt so fair daherkommen, dass eben auch die "Grossen" nicht einfach durchgelassen werden. Abwarten, vielleicht legt sich das Ganze langsam wieder.
ich denke das "unbeaufsichtigt" ist das problem. es schaut ja so aus, als ob man vorwiegend "grosse" projekte mit "grossen" namen weitgehend mit beiden augen zu fördert, dies in der hoffnung, dass die dann schon was gutes daraus machen. mit dem ergebniss, dass wir uns an Tell, Räuberinnen, Max & Co "erfreuen" durften. vielleicht brauchte es nun das Tuntschi-Skandälchen, um einen strukturwandel in der förderpolitik zu bewirken...
In der letzten Weltwoche war ja ein sehr interessanter Artikel über "Sennentuntschi" drin. Wenn da auch nur die Hälfte stimmt, stehen einem die Nackenhaare zu Berge.
Unter anderem zeigt das auch wieder wie inneffizient die total unterschiedlichen Vorgaben für die Vergabe von Fördergeldern beim BAK, der Zürcher Filmstiftung und dem SF sind.
Hart finde ich auch das zynische Urteil eines österreichischen Koproduzenten, der sagte dass er damals dachte, die Schweizer würden es schaffen ein so "grosses" Projekt zu bewältigen, und nun eines Besseren belehrt wurde.
Um zurück zum Thema zu kommen: Fragwürdig ist ist meines Erachtens nicht nur der Geld-Skandal an sich und dass "Sennentuntschi" wohl erst fertiggestellt wird, wenn die Leute ihre Löhne haben sondern viel mehr, wie es jetzt um die Filmwelt in der Schweiz stehen wird. Wenn Fördergelder dermassen unbeaufsichtigt zum Fenster hinausgeworfen werden (und die ganze Story mit Koks und Escort-Service stimmt), dann habens Leute, die zukünftig ihre Projekte verwirklichen wollen und dabei auf Förderung angewiesen sind, 100x schwerer als vorher. Und das wäre die wirkliche Tragödie...
Joa, er war aber auch bei den Césars nominiert.
Ich würde Home einfach nicht als besonders schweizerischen Film bezeichnen.
).
Aber dass er super ist, darüber sind wir uns ja einig (wie ich an deiner Wertung ablese
[Editiert von El Chupanebrey am 2009-09-06 11:41:48]
Also das Schweizerische habe ich auf die Filmproduktion bezogen und nicht wie es dramaturgisch und darstellerisch rüberkommt.
Die Regisseurin, die Produzentin Elena Tatti, der Drehbuchautor Antoine Jaccoud sind Schweizer. Die Webseite liegt auf .ch Domäne. Und gewann in mehrere Kategorien beim Schweizer Filmpreis.
Also viel Schweizerisches für eine Koproduktion.
Neinnein, ich meinte wirklich den von dir und scarface verlinkten Home, bei mir wars einfach falsch verlinkt.
Ich würde mir den Film echt mal ansehen. Und wenn du dann immer noch sagst, dass der viel Schweizerisches hat, dann weiss ich auch nicht mehr.
[Editiert von El Chupanebrey am 2009-09-05 23:58:01]
nur, dass das eben nicht der "home" ist, denn scarface meinte... und der hat schon ziemlich viel schweizerisches...
home
Ich hätte Home einen französischen Film genannt. Viel schweizerisches ist da imho nicht dran...
Apropos gute Schweizer Filme: Home war IMO gut. Die Regiesseurin ist Schweizerin, bei der Produktion bin ich mir nicht sicher.
Innovation find ich auch super, aber bei uns müssen die Filme erstmal Geld machen, damit die Regisseure überhaupt ein etwas spezielleres Projekt in Angriff nehmen können. Bei Steiner ists relativ einfach. Der hat mit Eugen und Grounding zweit tolle und vor allem erfolgreiche CH-Filme hingelegt, da ist das Vertrauen für einen spezielleren Film eigentlich da. Zumal auch bekannte Namen da mittun.
Dass aber auch bei ihm nicht alles Gold ist, was glänzt, sieht man nun. Durch diese Pleite wird auch er es schwer haben, künftig grössere Projekte zu betreuen. Auch wenn ich glaube, dass Sennentuntschi Potenzial für einen richtig geilen Film gehabt hätte. Vielleicht nicht in den Publikumssphären wie Eugen oder Grounding, aber cool wär das Teil sicher geworden. Vielleicht kriegen wirs ja doch noch irgendwann zu sehen...
Wegen Cargo hab ich diesbezüglich auch so meine Bedenken. Zumal da überall von "Meilenstein der Schweizer Filmgeschichte" gesprochen wird, der Trailer aber eher einer 08/15-Sci-Fi-Produktion gleicht, die wir jeweils auf RTL2 auch geboten kriegen. Aber auch da lass ich mich nächste Woche gerne überraschen.
Na wenigstens gibt es einige mutige Regisseure die es mit viel Herzblut versuchen, selbst in der Filmwüste Schweiz etwas zu probieren. Teilweise dauert es ja 5-10 Jahre, bis der Film gemacht ist und vor denen habe ich einiges Mehr respekt als die welche die Autobahn wählen und so Brunzkomödien wie Handyman, Tell, Räuberinnen oder Achtung, Fertig, Charlie! auf die Leinwände bringen. Daher auch wenn Sennentuntschi es schwer haben wird in die Kinos zu kommen, (anscheinend hat Regisseur Steiner das Geld für private Zwecke verjubelt und verkokst) da wäre ich sofort im Kino.
Auch wenn der Film ins Kino kommen würde, der wäre ein Flop, ob er nun gut ist oder nicht. Die Geschichte zeigt dass wenn die Schweizer etwas neues versuchen oder einen Genre-Film machen, kommt das nicht gut raus. z.B. Max & Co. war ein Desaster, und ich würde mein letztes Hemd verwetten dass Cargo nicht die gewünschte Anzahl Leute ins Kino bringen wird. Schade, schade !
wenn man den gerüchten glaubt, stehts gar nicht gut drum. solange die offenen forderungen nicht beglichen werden, kann der film rechtlich gar nicht vorgeführt werden.
Wie gross ist eigentlich die Chance, dass wir den Film doch noch sehen können?
Und wie gross ist eigentlich die Chance, dass wir den Film überhaupt sehen wollen?
schade. eigentlich wäre es doch schön, schweizer filmproduktionen zu fördern. dennoch haben wir hier eine geringe kultur und wohl auch geringe finanzielle möglichkeiten, um projekte dieser art zu pushen.
bin gespannt, was michi steiner da zustande bringt. ich hoffe die produktion erhält das notwendige geld noch...