Der Bär steppt in Peru
Ein Arthouse-Sozialdrama gewinnt in Berlin den Goldenen Bären.

"Kuckuck, ich hab gewonnen!"
Vielleicht liegt es an der schmutzigen Fantasie von Jurymitglied und Skandalnudel Christoph Schlingensief, dass der diesjährige Hauptpreis an der Berlinale an einen Film ging, in dem sich eine junge Frau eine Kartoffel in die Vagina einführt, um sich vor Misshandlungen zu schützen. Oder vielleicht verspürte Präsidentin Tilda Swinton einfach ein Gefühl weiblicher Solidarität. Auf jeden Fall gewinnt La Teta Asustada von Regisseurin Claudia Llosa 2009 den Goldenen Bären, der damit erstmals nach Peru geht.
Das Gastgeberland kommt bei der zweitwichtigsten Auszeichnung zum Zuge, dem Silbernen Bären für den Grossen Preis der Jury: Dieser geht ex aequo an die deutsch-südamerikanische Koproduktion Gigante von Adrián Biniez sowie an das einheimische Pärchendrama Alle Anderen von Maren Ade. Dessen Hauptdarstellerin Birgit Minichmayr gewann auch gleich den Silbernen Bären für die beste weibliche Hauptdarstellerin, während Sotigui Kouyate für seine Darstellung eines afrikanischen Gastarbeiters in London River den Bären für die beste männliche Hauptrolle abstaubte.
Der Silbernen Bären nicht genug. Auch Asghar Faradi (Beste Regie - Darbareye Elly), Gábor Erdély und Tamás Székely (Herausragende künstlerische Leistung - Sounddesign für Katalyn Varga) sowie Oren Moverman und Alessandro Camon (Bestes Drehbuch - The Messenger) dürfen sich eine der schmucken Auszeichnungen daheim ins Regal stellen.
Quelle: Berlinale
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