Rise of the Guardians (2012)

Die Hüter des Lichts

Rise of the Guardians (2012) Die Hüter des Lichts

Oder: Das mythische Superheldenteam

Rise of the Guardians

"Häsch dini Ovo scho gha?"

Kurz vor Ostern macht North, besser bekannt als Santa Claus (Stimme: Alec Baldwin), eine schlimme Entdeckung, die ihn dazu veranlasst, seine mythischen Mitstreiter zusammenzutrommeln: den athletischen Osterhasen (Stimme: Hugh Jackman), die liebliche Zahnfee (Stimme: Isla Fisher) sowie den gutmütigen, aber stummen Sandmann. Zusammen sind sie als Hüter des Lichts dafür verantwortlich, dass die Kinder auf der ganzen Welt glauben und staunen können. Denn nur solange sie Hoffnung und Fantasie haben, können sie glücklich sein. Nun aber verlieren immer mehr Kinder diese Fähigkeiten. Die Hüter vermuten einen alten Feind hinter dem Ganzen: Der düstere Pitch (Stimme: Jude Law) möchte die Hüter schon lange entthronen und die Kinder der Welt mit seinen Alpträumen heimsuchen.

Rise of the Guardians

Für Freunde macht die Zahnfee auch Hausbesuche.

Ausgerechnet jetzt beruft der Mann im Mond einen neuen Hüter: Jack Frost (Stimme: Chris Pine). Der freche Junge mit der Macht über Eis und Schnee passt aber so gar nicht ins Bild der Hüter, ist er doch in erster Linie an Spass interessiert. Zudem halten ihn alle Menschen bloss für eine Legende, Sterbliche können ihn nämlich weder hören noch sehen. Jack selbst hat auch gar kein Interesse, sich als Hüter einspannen zu lassen. Als er jedoch erfährt, dass er mithilfe der Zahnfee das Geheimnis seiner unbekannten Herkunft lösen könnte, stellt er sich mutig dem hinterhältigen Pitch entgegen. Doch die Zeit drängt, denn immer mehr Kinder verlieren ihren Glauben...


Film-Rating

William Joyce ist kein Unbekannter im Animationsgeschäft, hat er doch an Filmen wie Toy Story, A Bug's Life und Robots mitgearbeitet und für den animierten Kurzfilm The Fantastic Flying Books of Mr. Morris Lessmore sogar einen Oscar erhalten. Beim neusten Animationsspass aus dem Hause Dreamworks ist er nicht nur Produzent, sondern steuerte gleich noch die Buchvorlage bei. Die Idee zur Buchreihe The Guardians of Childhood kam ihm übrigens - so besagt es der Ursprungsmythos - durch seine Tochter. Die wollte nämlich wissen, ob sich der Weihnachtsmann und der Osterhase kennen.

Eigentlich ist Rise of the Guardians gar kein Weihnachtsfilm - immerhin spielt die Handlung an Ostern. Weil aber Schnee in zauberhafter Atmosphäre und Optik gezeigt wird und niedliche Wichtel, Chewbacca-ähnliche Yetis und, natürlich, der Weihnachtsmann höchstpersönlich auftreten, ist der Film geradezu für die besinnliche (Vor-)Weihnachtszeit prädestiniert. Wer nun aber hinter dem Team-up von Santa Claus, Osterhase und Co. reine Hollywood-Berechnung vermutet, mit der das Publikum gleich an zwei Feiertagen abgezockt werden kann, darf aufatmen. Rise of the Guardians gehört nämlich schlicht zu den besten Filmen, die uns seit Jahren zur Kitsch-Hochsaison aufgedrückt wurden.

Die liegt nicht zuletzt an der Story, die viel Humor und Spannung bietet und anderen Filmen aus dem Weihnachtsgenre eines voraus hat: Wo andernorts (zum Beispiel in The Polar Express) vor allem kindliches Staunen und Weihnachtskitsch, sonst aber wenig mehr geboten wird, macht hier die Notwendigkeit, dass die Kinder an die mythischen Wesen glauben, für einmal sogar Sinn. Auch der Bösewicht Pitch, der von Jude Law herrlich böse gesprochen wird, ist als Versender von Alpträumen eine fassbare Gefahr, die glücklicherweise nie zu düster wird, um die kleinen Zuschauer zu erschrecken. Überhaupt sind die Figuren durchs Band toll; in Sachen Einfallsreichtum, Animationskönnen und bei der Wahl der Synchronsprecher (zum Beispiel Alec Baldwin als russischer Santa und Hugh Jackman als taffer Aussie-Osterhase) hatte man schlicht ein goldenes Händchen.

Geschickt war auch, dass die unbekannteste und gleichzeitig spannendste Figur im Mittelpunkt steht. Mit Jack Frost, sympathisch gesprochen von "Captain Kirk" Chris Pine, kann man wunderbar in die farbenfrohe Welt der Guardians eintauchen. Durch Jacks freche Art, die vor allem im Flug stark an Peter Pan erinnert, stellt er ein mitreissendes Zentrum der Geschichte dar, zu der er jede Menge Witz, Dramatik und Herz beisteuert.

The Rise of the Guardians ist ein grossartiges Animationsspektakel mit tollen 3D-Effekten, das wunderschöne, detailreich animierte Bilder, Humor, Spannung, aber auch traurige Momente mit sich bringt. Insbesondere die sympathischen Figuren machen den Film für Gross und Klein zu einem tollen Kinoabenteuer, mit dem man sich Weihnachten (oder Ostern) versüssen kann und das man sich immer wieder ansehen möchte. Bei diesem Niveau dürfen ruhig noch ein paar Fortsetzungen kommen.


OutNow.CH:

Bewertung: 5.05

 

22.11.2012 / pps

Community:

Bewertung: 4.6 (41 Bewertungen)

 

 

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