Prometheus (2012)

Prometheus - Dunkle Zeichen

Prometheus (2012) Prometheus - Dunkle Zeichen

Oder: Beam me up, Scott!

Das Resulltat aus dem letztwöchigen Pappmaché-Kurs

Das Resulltat aus dem letztwöchigen Pappmaché-Kurs

Auf seinen Expeditionen stösst das Archäologenpaar Elisabeth (Noomi Rapace) und Charlie (Logan Marshall-Green) immer wieder auf die ähnliche Darstellungen der Schöpfer der Menschheit. Alle deuten auf den Planeten LV-233 als Ursprungsort des menschlichen Lebens hin. Als die millionenschwere Weyland Corporation von den Entdeckungen Wind bekommt, werden die Forscher eingeladen, ein Team anzuführen. Dieses soll an Bord des Raumschiffs "Prometheus" den fremden Planeten erforschen und die "Ingenieure" der menschlichen Rasse aufspüren, um ihnen die wichtigsten Fragen aus Religion und Wissenschaft zu stellen.

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Mit an Bord sind nebst dem Team aus Wissenschaftlern und Forscher auch die Weyland-Repräsentantin Vicker (Charlize Theron) und der ihr loyale Roboter David (Michael Fassbender), deren Absichten nicht rein wissenschaftlicher Natur zu sein scheinen. Als die Prometheus auf der Planetenoberfläche landet, findet sie zwar einige Antworten, aber auch neue Rätsel. Die Gruppe macht eine Entdeckung, die ihren Glauben, ihre Charakter, ja gar ihre Existenz in Frage stellt und das Ende der Menschheit bedeuten könnte.


Film-Rating

Nach 30 Jahren kehrt Ridley Scott zum Science-Fiction-Genre zurück. Der Mann, der mit Alien und Blade Runner das Genre gleich zweimal revolutionierte, wird dies mit seinem neuesten Werk zwar nicht wieder tun können, hat aber immerhin einen der besten Science-Fiction-Filme der 2000er-Jahre geschaffen. Es wurde spekuliert von Seiten der Fans und verwirrt von Seiten der Macher: Ist Scotts neuer Film ein Alien-Prequel? Die Antwort lautet eindeutig ja. Prometheus expandiert die Mythologie der Saga und vergrössert das Universum in allerbester Weise. Dennoch ist kein Vorwissen notwendig, um dieses spannende Abenteuer geniessen zu können.

Der Film ist wie erwartet visuell berauschend. Die Sets, die Ausleuchtung, die Landschaften transportieren die Zuschauer in eine andere Welt, und es ist unmöglich, die Augen von der Leinwand abzuwenden. Eine solche Immersion schaffen nur wenige Filmemacher, und Scott ist einer davon. Die Spezialeffekte sind eine tolle Mischung aus praktischen und computergenerierten Effekten, und auch die 3D-Technik wurde effektiv genutzt. Formal vermisst man einzig die minimalistische Musik von Jerry Goldsmith. Marc Streitenfelds Musik ist um einiges pompöser und aufdringlich, passt jedoch nicht schlecht zu den eher schweren Themen des Filmes.

Mit Noomi Rapaces Elizabeth Shaw ist eine würdige Nachfolgerin für Ellen Ripley gefunden worden, denn sie bringt die Toughness, wirkt aber auch genug verletzlich. Sie hat ganz klar die besten Szenen und dürfte mit dieser Rolle endgültig ihren Platz in der Hollywood-A-Liste zementieren. Sie teilt sich den Film mit Michael Fassbender, dessen Höhenflug kein Ende zu haben scheint. Den Androiden David spielt er mit einer solchen Unberechenbarkeit, dass es beängstigend ist, ihm zuzuschauen. Doch nicht nur er macht Angst: Die Kreaturen- und Horrorszenen gehen, wortwörtlich, unter die Haut, ohne es jedoch zu übertreiben, und es kann einem schon mal mulmig werden, wenn der Film in der zweiten Hälfte an Tempo gewinnt.

Die interessantesten Aspekte an Prometheus sind jedoch trotz aller audiovisuellen Reize die Ideen, die er auf den Tisch legt, und die Fragen, die er aufwirft. Wer Antworten auf alle gestellten Fragen sucht, ist selber schuld. Daran sind die Autoren nicht interessiert. Wer jedoch gerne länger über einen Film nachdenkt, wird mit einer vielschichtigen Mythologie belohnt, die weit über das Alien-Universum hinausreicht. Gute Science-Fiction regt immer zum Nachdenken an, und dieser Film bietet allen Hobbyphilosophen, Religionstheoretikern und Anthropologen ausreichend Diskussionsstoff. So benötigt er bestimmt mehrmaliges Ansehen und hallt lange nach. In einer Zeit der kurzlebigen Blockbuster ist das keine Selbstverständlichkeit. Danke, Ridley!


OutNow.CH:

Bewertung: 5.55.5

 

04.06.2012 / ma

Community:

Bewertung: 4.5 (129 Bewertungen)

 

 

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