Lore (2012)

Lore

Deutschland, 1945: Hannelore (Saskia Rosendahl) ist eine junge Frau, die von ihren Eltern (Hans Jochen Wagner, Ursina Lardi) in fester Überzeugung vom nationalsozialistischen Gedankengut erzogen wurde. Als der Krieg zu Ende und Hitler tot ist, werden ihre Eltern verhaftet und Lore bleibt allein zusammen mit ihren vier jüngeren Geschwistern zurück. Aus Verzweiflung erzählt sie diesen, die Eltern seien lediglich zum Oma gegangen, um sich dort zu verstecken, und würden nun dort auf sie warten.


Unsere Kritiken

2.0 Sterne 

» Filmkritik


Bilder zum Film

Dieses Bild ansehen
Dieses Bild ansehen
Dieses Bild ansehen
Dieses Bild ansehen
Dieses Bild ansehen

» alle Bilder auflisten


Film-Informationen

Drehorte: Deutschland, Australien, Grossbritannien 2012
Genres: Drama, Kriegsfilm

Kinostart: 15.11.2012
Verleih: Look Now!

Regie: Cate Shortland
Drehbuch: Robin Mukherjee, Rachel Seiffert (Geschichte), Cate Shortland
Musik: Max Richter

Darsteller: Saskia Rosendahl, Nele Trebs, André Frid, Mika Seidel, Kai-Peter Malina, Nick Holaschke, Ursina Lardi, Hans-Jochen Wagner, Sven Pippig, Philip Wiegratz, Katrin Pollitt, Hendrik Arnst, Claudia Geisler, Pit Bukowski, Friederike Frerichs, Jan Peter Heyne, Wanda Perdelwitz, Lucas Reiber

» The Internet Movie database (IMDb)


Kommentare zum Film

Kommentar schreiben

Du musst dich einloggen oder registrieren um einen Kommentar zu schreiben.

2 Kommentare

"Lore" ist einer der beeindruckendsten Filme, die ich in den letzten Jahren gesehen habe. Es mag stimmen, dass der Film "nichts, dass man nicht eh schon weiss" erzählt. Dies wäre wohl 67 Jahre nach dem Zusammenbruch des nationalsozialistischen Regimes auch etwas viel verlangt. Der Film zeigt aber mit teils harten Bildern auf, wie eine Generation von jungen Menschen - repräsentiert durch Lore und ihre Geschwister - mit dem Zusammenbruch eines gesellschaftlichen und politischen Weltbildes fertig werden muss. Im Gegensatz zur mittleren und älteren Generation haben die Teenager des Jahres 1945 das Weltbild der Weimarer Republik nicht erlebt oder zumindest nicht bewusst. Sie kennen nur das Weltbild des Unrechtsstaates und müssen diesen Unrechtscharakter zuerst erkennen. Wenn der Autor Jon bemängelt, dass die meisten Szenen in Wäldern gedreht wurde und spöttisch von "Forrestmovie" (in Anlehnung an "Roadmovie") spricht und er unterstellt, dass dies aus Spargründen geschah, so liegt er meines Erachtens falsch. Eine Flucht vom Schwarzwald zur Nordsee durch mehrere Besatzungszonen und an Zonengrenzstationen und Militärkonvois vorbei kann kaum auf offener Strasse erfolgen.
Der Film hat vordergründig das Überleben Jugendlicher und deren innere Auseinandersetzung mit dem untergegangenen Dritten Reich zum Inhalt. (Der Flyer zum Film zitiert treffend DRS2: "den inneren, persönlichen Kampf, die Auto-Entnazifizierung".) Doch sieht die australische Produzentin Cate Shortland durchaus auch die Geschichte ihrer eigenen Heimat, in welcher Rasse und Herrenmenschentum ebenfalls fatale Rollen spielten.
Die Hauptdarstellerin spielt eine verunsicherte und deshalb auch zum Teil ungelenke junge Frau. Sie spielt das so gut, dass offenbar Jon darauf hereingefallen ist, wenn er bemängelt, diese wirke streckenweise so, als ob sie gerade von der Schauspielschule käme.

[Editiert von Granunaile am 2012-10-19 15:16:30]

» Filmkritik: Das Wandern ist des Müllers Lust