Frankenweenie (2012)

Frankenweenie (2012)

Oder: von Freundschaft und Monstern

Frankenweenie

Zu hoher Kaffeekonsum?

Victors Charlie Tahan bester Freund ist sein Hund Sparky. Als dieser bei einem Unfall stirbt, bricht für Victor eine Welt zusammen. Als grosser Wissenschaftsfan nutzt er seine Kreativität, um den Vierbeiner wieder zum Leben zu erwecken. Das geht zwar grundsätzlich gut, doch ähnelt der Hund nun vielmehr einem Frankenstein-ähnlichen Geschöpf.

Frankenweenie

Bastelhund

Zunächst geniesst Victor die neugewonnene Zweisamkeit mit dem Tier nur zuhause, denn niemand soll wissen, dass Sparky wieder lebt. Doch als der neugierige Hund ausbüxt, bekommen Victors ungeliebte Schulkameraden Wind von seinem Experiment. Schon bald erpressen sie ihn und beginnen im Rahmen eines Schulprojekts selbst zu experimentieren, womit sie grosses Unheil über die Stadt bringen. Nun liegt es an Victor, das von ihm ausgelöste Chaos ins Reine zu bringen. Das weitaus grössere Problem liegt aber darin, den Bewohnern und seinen Eltern klar zu machen, dass Sparky keine Gefahr darstellt und immer noch ein Hund ist.


Film-Rating

Bereits Anfang der Achtziger Jahre entwickelte Tim Burton zwei Kurzfilme mit dem Titel Vincent und Frankenweenie, die von einem Jungen und seinem Hund handelten. Die Möglichkeit, aus dem Material einen Langspielfilm zu machen, blieb ihm viele Jahre verwehrt. Mehr als 30 Jahre nach der Idee kommt Frankenweenie nun als 3D-Abenteuer daher, und der Schritt vom Kurz- zum Langfilm ist geglückt. Inspiriert wurde der Regisseur durch seine eigene Kindheit und seine Bindung zu seinem Hund, den er früh verloren hat.

Frankenweenie ist eine liebevolle Geschichte um Freundschaft, Einsamkeit und Tierliebe; die Geschichte eines kleinen Jungen, der seinen Hund Sparky über alles liebt und der für ihn das Wichtigste im Leben ist. Gleichzeitig ist der Film aber auch eine wunderbare Hommage an die Horrorfilme aus den Dreissigerjahren. Das wird bereits mit der ersten Szene deutlich, in der Victor seinen Eltern einen selbstgedrehten Film über ein Monster vorspielt. Eine liebevoll aufgebaute Pappstadt dient als Kulisse, in der ein Monster sein Unwesen treibt. Diese Eingangssequenz wird zum Ende des Films nochmals aufgegriffen und stellt in erweiterter Form den Höhepunkt des Films dar.

Der Hommage nicht genug, gibt es unheimlich viel zu entdecken in Burtons Film. Vom schlauen und zugleich einsamen Aussenseiter Victor über all seine schrägen, zum Teil morbide veranlagten Schulkameraden, die mit ihren Eigenarten oftmals an die eigene Kindheit erinnern, bis hin zum Hund Sparky, der mit seinem Wesen einem realen Hund in nichts nachsteht. Gespickt ist die unterhaltsame Geschichte mit viel schwarzem und trockenem Humor und glänzt vor allem durch seine Schwarz-Weiss-Optik, die stets eine düster-gruselige Atmosphäre schafft. Die 3D-Technik tut dem Film keinen Abbruch, auch in schwarz-weiss kommt sie gut zur Geltung. Keine Sekunde wirkt zu viel, stets ist man gespannt auf neue Ideen und Überraschungen, begeistert von der genauen Zeichnung der Figuren und immer zwischen Mitgefühl, Traurigkeit und Freude wechselnd, weil der Film unheimlich bewegt.


OutNow.CH:

Bewertung: 6.06

 

08.01.2013 / jst

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