Excision (2012)

Excision (2012)

Oder: Hobby-Chirurgin auf Arbeitssuche

Excision

"...wenn du wüsstest!"

Pauline (AnnaLynne McCord) ist ein Highschool-Girl der anderen Art. Mit ihrem losen Mundwerk und ihrer eigenen Art stösst sie nicht nur in der Schule bei den Lehrern und Mitschülern an, sondern auch zu Hause bei ihrer Mutter (Traci Lords). Doch Pauline scheint das kaum zu stören. Sie hat klare Vorstellungen von ihrer Zukunft und möchte Chirurgin werden. Immer wieder verliert sie sich in Fantasievorstellungen, die furchtbarer nicht sein könnten.

Als sie den Entschluss fällt, ihre Jungfräulichkeit zu verlieren, schmiedet sie einen Plan, der nicht nur ihre versteckten Perversionen auf ein reales Level heben, sondern ihr in der Schule noch mehr Probleme einbringen. Ihre Mutter hat die Nase voll und entwickelt eine immer grössere Abneigung gegenüber ihrer Tochter. Sie möchte diese in eine richtige Lady verwandeln und dafür in einen Kurs schicken, was Pauline natürlich überhaupt nicht in den Kram passt. Die absurden Welten und ihr bedrohliches Kopfkino gewinnen mehr und mehr die Oberhand, und die völlig kaputte junge Frau verliert sich völlig im Strudel zwischen Realität und Fantasie.


Film-Rating

Wenn es um Mut zur Hässlichkeit geht, ist Charlize Theron in Monster wohl noch immer die absolute Nummer eins. Aber auch sonst sind sich 'Hochglanz-Darsteller' nicht zu schade, über ihren polierten Schatten zu springen und eine richtig kaputte Rolle zu spielen. Ob Christian Bale (The Machinist), Tilda Swinton (Julia), Michael Fassbender (Shame) oder Ewan McGregor (Trainspotting) - sie alle haben bewiesen, dass zerrüttete Figuren durchaus ihre Reiz haben. AnnaLynne McCord ist das neuste Mitglied in der Parade für Mut zur Hässlichkeit. Die 90210-Schönheit spielt im Debütfilm von Richard Bates Jr. die Hauptrolle: eine gebrochene, ungepflegte junge Frau namens Pauline, die sich nur in ihren blutigen Fantasien wohlfühlt.

Excision basiert auf dem gleichnamigen und ebenfalls von Richard Bates Jr. erschaffenen Kurzfilm. Neben ansehnlichen Hauptdarstellern konnte Bates auch noch diverse renommierte Persönlichkeiten in Nebenrollen besetzen. Malcolm McDowell (A Clockwork Orange), Ray Wise (Twin Peaks), John Waters (Hairspray) oder Marlee Matlin (Children of a Lesser God) treten zwar alle nur kurz in Erscheinung, doch alleine diese Auftritte sorgen für grosse Freude.

Excision hat aber auch andere Stärken: Das sauber verfasste und innovative Drehbuch kann sich sehen lassen und gibt dem grundsätzlich schlichten Setting einen bizarren und makaberen Unterton. Der Mix aus Highschool-Komödie, Familiendrama und schwarzhumorigem Horror errinnert am ehesten an Carrie, wobei dort der Teufel höchstpersönlich seine Griffel im Spiel hatte. Bates hingegen streut die Boshaftigkeit direkt aus der Hauptfigur. Pauline ist zwar nicht primär böse oder besessen - schön ausgedrückt, hat sie einfach einen an der Waffel. AnnaLynne McCord verkörpert ihre Figur unglaublich intensiv, und obwohl ihr Charakter minim überzeichnet ist, wirkt Pauline auch in ihrem ganz eigenen Wahnsinn natürlich.

Die zum Teil grausamen und ekelhaften Bilder werden zwar spärlich und fast nur in der Traumwelt Paulines verwendet, doch als krasser Gegensatz zur Highschool und Familienidylle wirken diese Szenen gleich doppelt nach. Der dazu verwendete Humor ist teilweise dermassen schwarz und makaber, dass sich ein Lachen zwar aufdrängt, aber lieber runtergeschluckt wird. Das rasch auf den Punkt gebrachte und gut gewählte Ende kommt zur richtigen Zeit und schliesst den Film wunderbar ab.

Fazit: Richard Bates Jr. überzeugt mit seinem Debütfilm Excision auf ganzer Linie. Es ist eine tolle, eindringliche Geschichte mit viel Spielraum für Humor und Dramatik. Ein hervorragend agierendes Cast, ein paar üble Goreeffekte und ein 'schöner' Abgang sorgen für den Rest.


OutNow.CH:

Bewertung: 4.54.5

 

12.07.2012 / yan

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