Infos zu Django Unchained (2012)
Texas, 1858: Früher war er mal Zahnarzt, heute ist ein Papp-Zahn auf seiner Kutsche das einzige, was noch an die einstige Profession von Dr. King Schultz (Christoph Waltz) erinnert. Mittlerweile geht der Deutsche nämlich der lukrativeren Beschäftigung als Kopfgeldjäger nach. Auf dem Weg zu seinem nächsten Auftrag befreit er den dunkelhäutigen Django (Jamie Foxx) von zwei Sklavenhändlern, damit ihm dieser seine nächsten Opfer identifizieren kann.
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Film-Infos
Drehort: USA 2012
Genres: Drama, Western
Laufzeit: 165 Minuten
Kinostart: 17.01.2013
Verleih: Walt Disney Studios Schweiz
Regie: Quentin Tarantino
Drehbuch: Quentin Tarantino
Darsteller: Jamie Foxx, Christoph Waltz, Leonardo DiCaprio, Samuel L. Jackson, Jonah Hill, Kerry Washington, Zoe Bell, Amber Tamblyn, James Remar, Walt Goggins, Don Johnson, Bruce Dern, Robert Carradine, Franco Nero, James Russo, Gary Grubbs, Michael Parks, Tom Savini, Todd Allen, M.C. Gainey
The Internet Movie database (IMDb)
Kommentare zum Film
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53 Kommentare
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Eine klare Verbesserung im Vergleich zu dem saudümmlichen Basterds-Machwerk! Die Shootingscenes kommen geil daher, und es lsst sich erahnen, wie ultracool neue, wirklich geil gemachte Spaghetti-Western kommen könnten... Leider hat er ach seine Schwächen, allen voran Foxx als Django, den fand ich leider schwach, dafür kommt DiCaprio sehr geil rüber, ultraböse die Sache... Django als Blackpoitation-Typen zu machen fand ich eine arge Scheissidee, die hätten die Originalstory mal besser sutdieren sollen... |
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Uiiiii dann bin ich aber mal gespannt, was es braucht damit du mit den Sternen rausrückst! Null Sterne für Django? Ridiculous! |
Der Blick auf die Liste der Darsteller verführt zu Vorschusslorbeeren auf eine Qualität, die leider nicht bestätigt wird. Weder Regieleistungen noch schauspielerisches Handwerk haben es mit keiner Szene verdient, lobenswert erwähnt zu werden. Die überproportionale Verschwendung von Tomatenketchup und billig gemachte Effekthascherei lassen besonders in der zweiten Hälfte nach jeder Szene auf eine bessere nächste hoffen. Aber die Hoffnung geht mehr und mehr in inhaltsloser Langatmigkeit verloren. Zwar kann man versuchen, gesellschaftskritische Anmerkungen zu entdecken und wenn man noch weiter über den Tellerrand hinaus denkt, sogar pädagogische Ansätze, die da bezeugen, dass erzieherische Maßnahmen, wenn sie denn wirken sollen, nur noch mit Gewalt durchsetzbar sind. |









Der Sklave Django (Jamie Foxx) wird vom Kopfgeldjäger Dr. King Schultz (Christoph Waltz) aus der Gefangenschaft befreit. Schultz sucht drei Brüder, die er umbringen will, aber noch nie gesehen hat - Django aber schon. Django stellt sich als Naturtalent an der Waffe heraus und so steigt auch er ins Kopfgeldjäger-Buisness ein. Und schließlich bekommt er die Chance seine Frau (Kerry Washington) ebenfalls aus der Sklaverei zu befreien.
Der Film ist fast 3 Stunden lang und lässt sich grob in 3 Elemente einteilen:
1. Drittel: witzige Dialoge, Entwicklung der Freundschaft zwischen Django und Schultz
2. Drittel: zäher, auch teils langweiliger Übergang, Treffen mit dem Plantagenbesitzer Calvin Candie und die Reise zu seinem Anwesen
3. Drittel: der Showdown, das große Schluss-Gemetzel, viel Blut
Der Film lebt hauptsächlich durch Christoph Waltz, der offenbar mal wieder unglaublich viel Spaß beim Spielen hatte. Seine Figur ist die Lässigkeit in Person. Django-Darsteller Jamie Foxx gibt den einsamen Helden, der auszieht um seine Frau zu rächnen. Allerdings ist die Beziehung zu Filmfrau Kerry Washington nicht immer glaubwürdig. Ihre Rolle ist die Schwäche des Films. Sie beklatscht ihren Mann nach den großen Showdown und reitet mit ihm in den nicht vorhandenen Sonnenuntergang und mehr "macht" sie eigentlich nicht. Sie spielt halt das hübsche Opfer und hat keine eigene Geschichte. Positiv tut sich wieder einmal Leonardo DiCaprio als rassistischer Plantagenbesitzer hervor, dem es nach eigenen Aussagen unglaublich schwer fiel die Rolle zu spielen, was man ihm aber in keinster Weise anmerkt. Auch sein Diener Stephan wird herrlich fies von Samuel L. Jackson gespielt, allerdings werden seine Motive nicht ganz klar. Warum ausgerechnet ein Schwarzer seinem Herrn so derart unterwürfig zu Diensten ist, wird nicht weiter erklärt.
Der neue Streifen von Regisseur Quentin Tarantino, der nach einem Kurzauftritt in die Luft gesprengt wird, ist eine Hommage an den Italowestern "Django" aus dem Jahre 1966. Dessen Hauptdarsteller Franco Nero hat auch in "Django unchained" einen Platz bekommen. Die schönen Landschaftsaufnahmen, der großartige Christoph Waltz und das humorvolle Drehbuch können nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass dieser Film in der Mitte etwas durchhängt und trotz der langen Spielzeit nicht alle Motive der handelnden Figuren aufdeckt.
(3.5/6)
Grösste Enttäuschung seit langem. Der Film geht einfach viel zu lang und geht für mich irgendwie nicht auf. Ich will hier nicht alles nochmals aufzählen, es wurde schon alles gesagt :-)
Am besten hat mir die Musik gefallen. Hell yeah!
.....unter anderem, mit Rick Ross im Soundtrack!
ähm - es ist ein western... unter anderem...
@gargamel
Ich muss den anderen zustimmen, Django Unchained hat längst nicht so viel mit dem (Italo-)Western zu tun, wie es Tarantino vielleicht gerne hätte. Handlungslemente und das Setting machen da noch lange keinen Western. Silistisch referenziert er sich weitaus stärker auf das Exploitation-Kino der 70er und (wie immer) auf sich selber. Luciano Vincenzoni, seines Zeichens Drehbuchautor von The Good, The Bad and The Ugly, hat schon vor Jahren in einem Interview bemerkt:
Ein weiterer Punkt, wo sich Tarantino deutlich vom Italowestern abhebt, ist die politische Haltung des Filmes. Zu seiner Zeit war der Italowestern der Bastard von einem Genre schlechthin: Er hat sich vor Nichts in Acht genommen, keine Wertvorstellung berücksichtigt und in praktisch jede Richtung die Zähne gezeigt. Sein grenzenloser Zynismus richtete sich gegen staatliche Gewalt und das Militär (Il Mercenario), amerikanische Grossmachtpolitik (El Chuncho, quien sabe?), Intellektuelle (Faccia a faccia ), den Kapitalismus (Spiel mir das Lied vom Tod) oder aber auch die sozialistische Revolution (Zwei Companeros). Der typische Italowestern-Held ist gewaltätig (auch gegenüber Frauen), ein Massenmörder (gerne mit dem Maschinengewehr), ungehobelt, eingebrötlerisch und schweigsam.
Davon sehe ich in Django Unchained wenig. Insbesondere ist er für einen Italowestern politisch viel zu korrekt: Die beiden Protagonisten kämpfen für eine gute Sache (die Befreiung von Sklaven) und gegen böse Menschen (abgrundtief schlechte, verabscheuunswürdige und in den meisten Fällen dumme Sklavenhalter). Selbst wenn massenweise Leute erschossen werden und dies Tarantino-typisch "provokant" inszeniert wird, so bleibt es moralisch gerechtfertigt (Sklavenhändler und Mörder haben es ja verdient).
Ihr habt wirklich einen Western erwartet.....bei Tarantino? :-)
Sämtliche Kommentare, die ich in diesem Forum schreibe, sind persönliche Meinungen. Genauso wie Kritiken nur Meinungen sind - die kann man mehr oder weniger objektiv begründen, und diese Begründungen können von anderen verstanden und akzeptiert werden oder halt nicht. Ich behaupte bestimmt nicht, dass ich alleine die einzige Wahrheit verkünde. (Ich werfe dir übrigens auch nicht vor, dass du das tun würdest, nur damit wir uns verstehen.)
Ich schlage vor, wir diskutieren ab jetzt wieder den Film und bleiben von dieser "Aber du hast doch gesagt und wie kannst du nur!"-Ebene weg, ok?
komm, komm, komm, jetzt wird's etwas albern: das "finde ich" bezieht sich auf das "schade" und relativiert in keiner art und weise die aussage: "tarantino kann das westerngenre nicht packen".
bitte, verkauf mich nicht für blöd!
...als ob die Frauenfiguren bei "sex and the city" realistischer wären!
Davor steht ein "finde ich", das heisst es ist eine Meinung, zu der ich auch stehe. Genres sind abstrakte Gedankenkonstrukte, die sich aus verschiedenen Filmen konstituieren und durch neue Filme auch immer wieder aktualisiert werden. Dein Western unterscheidet sich wahrscheinlich von meinem Western-Bild, und dieser Film hier gehört für mich eher an den Rand des Western-Spektrums, für dich wohl eher ins Zentrum. Da können wir noch ewig drüber diskutieren, einen Konsens finden wir wohl eher nicht.
und wegen der frauenrollen: könnte man schon, muss man aber nicht - ich würde ja auch keine ausgefleischteren männerrollen in "sex and the city" verlangen...
"Schade finde ich vielmehr, dass er das Genre des Westerns einfach nicht gut packen kann. Dazu braucht es nämlich mehr als Setting und Kostüme. Ich glaube, dazu ist er auch schlicht der Falsche, da Tarantinos Handschrift die vielen Dialoge (und z. T. leider auch Geschwafel) sind, Western sich aber meist durch Nichtssagen und vielsagendes Schweigen auszeichnen."
tönte für mich doch ein wenig anders als jetzt
"Tarantinos Version des Western stimmt jetzt halt nicht mit dem überein, was ich als Western-typisch verstehe..."
mmh..?
(btw: auch tarantinos django redet nicht sooo viel - wohingegen z.b. leones nobody eun rechtes plappermaul ist...)
Ich hab nichts davon geschrieben, dass eine tragende Frauenfigur in den Film gehört. Es ist eine Nebenfigur, ganz klar. Aber es wäre schön gewesen, wenn die Frau irgendwas hätte machen können, anstatt nur das Objekt und Ziel der ganzen Story zu sein. Auch in Geschichten um restriktive Gesellschaften, in denen Frauen nichts zu sagen haben, können spannende Frauenfiguren vorkommen, und das gibt es auch in Western immer wieder (Annette Benning in Open Range z. B. ist keine moderne Frau, war aber in den begrenzten Möglichkeiten der Zeit sehr stark, ohne dass sie die Hauptfigur gewesen wäre oder in den Kampf eingegriffen hätte). Man muss keine Superkämpferin oder ein Mannweib sein, um aktiv agieren zu können. Schade fand ich einfach, dass im Film zwar erwähnt wurde, dass Broomhilde eine starke Frau sei - immerhin hat sie ja auch immer wieder versucht zu fliehen - nur gezeigt wurde das leider nicht. Alles, was wir von ihr sahen, waren Folter und Schmerz, das hat mich einfach etwas genervt.
gargamel, ich glaube, du hast nicht ganz verstanden, was ich in Bezug auf Western gesagt habe. Tarantinos Version des Western stimmt jetzt halt nicht mit dem überein, was ich als Western-typisch verstehe, was auch viel mit der Weite des Landes und einer gewissen Wortkargheit zu tun hat, die bei Tarantino halt nicht da ist. Das heisst nicht, dass ich mich dabei nur auf "angesehene" Western beziehe und den Spaghetti-Western nicht miteinbeziehe. Soviel ich weiss war auch Franco Neros Django kein Schwafli. Und nur weils kein typischer Western ist, heisst das auch nicht, dass ich ihn automatisch schlecht finde. Mir gefällt einfach das Paket von Genre und Story nicht, Tarantino hat einfach schon viel Besseres gezeigt.
Und nur weil jemand eine andere Meinung hat als du, finde ich nicht, dass du dieser Person "Böswilligkeit" unterstellen musst. Hey, es ist ein Film, und dabei geht es immer um Geschmack, es geht dir niemand an den Kragen, nur weil du eine andere Meinung hast, und der Film wird auch nicht verunglimpft, nur weil ihm nicht alle 6 Sterne geben.
cool! danke für eure meinungen - dann wollen wir mal:
von euch beiden der vorwurf, dass tarantino das genre des western nicht verstehe? das ist aber ziemlich grober unfug!
jetzt mal ganz abgesehen davon, dass tarantino sich am spaghetti-western versuchte (dem man dazumals vorwarf, dass er sich an praktisch keine der klassischen western-konventionen hielt) find ich das doch einen ziemlich aus dem vakuum gezauberten vorwurf! nur schon, dass eine der ganz klassischen konventionen des westerns (der ältere gunfighter der den jungen unter seine fittiche nimmt und ihm am schluss den stab übergibt) die rahmenhandlung des ganzen filmes ist… da möchte ich schon etwas konkreter von euch hören, wo tarantino das genre nicht verstanden hat...
zum "plan": der plan, um broomhilda freizukaufen, der liegt eigentlich auf der hand... und so kompliziert ist er nicht: candie wird hildi nicht (oder nur zu einem absurden preis) verkaufen, wenn man ihn einfach anfragt - er ist plantagenbesitzer, nicht sklavenhändler.
also muss man ihn ablenken und sein vertrauen gewinnen. was ja alles auch wunderbar funktioniert hätte, wäre da nicht evil stephen gewesen.
dazu kommt, dass schultz für diese momente lebt, er liebt diese scharaden, und vor allem liebt er den grossen auftritt, liebt "panache"! und ist auch durchaus bereit, risiken für diese grossen gesten einzugehen: die sache mit dem sheriff zeigt das bestens. das risiko, von irgendeinem unbeherrschten dorfdepp erschossen zu werden, das war durchaus vorhanden - die ganze sache hätte auch diskreter und mit viel weniger risiko durchgespielt werden können. aber das wäre nicht schultz gewesen!
und zum schluss zahlt er dafür eben den ultimativen preis - "sorry, i couldn't resist!" - den eigenen abgang mit der ganz grossen geste zu inszenieren. "panache"!
der wilde westen fand fast ausschliesslich unter ausschluss von frauen und schwachen statt, er speiste seine geschichten stattdessen aus der unterdrückung der indianer, der missachtung jeglicher ökologischer systeme und bestand aus gewalt, heuchelei und dem führen von kriegen. - pps, du findest, tarantino habe den western nicht verstanden - aber verlangst gleichzeitig nach tragenden frauenrollen?
tarantino macht zu wenig aus seinem thema? tarantino drehte keinen film über die sklaverei - er drehte einen film der im süden der usa am vorabend des sezessionskrieges spielt und einen befreiten sklaven in der hauptrolle hat. dabei zeigt er die realität der sklaverei in ihrer ganzen unmenschlichkeit und brutalität und bezieht unmissverständlich stellung - unmissverständlicher als die meisten filmer vor ihm. was hätte er noch mehr tun sollen?
ich hab' den film jetzt 2 mal gesehen und habe beide male jede minute genossen - fast jede szene kann für sich stehen und ist ein kleines juwel (und natürlich hängen sie zu einer grossen geschichte zusammen, el c, und definieren die beiden kopfgeldjäger immer schärfer. dass du das gegenteil behauptest, das halte ich für böswilligkeit.)
tarantino hat sich hier auf ein thema eingelassen, dass für einen (weissen) ami viel heikler ist, als nazis zu skalpieren. nazis, das sind für einen amerikaner comic-bösewichte - die schuld, die sich das eigene land mit der sklaverei aufgeladen hat zu thematisieren, das ist eine ganz andere sache, ein minenfeld. und das hat tarantino (mithilfe seines brillanten casts) durchquert, ohne dass ihm etwas um die ohren geflogen wäre. allein dies wäre übrigens eine eigene diskussion wert.
dazu gab's noch anspielungen auf murnaus "entfesselte kamera", franco nero, django, der sich zum schluss in den ururgrossvater von shaft verwandelt, und, und, und…
best tarantino ever!
Ich gehe sogar noch tiefer und gebe dem Film nur 3 Sterne. Ich fand ihn über weite Strecken schlicht langweilig. Waltz hat mir wirklich gut gefallen, und grundsätzlich wär die Story noch spannend. Das Ganze ist aber leider recht redundant inszeniert. Z. B. knallt King mindestens 3x jemanden ab und erklärt dann anschliessend auf genau dieselbe Weise, wieso er das darf. Das hätte man auch etwas variieren können. Und wie bereits gesagt wurde, der ganze Plan, um Broomhilde zu befreien ist schlicht unlogisch und unnötig kompliziert; der verschwurbelte Plan ist nur dazu da, um DiCaprios Storyline in die Geschichte integrieren zu können und die Handlung unnötig zu verkomplizieren. Es wäre ja an und für sich schon spannend, einen ausgeklügelten Betrug zu inszenieren, aber leider ist der Plan von King alles andere als raffiniert. Ich hab mich im letzten halben Jahr intensiv mit Betrüger- und Gaunergeschichten beschäftigt, und sogar die schlechtesten haben viel ausgeklügelte Abläufe, bei denen man als Zuschauer nie alles weiss, was hier einfach nicht der Fall ist. Alles wird einem vorgekätscht, so dass man nur durch spritzendes Blut überrascht wird.
Mir gefällt am Film einiges nicht, z. B. finde ich - wie schon in der Review gesagt wurde - die Frauenfigur, an der sich ja letztlich die ganze Story aufhängt, schlicht zu "leer". Washington darf ja kaum mehr machen, als ästhetisch inszeniert gequält zu werden. Das ist schade - gerade weil die Brünhild aus der Sage ja nicht einfach eine Damsel in Distress ist, die gerettet werden muss, sondern selber kämpfen kann. Sämtliche starken Widerstandsmomente von Broomhilde geschehen aber offscreen. Sehr schade, gerade für einen Tarantino, der ja sehr spannende Frauenfiguren in seinen Filmen hat.
Dass Tarantino den grossen Kommentar zur Sklaverei nicht umsetzen kann, finde ich nicht schlimm, das hatte ich auch gar nicht erwartet. Schade finde ich vielmehr, dass er das Genre des Westerns einfach nicht gut packen kann. Dazu braucht es nämlich mehr als Setting und Kostüme. Ich glaube, dazu ist er auch schlicht der Falsche, da Tarantinos Handschrift die vielen Dialoge (und z. T. leider auch Geschwafel) sind, Western sich aber meist durch Nichtssagen und vielsagendes Schweigen auszeichnen.
Ich kann verstehen, dass Tarantion-Fans den Film toll finden, da ich aber keinen Tarantino-Bonus verteile und den Film spätestens ab der Mitte recht langweilig fand, gibts von mir nur ein "durchschnittlich".
Nun gut, auf ein Neues.
Filmwissenschaft studiere ich, ja (und Publizistik im Studium Generale dieses Semester). ;)
Warum nur 4 Sterne? Hm...
Das Positive vorweg. Der Film hat diverse hervorragende Szenen drin: die Sackszene, King, der Django am Lagerfeuer von den Nibelungen erzählt, überhaupt die meisten Szenen mit Waltz im Mittelpunkt, Teile der Schlussschiesserei, die teilweise wirklich mitreisst. Auch ist das Ganze recht unterhaltsam – lohnenswerter Kintopp allemal – und Robert Richardsons Bilder sind sowieso ein Augenschmaus. Zudem ist dieses der erste Film von Tarantino, der bei mir positive Emotionen ausgelöst hat: Dank King und Django kommt hier echtes menschliches Gefühl auf.
Doch leider tauscht er dieses Gefühl imho viel zu bereitwillig gegen den leichten Knall- und Schockeffekt ein. Es ist schade, dass QT nicht mehr aus seinem zweifellos vorhandenen Schreibtalent herausholt. Er ist kein Geschichtenerzähler, sondern ein Erfinder von einprägsamen Szenen, Vignetten und filmhistorischen Verneigungen. Das kann vorzüglich unterhalten (Inglourious Basterds), aber leider befriedigt mich das allein noch nicht. Ein Film sollte mehr sein als die Summe seiner Einzelteile.
Auch macht Tarantino zu wenig aus seinem Thema. Einerseits geht ihm das Gespür für den Western ab (was sich vor allem in der zweiten Hälfte bemerkbar macht); andererseits fehlt im beim Kommentar zur Sklaverei die letzte Konsequenz. Er scheint nicht so recht zu wissen, wie er sie nun angehen soll. Wie es das Sight & Sound so schön geschrieben hat:
Und auf einer weniger abstrakten Ebene: Der Film ist einfach zu lang. Nicht unbedingt langweilig, aber mitunter recht langwierig. In Inglourious Basterds waren die Dialogszenen teilweise schon hart an der Grenze, hier verkommen sie vollends zum Selbstzweck – der Tod von Sally Menke macht sich schmerzlich bemerkbar.
Aber im Ganzen fand ich den Film akzeptabel. Unterhaltsam, aber ziemlich trivial (ganz zu schweigen vom nicht genutzten Potential). Um einen anderen Kritiker zu zitieren:
Ich habe das Gefühl, ich habe gewisse Dinge vergessen, die ich vorhin geschrieben habe. Wenn mir noch was einfällt, komme ich darauf zurück. ;)
Na toll... Gerade eine Viertelstunde mit einer langen Antwort zugebracht, nur um eine Fehlermeldung zu bekommen und den ganzen Text zu verlieren. Ffffffff...
anyone up for discussion?
el c, du studierst doch sicher film oder publizistik oder sowas... ;)
komm, ich geb dir etwas sparring: was hat dir nicht gepasst? warum nur 4 sterne?
ot: sagt mal, outnow, was habt ihr da mit der usability des forums gemachten? ist ja gräuslich - nichts gegen neuerungen, aber das ging irgendwie in die falsche richtung... mho...
ich hab' etwas gemacht, was ich das letzte mal als teenager gemacht habe (und das ist schon ein geraumes weilchen her): ich bin ein zweites mal ins kino gegangen - die 6 sterne sind absolut bestätigt.
was für ein cooler, intelligenter, doppelbödiger und doch unmissverständlicher streifen. für mich (und ich habe lange darüber nachgedacht und viele, teils heftige diskussionen geführt, bevor ich das hier hinschreibe): der bisher beste tarantino.
Der Film war super. Der C. Waltz in seiner Rolle war einfach der Hammer. Auch die anderen Rollen, z. B. S. L. Jackson war lustig. Di Caprio wieder in seiner Rolle, es hat gepasst! Der Film war besser als ich gedacht habe. Bisschen Rassistisch, aber leider war dies früher auch so, somit finde ich es nicht sehr schlimm (es ist ja jetzt nur ein Film, dass sollten einige nicht persönlich nehmen). Es war lustig und spannend. Geht nur schauen, der Film ist sicher empfehlenswert!
interessantes detail übrigens, betreffend die "n-word" diskussion ("darf tarantino das?") - die von ihm gespielte figur benutzt es nicht, sondern spricht von "blacks". wohl kein zufall.
und wegen der pistole: das war ein derringer, vermutlich 2-läufig (schultz erschiesst ja auch den sheriff damit, 2 mal) - einen schuss hätte er wohl also noch gehabt. allerdings trafen diese dinger aufgrund des sehr kurzen laufes nur auf kürzeste distanz.
naja, es ist ja nicht wirklich ein loch - ist eine ähnliche argumentation, wie wenn man fragt, warum frodo nicht einfach mit einem adler zum schicksalsberg geflogen ist, um den ring reinzuschmeissen. denke, man kann fast bei jeder geschichte alternative verläufe entwerfen, die "besser" wären...
Das Loch wird dadurch aber nicht gestopft.
@sta_ba & jon
von franco neros witzigem auftritt (how do you spell it?) über die absurde kapuzendiskussion des klans bis zur verwandlung von django in shaft ein einziges vergnügen - nicht mal tarantinos nach wie vor ungenügendes schauspiel konnte dem was anhaben! volle punktzahl!
Der schlechteste Tarantino den ich je gesehen hab. Alles wirkt irgendwie so konstruiert und eine Geschichte die eines Tarantino würdig wäre, kann ich nicht erkennen. Schade, war enttäuscht.
Micht hätte da noch eher gestört, dass
Denn
Und so gäbe es wohl noch einiges mehr, aber mich stört sowas nicht in dieser Art Film.
Guter Film, vor allem die erste Hälfte ist grosse Klasse. Von da an nimmt er aber leider ab. Der Schluss ist ein einziges riesiges Plothole:
4.5 Sterne
Django Unchained hat eigentlich meine Erwartungen übertroffen! Ich dachte kaum das Tarantino nochmals einen Film abliefern konnte der den Basterds das Wasser reichen kann, aber Django ist vielleicht sogar noch eine Spur besser. Werd ihn mir jedenfalls nochmal ansehen um sicher zu gehen ob ich den Film jetzt wirklich so gut fand.
Toller Film, etwa 20 Minuten zu lang, aber hervorragend in Szene gesetzt. Darsteller Top, Dialoge verdammt cool und die Musik sowieso.
Aber ein bisschen muss man schon aufpassen, dass man nach der Sichtung dieses Films nicht automatisch ein "Motherfucker" an jeden Satz hängt...
Als Tarantino vor etwa einem Jahr Django angekündet hat, wusste ich, dass das nur Gut werden kann. Und das kann ich seit gestern Abend bestätigen. Tarantino ist weiterhin gross in Form.
Besonders die sehr starken Schauspieler stechen heraus. Christoph Waltz spielt, wie schon in Inglorious Bastards, überragend! Er stiehlt dem eigentlichen Hauptprotagonist Foxx die Show. Ebenfalls kann Di Caprio, in ungewöhnlicher Rolle, als durchgeknallter Bösewicht auf der ganzen Linie überzeugen. Des Weiteren gefallen die bissigen Dialoge, die unterhaltsamen Actionszenen und der stimmige Soundtrack.
Der Film befindet sich während 2/3 seiner Spieldauer auf sechs Sterne. Das letzte Drittel ist, wie schon hier angesprochen, zu sehr in die Länge gezogen und benötigt leider etwas Sitzfleisch.
im letzten drittel hat der film leider massiv abgegeben, schade!
Super Kino, ein guter Western und ein typischer Tarantino, der es schafft ein ernstes Thema witzig umzusetzen, ohne dass es despektierlich wird.
Christoph Waltz ist hervorragend besetzt und auch Jamie Foxx und DiCaprio machen ihre Sache gut.
Leider fehlen die interessanten Frauenrollen und auch Tarantinos Cameo gegen Schluss ist einfach nur peinlich.
Brilliante Dialoge, grossartige Darsteller, einzigartige Figuren und eine aburde Geschichte. Django Unchained ist purer Tarantino-Stoff, in jeder Sekunde spürt man die Detailverliebtheit des Regisseurs.
Längen im Mittelteil und spürbare Überlänge gegen Ende sorgen zwar noch für einen Stern Abzug, doch wer sich auf einen typischen Tarantino-Film freut, bekommt genau was er sich wünscht. Ein herrlich witziges und teilweise arg brutales Westerntheater für Filmfans.
Danke, freue mich wahnsinnig und hoffe meine Erwartungen sind nicht zu hoch... :D
165 Minuten ist die richtige Länge
Frage: Hier wird als Laufzeit "165min" angegeben, auf anderen Seiten aber "142min". Was stimmt nun? Freue mich auf jeden Fall auf den Film, morgen gehts ins Kino!
Darauf wollte ich hinaus. Aber ja, die Charakteren die dahinter stecken sind natürlich grundlegend verschieden,
Ok, da hast du recht, zumindest was das Äusserliche betrifft. Und in beiden Filmen
Ich kann ehrlich gesagt nicht nachvollziehen wie du die Ähnlichkeit verkennen kannst :) Ich sehe in beiden Fällen einen zerbrechlichen, schmächtigen, am Stock gehenden Mann mit bösartig funkelnden Augen... Hat mich spätestens in der Szene am Esstisch stark an Elijah erinnert.
Alt? Nicht wirklich, oder? Zittrig? Naja ok, aber aus anderen Gründen... Mir scheint der Vergleich etwas weit hergeholt.
Wenn ich deine Kritik zitiere vielleicht?
Doch, aber der Zusammenhang zwischen einem glasknochenkranken Comic-Fan und einem Haussklaven im 19. Jahrhundert ist für mich jetzt nicht gerade ersichtlich.
Hat den Erwartungen entsprochen, sehr unterhaltsam.
Der Autor der Kritik hat Samuel L. Jackson wohl nicht in "Unbreakable" gesehen? Die Rolle hier erinnert doch sehr stark an Elijah Price.