Love Is All You Need - Den skaldede frisør (2012)

Love Is All You Need - Den skaldede frisør

Friseurin Ida (Trine Dyrholm) durchlebt zurzeit keine angenehme Lebensphase: Sie erholt sich gerade von einer Chemotherapie und erwischt ihren Mann beim Fremdgehen mit einer bedeutend jüngeren Frau. Doch zum sich selbst Bemitleiden hat sie keine Zeit, denn ihre Tochter heiratet in wenigen Tagen in Italien. Ihre Pechsträhne verfolgt sie auch im Flughafenparking, als sie beim Rückwärtsfahren ein vorbeifahrendes Auto rammt. Doch wie es der Zufall will, handelt es sich beim Fahrer um Philip (Pierce Brosnan), den Vater ihres künftigen Schwiegersohns. Der gutaussehende, aber äusserst ungeduldige Geschäftsmann ist alles andere als begeistert, als sich Ida an seine Fersen heftet und verhält sich dementsprechend unfreundlich.


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3.0 Sterne 

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Film-Informationen

Originaltitel: Den skaldede frisør
Englischer Titel: Love Is All You Need

Drehorte: Dänemark, Schweden, Italien, Frankreich, Deutschland 2012
Genres: Komödie, Romanze
Laufzeit: 116 Minuten

Kinostart: 27.12.2012
Verleih: Frenetic Films

Regie: Susanne Bier
Drehbuch: Anders Thomas Jensen, Susanne Bier
Musik: Johan Söderqvist

Darsteller: Trine Dyrholm, Stina Ekblad, Sebastian Jessen, Molly Blixt Egelind, Ciro Petrone, Marco D'Amore, Pierce Brosnan, Line Kruse, Paprika Steen, Birthe Neumann, Kim Bodnia, Christiane Schaumburg-Müller, Bodil Jørgensen, Christiane Rohde, Anne O. Pagh, Micky Skeel Hansen, Frederikke Thomassen, Rikke Louise Andersson, Thomas Voss, William Salicath

» The Internet Movie database (IMDb)


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4 Kommentare

Nein danke! Promi Big Brother jeden Abend sorgt für genügend säuerliche Gesichtsausdrücke.

@rm: schon in eine zitrone gebissen? ;-)

Ich fand den alles andere als durchschnittlich. Etwas anderes hätte mich bei Susanne Bier und ihrem Co-Autor Anders Thomas Jensen (Adam's Apples) auch gewundert. Was als flockiges Ausländer-in-Italien-Filmchen hätte enden können (Der Vorspann zu "That's Amore" lässt sogar die Schrift wie Blütenstaub erscheinen), nimmt immer wieder überraschende Wendungen. Und es wäre kein Bier-Film, wenn da nicht noch irgendwo menschliche Tragödien lauern würden. Dass die diesmal nicht ganz so brutal heftig einfahren wie bei After The Wedding oder Brothers, ist wohl der Dolce Vita Italiens geschuldet, die auf dem Set geherrscht haben muss und die sich auch aufs Publikum überträgt.

Gerne verrate ich ein paar der überraschenden Wendungen. Um nicht gleich massiv ins Spoiler-Gebiet zu waten, nur aus dem ersten Drittel des Films.

Der Film beginnt mit einer Krebsdiagnose inkl. möglicher Brustampuation. Depro-Thema par eccellence. Und vor dem geistigen Augen öffnet sich schon der Spitalfilm. Aber nix da. Der Friseuse werden solch lustige Sätze in den Mund gelegt, das man sicher sein kann, dass wir in der Komödie bleiben.

Gleich im Anschluss: Ertappung des Ehemanns beim Fremdgehen. Weil wir in einem Dänenfilm sind, ist das erstaunlich lustig und freizügig zugleich. Aber richtig toll macht die Szene erst, als der Mann (ein konträr zu seinen sonstigen Rollen gecasteter Kim Bodnia) auf die emotionale Schiene einlenkt, und nicht die Spur von Reue zeigt.

Dritte Szene: Friseuse und Pierce Brosnan merken, dass ihre Kinder einander heiraten. Sie merken das seltsamerweise erst am Flughafen kurz vor Abflug nach Italien. Brillanterweise fahren aber ihre Autos im Parkhaus zuerst ineinander, was wiederum zu einem der kurligsten Auffahrunfälle der Filmgeschichte führt, und wegen der Perücke der Friseuse (man erinnert sich, die Frau macht Chemo) auch sonst noch zu einer ganze Reihe weiterer Pointen führt. Dabei stört nicht mal, dass Brosnan kein Wort Dänisch spricht.

Das sind nur die ersten zehn Minuten. Und obwohl wir uns auf filmischen Trampelpfaden bewegen, finden Bier und Jensen auch während dem Rest des Film immer wieder ungewohntes und frisches in den einzelnen Szenen. Der Film mündet dann auch zwangsläufig in einen Hochzeitsfilm mit einem ganzen Arsenal an kurligen Gästen. Dabei hat es wie üblich tragische und witzige Gestalten, aber keiner dieser Figuren wird auch nur einmal nur zum simplen Gag-Provider. Bier und Jansen nehmen ihre Figuren immer ernst - auch dann noch, wenn sie wirklich verabscheuungswürdg sind wie Paprika Steen als Tante Benedikte. (Die Figur hätte sogar einen eigenen Film verdient.)

Der Film endet dann wiederum auch nicht beim simplen "Chaos bei der Hochzeit"-Plot. (Sie findet schlussendlich ja nicht einmal richtig statt. Hier kommt dann das wirkliche menschliche Drama, für das Bier sonst so bekannt wurde ins Spiel. Mehr sei aber nicht verraten). Und man freut sich, dass das zusammenkommt, was wirklich zusammen gehört. Und das ist dann für einmal wirklich vorhersehbar...

Schlussenldlich fragt ich mich aber auch wieder einmal, warum wir Schweizer keine solchen Filme machen können. Das ist keiner dieser dänischen Drama im Dogma-Style, die es sowieso nicht mehr gibt, aber die den Grundstein für die Karriere auch einer Susanne Bier gelegt haben und weltweit für Furore sorgten. Während dieser Phase blickte die Schweizer Filmszene ja schon neidisch nach Norden. Mittlerweile hat Bier einem Oscar für den besten ausländischen Film und kann so logischerweise auch einen Pierce Brosnan aufs Set holen. Aber der ganze Rest bei "Love is all you need" sind Dänen, die ein Spitzen-Drehbuch zur Verfügung haben. In der Schweiz würde man sich wohl so lange den Kopf zerbrechen, wie man einen Topstar Englisch reden lassen kann, wenn alle seine Angestellten Schwyzertütsch reden, bis das ganze wieder versandet, statt dass man sich einen Kinohit baselt.

Und solch ein Hit wird auch "Love is all you need", dessen dänischer Titel "Die kahle Friseuse" noch etwas besser passt, weil der so schöne Gegensätze in den Titel packt, wie sie auch im Film ständig zu sehen sind. Wenn dieser Film nicht 2013 im allen Orange Cinemas laufen wird, beiss ich in eine Zitrone.

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