Wake Wood (2011)
Wake Wood (2011)
Oder: Die heutige Jugend...
Nachdem ihre Tochter Alice (Ella Conolly) von einem Hund regelrecht zerfleischt wurde, ziehen Patrick (Aidan Gillen) und Louise (Eva Brithistle) in das verschlafene Dorf Wake Wood, um die Trauer zu verarbeiten. Was die beiden nicht wissen: In Wake Wood pflegen die Bewohner ein uraltes heidnisches Ritual, welches den Menschen erlaubt, einen geliebten Verstorbenen für drei Tage zurück ins Leben zu holen, um richtig Abschied nehmen zu können.
Erst zwiegespalten, wagen die beiden das Experiment, ohne sich der Konsequenzen vollumfänglich bewusst zu sein. Zudem verschweigt Patrick, dass seine Tochter wesentlich länger begraben liegt, als er ursprünglich angegeben hatte. Eine gefährliche Lüge! Trotzdem kann Alice zurückgeholt und ihren Eltern übergeben werden. Doch wie reagieren trauernde Eltern, wenn sie das geliebte Kind ein zweites Mal verlieren sollen? Was anfänglich eine liebevolle Wiedervereinigung zu werden verspricht, artet bald in einen Albtraum für die gesamte Dorfgemeinschaft aus.
Kinofilm-Rating
Wer jetzt findet, das klinge verdächtig fest nach Pet Sematary: richtig! Dieser Fakt lässt sich auch während des ganzen Filmes nie wirklich ausblenden. Trotzdem funktioniert Wake Wood durchaus auch eigenständig. Zwar ist die Geschichte einigermassen voraussehbar und birgt nicht wirklich innovative Ideen, aber das Team um den Regisseur David Keating hat bei seiner Arbeit, neben den klassischen Horrorelementen, so viel Wert aufs Detail gelegt, dass man ihm die unschönen Aspekte sofort verzeiht. Die flache Story wird so weit mit kreativen Kleinigkeiten ausgeschmückt, dass man die Oberflächlichkeit beinahe vergisst. Anfangs wird ein roter Faden gesponnen, welcher sich dann auch wirklich durch den gesamten Film hindurchzieht.
Das i-Tüpfelchen setzt dem Ganzen die junge Ella Connolly in der Rolle der wiederauferweckten Alice auf. Was für eine schauspielerische Meisterleistung: Ihre Mimik ist einzigartig, und wie sie ihre Stimme einzusetzen vermag, lässt einen ehrfürchtig den Hut vor der jungen Dame ziehen. Sie schafft es, erwachsene Menschen in Angst zu versetzen. In der Reihe der "bösen Kinder" darf sie sich mit gutem Recht ganz weit oben einordnen. Prinzipiell werden die Rollen in Wake Wood sehr authentisch verkörpert. Die Darsteller spielen nicht nur ihre Rolle, sie schaffen es auch, ganz unspektakulär zusammenzuspielen. Die Kombination zwischen den Fantasy-Elementen und Realität wird brillant umgesetzt. Die Zuschauer glauben den Eltern die Trauer genauso, wie man das Ritual und die wiedergebrachten Toten zu keiner Zeit hinterfragt. Hier ist in der Tat ein absolut homogenes Zusammenspiel zwischen Drama, Horror und Fantasy gelungen. Grosses Kompliment auch an das Finale, welches fast ein wenig zu erwarten und doch völlig überraschend ist.
Klar, Wake Wood setzt keine neuen Meilensteine in der Filmgeschichte, und die Schwachpunkte sind offensichtlich - trotzdem handelt es sich dabei um unterhaltsames, kreatives und einfühlsames Kino mit einer Liebe zum Detail, die es einem erlaubt, auch beim zweiten Mal Schauen noch viele Dinge zu entdecken, die beim ersten Mal nicht aufgefallen sind.
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