L'ultimo terrestre (2011)
L'ultimo terrestre (2011)
Oder: Die spinnen, die Erdlinge!
Italien irgendwann in naher Zukunft: Aliens lassen über die Regierung ankündigen, dass sie in bereits wenigen Tagen auf der Erde eintreffen werden. Doch irgendwie scheint diese spektakuläre Nachricht die Bevölkerung kalt zu lassen. Man redet zwar darüber, kümmert sich aber wenig. Die Leute sind lethargisch, desillusioniert - das Land steckt in einer tiefen Krise.
Die Ausserirdischen spielen im Film nur eine Nebenrolle. Vielmehr handelt die Geschichte vom Kellner Luca Bertacci (Gabriele Spinelli): einem introvertierten, aber liebenswürdigen Junggesellen ohne Rückgrat, der in der örtlichen Bingo-Halle sein Geld verdient. Als Kind von seiner Mutter verlassen, hegt er einen Groll auf Frauen. Sein einziger Freund ist Roberta (Luca Marinelli), ein prostituierter Transvestit.
Kinofilm-Rating
L'ultimo terrestre wurde binnen eines Zeitraumes von fünf Wochen in der Toskana gedreht. Seine Produktion kostete insgesamt 2,3 Millionen Euro. Der Film gehört somit zur Kategorie der B-Movies. Eine Einsparung von Kosten erkennt man vor allem an der Darstellung der Aliens, die von kleinen Leuten in billigen, klischeehaften Stoffanzügen verkörpert wurden. Dies stört aber nicht weiter, sondern unterstreicht vielmehr deren eher amüsante Rolle, welche besonders einer Alien-Dame, die sich im Film häuslich mit einem älteren Mann niederlässt, zuteil wurde.
Was stört, ist die teilweise wirklich sehr unpassend eingesetzte Musik: eine Art symbolisches Herzklopfen, das in den unmöglichsten Situationen Dramatik und Spannung erbringen sollte. Der Rest des Soundtracks macht aber durchaus Spass.
Die Tatsache, dass die Ankunft der Ausserirdischen keinen wirklich interessiert, wirkt sowohl befremdend als auch witzig und nimmt all jenen, die sich über einen weiteren stereotypen UFO-Film das Maul zu zerreissen erhofften, den Wind aus den Segeln.
Hauptdarsteller Gabriele Spinelli vollbringt in L'ultimo terrestre eine wahre Glanzleistung. Den unsicheren aber gutmütigen, mit Komplexen behafteten Fussabtreter Luca hat er regelrecht verinnerlicht. Seine hölzerne Miene sowie seine speziellen Gesichtszüge lassen zeitweise vermuten, er selbst stamme von einem anderen Stern.
Fazit: L'ultimo terrestre ist Komödie, Sci-Fi und Drama zugleich. Hinter all den Genres versteckt sich aber, so der Regisseur Gian Alfonso Pacinotti, eine simple, ehrliche Liebesgeschichte.
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