TT3D - Closer to the Edge (2011)

TT3D - Closer to the Edge (2011)

Oder: Need for Speed

TT3D - Closer to the Edge

Grinsekatze?

Seit dem Jahr 1907 wird die "Isle of Man Tourist Trophy" durchgeführt und gehört damit zu den ältesten Motorradrennen der Welt. Doch gleichzeitig ist das Rennen auf der Insel in der irischen See auch eines der gefährlichsten. Mit über 200 Kilometern pro Stunde brettern die Fahrer über die Insel, fahren dabei auch durch kleine Dörfchen und müssen schwierige Kurven meistern. Der Tod ist dabei ein ständiger Begleiter. Guy Martin ist einer dieser todesmutigen Fahrer und möchte im Jahre 2010 endlich den ersten Sieg an der Isle of Man landen.

TT3D - Closer to the Edge

Der schnelle Milchmann

Guy, der dank seinem Vater Ian zu dem Sport kam, überlässt nichts dem Zufall und studiert bis spät in die Nacht die Strecke. Regisseur Richard De Aragues und sein Kamermann Thomas Kürzl wollten mehr über dieses Rennen, die Fans und die Fahrer wissen und hefteten sich dafür an Guy Martins Fersen und auch an sein Motorrad. Die Frage, welche dabei alle beschäftigte: Wird die 2010-Ausgabe des legendären Rennens ohne tragischen Zwischenfall enden?


Film-Rating

Was sind das nur für Leute, die mit mehr als 200 Sachen über eine Insel fahren und dabei ihr eigenes Leben und das Leben vieler Zuschauer neben der Rennstrecke gefährden? Regisseur Richard De Aragues gibt darauf in seinem rasant gemachten Dokumentarfilm TT3D - Closer to the Edge Antworten.

Aufgebaut hat De Aragues sein Werk wie einen Spielfilm mit einer Dramaturgie. Die Erzählung beginnt sechs Wochen vor dem Rennen und verfolgt mehrheitlich die Vorbereitungen des Fahrers Guy Martin. Mit Martin im Zentrum wurde die richtige Wahl getroffen. Der sympathische und charismatische Engländer ist nie um einen Spruch verlegen und legt sich auch mal mit den Rennverantwortlichen an. Ein Saubermann sieht anders aus. Doch genau deshalb wird der Film erst speziell.

Es wird jedoch nicht nur Martin interviewt, sondern es kommen auch Fahrerkollegen, Rennverantwortliche, Zuschauer und Witwen, die ihre Ehemänner während eines Rennens verloren haben, zu Wort. Dies gibt einen wunderbaren Rundumblick über den Event, zu dem jedes Jahr mehrere tausend Menschen aus der ganzen Welt anreisen. De Aragues drehte die Interviews aber nicht herkömmlich, indem er einfach eine Kamera aufstellte. Er inszeniert die Gespräche richtiggehend mit mehreren Blickwinkeln, zwischen denen er hin und her schaltet.

Während die erste Hälfte den Vorbereitungen gehört, ist die zweite dem Rennen gewidmet. Hier wird dann das Voice-over auf ein Minimum reduziert, und es sind lediglich der treibende Soundtrack und die Stimmen der Rennkommentaren zu hören. Hier offenbart sich dann auch die Schwäche des Filmes: Im Rennen steht nicht nur Martin im Zentrum, sondern noch eine Handvoll anderer Fahrer, die man zuvor kaum kennengelernt hat. Dies ist die logische Konsequenz des Tempos, welches der Film zu Beginn angeschlagen hat. Apropos Konsequenz: Hier wird nicht davor zurückgeschreckt, ein paar wirklich wüste Unfälle zu zeigen. Diese Szenen sind definitiv nichts für Leute mit schwachen Nerven.

Fazit: TT3D - Closer to the Edge schafft es, die Faszination des Events, bei dem schon mehr als 230 Fahrer ums Leben kamen, dem Zuschauer näherzubringen. Eine rasant inszenierte Doku mit einer Dramaturgie und einem sympathischen "Hauptdarsteller", die nicht nur für Motorradfans interessant sein dürfte.


OutNow.CH:

Bewertung: 4.54.5

 

08.06.2012 / crs

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