Sucker Punch (2011)

Sucker Punch (2011)

Oder: Zack Snyders "Showgirls"

Sucker Punch

Pussycat Dolls?

Nach dem Tod ihrer Mutter ist Babydoll (Emily Browning) zusammen mit ihrer kleinen Schwester gezwungen, bei ihrem brutalen Stiefvater zu leben. Als es eines Nachts zu einem Zwischenfall kommt, schnappt sich Babydoll eine Waffe und schiesst damit auf den Sadisten. Doch anstatt den Stiefvater trifft sie ihre Schwester. Grund genug, das Mädchen mit den blonden Haaren in eine Nervenheilanstalt zu sperren. Dort soll sie einer Lobotomie unterzogen werden und so für niemanden mehr eine Gefahr sein.

Sucker Punch

"Hier kommste nicht raus!"

Dort angekommen, wird sie mit einer kalten Welt konfrontiert, in der es so etwas wie Hoffnung nicht zu geben scheint. Um wenigstens etwas Freiheit zu verspüren, flüchtet sie sich in eine Fantasiewelt, wo die Anstalt wie ein Bordell geführt wird. Und da Babydoll neu ist, muss sie gleich mal ihre Tanzkünste präsentieren. Doch als sie damit beginnt und dabei die Augen schliesst, befindet sie sich in einer völlig neuen Welt. Dort muss sie verschiedene Gegenstände finden, die ihr bei der Flucht aus der Anstalt nützlich sein könnten. Doch Babydoll muss sich beeilen: Ihre Lobotomie steht unmittelbar bevor.


Kinofilm-Rating

Der Name Zack Snyder wird oft mit visuell grandiosen Bildern und brutaler Action in Verbindung gebracht. Um eine Story musste er sich bisher nicht gross Gedanken machen, lieferten bei seinen bisherigen Filmen doch entweder Graphic Novels (300, Watchmen) oder ältere Filme (Dawn of the Dead) die Geschichte. Mit seinem neusten Werk Sucker Punch hat er nun den Versuch gewagt, ein eigenes Drehbuch zu verfassen, welches er auch gerade selbst umgesetzt hat. Und genau hier liegt der Hund begraben: Snyder zeigt auch hier wieder tolle Bilder, aber seine Story ist vornehm zusammengeklaut und passt nicht zusammen.

Die Story von Sucker Punch ist ein Mischmasch aus Inception, Showgirls und Shutter Island. Leider verlässt man sich dabei zu sehr auf die Actionsequenzen. Die düstere Realität wird im Gegensatz dazu viel zu wenig gezeigt, was wichtig wäre für die Spannung und die Identifikation des Zuschauers mit den Mädchen. So bleibt die Geschichte, obwohl sie am Ende um eine Botschaft bemüht ist, recht oberflächlich. Wohl nicht unschuldig daran ist die Entscheidung des Produktionsstudios, den Film für eine PG13-Freigabe um 18 Minuten zu kürzen.

Was man dem Film aber lassen muss, sind seine tollen Actionszenen. Diese sind so atemberaubend und aufregend inszeniert, dass man nach dem Ende einer solchen gespannt schon auf die nächste wartet. Was Snyder zwischen diesen Szenen zu erzählen hat, ist nicht gerade spannend und würde beim Zuschauer Interesse an den Figuren benötigen. Doch keine der jungen hübschen Kriegerinnen besitzt nur etwas an Tiefe. Ihre Stärken beweisen auch sie vor allem im Schwertkampf und im Kugelhagel. Dass diese von den Szenarien her eindeutig von Hero, Reign of Fire und Batman Begins inspiriert wurden, stört da nicht, denn unterhaltsam sind sie allemal. Sogar die Snyder-übliche Slow Motion gefällt in diesen Szenen äusserst gut.

Auch ganz gut ist der Soundtrack, der aus verschiedenen Coverversionen zusammengesetzt ist. Egal ob Sweet Dreams, Where is my mind, oder White Rabbit, sie passen zur jeweiligen Szene und alle hören sich verdammt gut an.

Fazit: Sucker Punch ist Kino fürs Auge. Der Film enthält ein paar der besten Actionszenen der letzten Jahre, wobei man sich jedoch zwischendurch durch eine Story quälen muss, die nicht wirklich spannend ist, geschweige denn dramatisch oder interessant. Snyder hat somit seinen bisher schwächsten Film inszeniert. Wie gut, dass sein kommender Superman: Man of Steel wieder auf einem Comic basiert und er so das Geschichteschreiben den Profis überlassen kann.

3.3 Sterne
3.3 Sterne (83 Bewertungen) | 17 Kommentare

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28.03.2011 / crs