Quarantine 2: Terminal (2011)
Quarantine 2: Terminal (2011)
Oder: Rattenbisse können gefährlich sein
Bei einem nächtlichen Überseeflug von Los Angeles aus zeigt ein Passagier (George Back) Symptome eines mysteriösen Virus. Die Stewardess Jenny (Mercedes Masöhn) hält es zuerst für eine normale Grippeerkältung. Als der Passagier fast tollwutartig um sich schlägt und ins Cockpit vordringen will, schreiten ebenfalls die anderen Passagiere ein und sperren den Mann in der Bordtoilette ein. Die Piloten sehen sich gezwungen, beim nächstmöglichen Flughafen trotz widersprüchlicher Funksprüche des Towers notzulanden.
Als dort nur der Gepäckmann aufkreuzt, ahnen sie, dass es nicht mit rechten Dingen zugeht. Sie kämpfen sich mit allen Mitteln bis ins Terminal vor. Dort wird ihnen bewusst, dass sie das Militär auf Quarantäne gesetzt und eingesperrt hat. Die Passagiere sind somit auf sich selbst gestellt. Bereits jetzt brechen bei einigen unter ihnen ähnliche Grippesymptome auf. Es beginnt ein Katz- und Mausspiel auf der Suche nach einem Ausweg...
DVD-Rating
John Pogue (The Skulls, Ghost Ship) nimmt zusätzlich zum Autorensessel bei Quarantine 2: Terminal erstmals auf dem Regiestuhl Platz und führt den Horror um den Zombievirus weiter. Das Sequel knüpft nahtlos an die Ereignisse von Quarantine an. Diesmal aber ohne wackeligen Camcorder, was dem Film jegliche Spannung entzieht.
Entwickelte man damals bei Books of Shadows: Blair Witch 2 eine tiefere Mythologie, bei der was Weglassen der Handkamera nicht sonderlich fehlte, versucht Pogue mit seinem Beispiel anscheinend einen ganz anderen Weg zu gehen. Der Fokus liegt von Anfang an auf den (leider stereotypen) Charakteren, die wenig zum Plot oder zur Hintergrundstory beitragen, sondern nur mit hohlen One-Linern auf sich aufmerksam machen. Hinzu kommt das unterirdische Labyrinth des Flughafenterminals - ein weiteres Stilmittel, das kurzerhand als billige Kulisse dient. Die Frage, woher der Virus kommen könnte, wird schlichtweg umgangen.
Ja, hier fehlt der wackelige Camcorder wirklich von Anfang an. Vorausahnend und enttäuscht guckt man sich den Grusel an und weiss genau, was hinter jeder Ecke lauert. Das "10 kleine Jägermeister"-Prinzip, bestehend aus einem gänzlich unbekannten Cast, erstreckt sich bis zum Schluss. Aus die Maus und ein offenes Ende, was den dritten Teil heraufbeschwört. Einzig und allein die Spezialeffekte wirken einigermassen authentisch. Die infizierten Menschlein sehen nun mal zum Fürchten aus, egal ob die ganze Geschichte etwas sinnbefreit und voller Plotholes (u.a. eine von der Security unbemerkte Handfeuerwaffe im Koffer) steckt.
Fazit: Quarantine 2: Terminal ist ein lieblos und unbefriedigendes Sequel geworden. Man verzichtet bewusst auf den Handkamera-Stil und nimmt dem Film jegliche Spannung. John Poque dezimiert seinen unbedeutenden Cast im klassischen Schema, schreckt vor Blut und ein paar hässlichen Zombiefratzen nicht zurück und ebnet den Weg für einen dritten Teil. Ob der wohl auf Facebook mit Webcams stattfinden wird?
Die DVD ist noch hohler als der Film. Bild und Ton sind okay, obwohl die deutsche Synchronspur deutlich den Kürzeren zieht. Auf Special, mitunter einem Making-of, wartet man vergebens.
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1.6 Sterne (4 Bewertungen) | 0 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 11.08.2011
- Bildformat: 16:9 / Anamorph
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1); Englisch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch; Englisch
- Extras: -



