The Lincoln Lawyer (2011)

The Lincoln Lawyer (2011)

Oder: In dubio pro reo

The Lincoln Lawyer

Ein Schluck Bier und schon betrunken...

Mick Haller (Matthew McConaughey) ist ein gerissener Anwalt, der sogar die schwierigsten Fälle zugunsten seiner Klienten gewinnen kann. Wer so erfolgreich ist, besitzt sicherlich ein Büro mit einem schönen Blick über Los Angeles - doch weit gefehlt. Da er oft an mehreren Fällen gleichzeitig zu tun hat, bevorzugt Mick es, von seinem Auto aus zu arbeiten, um so immer dort zu sein, wo er gerade gebraucht wird. Gebraucht wird er jetzt von der reichen Familie Roulet.

The Lincoln Lawyer

Einer der beiden wird gleich "geblitzdingst".

Deren Sohn Louis (Ryan Phillippe) wird vorgeworfen, er hätte eine Prostituierte vergewaltigt und brutal zusammengeschlagen. Nachdem die Familie Mick ein gutes Angebot gemacht hat, übernimmt er den Fall. Doch je mehr er recherchiert, desto mehr Ungereimtheiten findet er in der Version seines Klienten. Zusammen mit seinem Kumpel Frank Levin (William H. Macy) findet er immer mehr heraus und sieht sich schnell in eine Ecke gedrängt, aus der er nicht mehr so schnell herauskommt. Als es dann einen Todesfall in Micks Umfeld gibt, ruft dies zusätzlich noch Detective Lankford (Bryan Cranston) auf den Plan.


Blu-ray-Rating

Es war nur eine Frage der Zeit, bis Michael Connellys Bestseller The Lincoln Lawyer (dt. Der Mandant) den Weg auf die grosse Leinwand fand. Der Routinier John Romano fungierte als Drehbuchautor, Regie übernahm der junge und talentierte Brad Furman (The Take), dem das Projekt von Hauptdarsteller Matthew McConaughey höchstpersönlich vorgestellt wurde.

Es tut gut, Herrn McConaughey mal wieder in einer herausfordernden Rolle sehen zu dürfen, ohne bei jeder zweiten Szene seinen nackten Oberkörper ertragen zu müssen. Der Frauenheld mimt den wortgewandten Mick Haller grösstenteils überzeugend, wenn auch oft zu glatt und unnahbar. Connellys Anwalt mit seinem 1987er-Lincoln ist wahrlich ein seltsamer Fisch im kriminellen Meer von Los Angeles. Seine Story spielt sich in den Strassen abseits des Glamours ab. Eine Welt, in der ebenfalls Ryan Philippe als reicher Schnösel sowie William H. Macy und Bryan Cranston in zuckersüssen Nebenrollen wie Ausserirdische wirken.

Dank Close-Ups, kontrastreichen, fast Film Noir ähnlichen Bildern und Handkamera tauchen wir sofort in diese verkommene Welt ein. Das zusätzlich eiskalte Zusammenspiel der beiden Hauptdarsteller macht den Drive aus, den man in diesem Justizthriller von Anfang an vermisst. Erst als sich die Geschehnisse überhäufen und Geheimnisse ans Tageslicht kommen, wird aus The Lincoln Lawyer doch noch ein wenig Drama mit einigen Wendungen. Das Finale entpuppt sich sogleich als (leider) ziemlich konform und und lässt den Zuschauer wehmütig an den grandiosen Twist von Primal Fear erinnern. Danach ruckelt der Film minutenlang fast planlos weiter, bis er endlich zu seinem Ende findet.

Fazit: The Lincoln Lawyer ist ein solider und unterhaltender Justizthriller, versehen mit einem Schuss Film noir. Matthew McConaughey und Ryan Philippe geben dem Film den nötigen Pfeffer, können aber über das etwas unspektakuläre Ende nicht hinwegtäuschen.

Die Blu-ray-Disc zeigt hochqualitatives Bild und einen sehr gut gemischten Ton, welcher im 5.1-System so richtig auf Touren kommt. Wer sich mehr über Michael Connelly interessiert, kann sich die kurze Reporte im Bonsumaterial ansehen. Daneben gibt es ein kurzes Making-of, Interviews sowie gelöschte Szenen.

4.4 Sterne 4.6 Sterne
4.4 Sterne (50 Bewertungen) | 1 Kommentar

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12.12.2011 / crs (Inhalt), woc (Rating)


Blu-ray-Infos

Blu-ray erschienen am 24.11.2011

  • Bildformat: 2.35:1 / 16:9
  • Sprachen: Deutsch (DTS-HD Master Audio 5.1); Englisch (DTS-HD Master Audio 5.1)
  • Untertitel: Deutsch; Englisch
  • Extras: Making-of; Interview mit Michael Connelly; Deleted Scenes