Infos zu Hugo (2011)
Die Entdeckung des Hugo Cabret
Hugo (Asa Butterfield) ist ein zwölfjähriger Waisenjunge, der einsam im Labyrinth eines Bahnhofs in Paris lebt und sich um die unzähligen Uhrwerke kümmert. Von seinem verstorbenen Vater (Jude Law) ist ihm nur ein Notizbuch übriggeblieben, in dem die Kunst des Uhrenmachens dargelegt ist. Sein Vermächtnis ist zudem ein metallener Roboter, den Hugo nun mit gestohlenen Einzelteilen des lokalen Spielzeugladens reparieren will. Der Ladenbesitzer Georges (Ben Kingsley) kommt Hugo auf die Schliche und entwendet sein heissgeliebtes Notizbuch.
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Film-Infos
Deutscher Titel: Die Entdeckung des Hugo Cabret
Französischer Titel: L'invention de Hugo Cabret
Drehort: USA 2011
Genres: Abenteuer, Drama, Familienfilm, Fantasy, Mystery
Laufzeit: 126 Minuten
Kinostart: 09.02.2012
Verleih: Ascot Elite
Regie: Martin Scorsese
Drehbuch: John Logan, Brian Selznick (Buch)
Musik: Howard Shore
Darsteller: Asa Butterfield, Chloe Moretz, Ben Kingsley, Sacha Baron Cohen, Ray Winstone, Emily Mortimer, Christopher Lee, Helen McCrory, Michael Stuhlbarg, Frances de la Tour, Richard Griffiths, Jude Law, Kevin Eldon, Gulliver McGrath, Shaun Aylward, Emil Lager, Angus Barnett, Edmund Kingsley
The Internet Movie database (IMDb)
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25 Kommentare
Für mich eine der grössten Enttäuschungen im letzten Jahr. Widerspiegelt die Oberflächlichkeit Hollywoods passend. Gerade von Scorsese hätte ich viel mehr erwartet. Man kann ja nicht sagen, dass der Mann alt würde - das war er schon immer |
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Hübscher Film, schön gemacht und mit dem besten 3-D seit Avatar. Wie jemand auf die Idee kommt, sowas für den Oscars fürs beste Drehbuch zu nominieren, ist mir hingegen schleierhaft. Ziemlich lahme Charaktere, hölzerne Dialoge (zumindest hölzern gesprochen) und das ganze Showdown ist irgendwie ein Witz: Spoiler zum Lesen Text markieren
Leider ist das ganze reiner Selbstzweck und hat mit dem eigentlichen Konflikt, der eigentlichen Handlung rein gar nichts zu tun – man könnte Sacha Baron Cohens Figur einfach aus dem Film streichen und es hätte auf den Hauptplot keinen Einfluss. Drehbuchtechnisch ausgedrückt: Der Film beinhaltet zwei konkurrenzierende Antagonisten, die beide einen Konflikt beherbergen, der mit dem jeweils anderen nichts zu tun hat – Melies will sein Geheimnis nicht preisgeben und der Inspektor will Hugo einbuchten. Zudem sind beides Scheinkonflikte, die vom Drehbuch künstlich geschaffen wurden (statt sich organisch aus der Story zu entwickeln): Im Falle von Melies wird konstatiert, dass er nunmal sehr frustriert und verbittert sei, nur um die grosse Auflösung um zwei Stunden Spielzeit hinauszuzögern, während die Figur des Inspektors allein deshalb existiert, um künstlich eine "äussere" Spannung, sprich Action, zu schaffen. Zur Stummfilm-Liebeserklärung: Klar, diese Szenen sind sehr schön gemacht sind und Scorsese spricht zweifellos aus tiefstem Herzen, aber das ganze einfach als ellenlange Rückblende zu lösen, ist schon ziemlich einfallslos. Zudem verfällt Scorsese schnell in eine "dozierende" Tonlage: Im Gegensatz zu The Artist, der den besonderen Charme des klassische Hollywoods zu zeigen versucht, erzählt uns Hugo lediglich, dass die frühen Stummfilme magisch und einzigartig und toll und sowieso seien. |
*schnauf* Komm auf die dunkle Seite, crs, und gib ihm zwei Sterne *schnauf* |
Solche Elemente sollten aber dann besser in eine Story eingebauen sein und das Werk nicht jedes Mal ausbremsen... und The Artist ist super |









Wunderschöne Stummfilm Hommage, die weitaus besser Funktioniert als die Gesamtlaufzeit von The Artist
Jedes Mal wenn ich mich wieder an die doofen Figuren wie die Hundebesitzerin und den Klopps zurückerinnere, tendiere ich wieder mehr zu zwei Sternen...
Mach du das...
Ich geh lieber nnoch ein drittes Mal Hugo gucken.
Ein ganz grosses "I like" für das Review von woc. "Kasperlitheater" trifft es genau
Ich konnte über die Mängel nicht hinwegsehen und auf mich wirkten die Charaktere so kalt, wie der Winter in Paris. Moretz und Cohen waren furchtbar.
Das war für mich die einzige Rechtfertigung für das Eintrittsgeld und dafür gibt es zusammen mit der technischen Umsetzung dann doch noch drei Sterne. Mehr nicht!
Da gucke ich lieber nochmals den völlig unterschätzten Majestic.
ups, der pate ist ja gar nicht von scorsese...
[Editiert von lafrecciablu am 2012-02-13 13:10:39]
Man liest ja viel im Vorfeld über einen Oscarfavorit und ob sich sooooooooooviele Nominationen rechtfertigen. Und da ich ohnehin kein grosser Fan von Gangsterfilmen bin und ich gestehen muss, dass ich keinen einzigen PATEN-Film gesehen habe, passt es mir absolut, das Altmeister Scorsese mal was anderes zeigen kann und will.
Optisch ein leckerbissen und sogar das 3D hat mich hier überzeugt. schade einfach, dass soviele nebenstories so sparsam eingesetzt sind, dass man sich fragt, wozu eigentlich. der flirt des bahnhofsvorsteher mit dem blumenmädchen. die dackeldame und der dickliche herr. es erzeugt bei mir das gefühl, als hätte man hier etwas herzberührendes einfliessen lassen wollen, dass aber letzten endes das gegenteil bewirkt, nämlich ein kaltes achselzucken. und nach der xten verfolgungsjagd durch den bahnhof roll ich auch schon mit den augen, schon wieder wilde kamerafahrten durch schächte, treppen, wendeltreppen, schlüpflöcher, leitern, etc... etc...
irgendwie kommt die story einfach nicht in fahrt. das einzige, was mich wirklich gepackt hat, war der roboter, von diesem geht eine schauerliche faszination aus und man möchte wirklich endlich wissen, was das ding kann. auch die ganze hommage an die entstehung des films und ein wiedersehen mit alten filmklassikern-szenen erzeugt ein gefühl der wehmut und steter bewunderung für dieses medium.
schauspielerisch fand ich kingsley etwas hölzern, butterfield könnte das zeug zum grossen schauspieler haben (warten wir mal ab...), auch das mädchen war ganz ok, cohen störte mich nur grad in seiner absoluten rolle des waisenjungen-verfolgers, der flirtversuch mit dem blumenmädchen bzw. seine versuche eines lächeln fand ich hingegen irgendwie zum schmunzeln.
als gesamtpaket funktioniert der film bei mir leider nicht. einzelne sequenzen ja, aber für einen oscarfilm reicht es meiner meinung nach nicht...
Allein schon Méliès' Erinnerung, wie er das Medium Film entdeckt und sich darin verliebt hat, war für mich das Eintrittsgeld wert...
Wunderbarer Film, der mit Herz und Charme punkten kann, sowie mit hervorragenden 3D-Effekten. Vor allem der Anfang mit der Fahrt durch den Bahnhof hat mir sehr gut gefallen und auch die Aktionen von "Borat" waren aufheiternd.
Ja, es dauert zwischendurch ein bisschen bei einigen Szenen, aber die Momente mit Ben Kingsley und der Geschichte des Kinos machen die Längen wieder wett.
Gefällt wirklich gut, ist aber IMO KEIN Kinderfilm. Dafür setzt man zu sehr auf Magie und Vorstellungskraft. Ob da die Jugend von heute Gefallen dran findet?
Nett auch die Gastauftritte von Meister Scorsese (Fotograf) und Christopher Lee (Buchhändler).
Naja, ich finde, man darf es einem Film nicht wirklich vorwerfen, wenn einige Dialoge 1:1 von der Vorlage übernommen werden. Da beschwert man ja bei Austen, Shakespeare und Konsorten auch nicht. Zudem ist der Film meiner Meinung nach eben wirklich nicht so nahe an der Buchvorlage, da wurde doch einiges geändert. Die Dynamik zwischen den Kids ist völlig anders, Hugos Faszination für Maschinen ist stark dezimiert, die für Zauberei fehlt sogar. Dafür sind die Medien fast völlig genderspezifisch aufgeteilt: Bub = Film, Mädel = Buch, was doch recht bedenklich und gerade in Anbetracht des Schlusses vom Buch fast schon idiotisch ist.
Was halt klar nicht funktioniert im Film, ist, wie im illustrierten Roman die Kombination von Text und Bild eine völlig neue Dimension des Lesens/Schauens ermöglicht. Wenn z. B. auf den ersten 50+ Seiten der Text völlig durch Illustrationen ersetzt wird, liest man gar nicht mehr wirklich ein Buch, sondern man schaut/liest einen Film. Das ist sehr ungewohnt und durchaus spannend. Das fehlende Abenteuer darf man der Story übrigens auch nicht vorwerfen, denn es handelt sich ja nicht um einen Abenteuerroman - nicht alle Kinder- und Jugendliteratur ist abenteuerlich! -, sondern um die Aufdeckung von Familiengeheimnissen und die Geschichte des Films. Natürlich macht der Film entsprechend mit filmischen Mitteln ganz spannende Sachen (z. B. Flackern eines Filmprojektors bei Erinnerungsszenen, Traumsequenzen etc.).
Der Film setzt den Filmgeschichte-Teil der Story natürlich eindrücklich um. Ich denke, auch wer den Namen Méliès noch nie gehört hat, weiss am Schluss ganz genau, wer das war und hat vielleicht auch mal Lust, sich die noch erhaltenen Filme anzusehen. Mich stört aber etwas, dass das Zelebrieren des frühen Films zum Teil etwas überbordet. War es jetzt wirklich nötig, den Hugo noch von dem Zeiger der Bahnhofsuhr hängen zu lassen, einfach damit man ein weiteres Filmzitat bringen und gleich noch aufs Plakat knallen kann? Vor lauter Freude am Medium Film gehen die Figuren etwas vergessen, und gerade bei der Länge dümpelt der Film manchmal etwas vor sich hin.
Ganz daneben fand ich übrigens die vielen Szenen um die Erwachsenen. Diese machen den Film einfach zu lang, und Sacha Baron Cohen ist einfach kein guter Schauspieler, das ist einfach nur überflüssiges Gebrabbel. Erwachsene können auch Kinderfilme schauen, ohne Figuren in ihrem Alter aufgedrückt bekommen zu müssen. Die Kinder machen ihre Sache aber gut, und auch Ben Kingsley überzeugt.
So, langer Eintrag, kurzer Sinn: Hugo macht spannende Sachen insbesondere bei der Umsetzung des filmhistorischen Teils, ist optisch eindrücklich und natürlich handwerklich sehr toll gemacht. Er schwächelt aber etwas bei der Kinderstoryline: Hier wird zu viel reduziert, zu sehr auf die Herzigkeit der Kids gesetzt. Wie die Kritik sagt, es fehlt etwas das Herz. Der Nominationswahn ist nicht wirklich gerechtfertigt, lässt sich aber durch die Faktoren Scorsese und "Juhu, wir zelebrieren unser Medium!" recht gut erklären.
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Ich bin jedenfalls beigeistert von Hugo. Teilweise waren ein paar Hänger in der Story und der Film hatte deutlich seine längen aber die 3D und das setting sowie die herzerwärmende Story machen den Film zu einem sehr sehenswerten Erlebnis. Ich bin jedenfalls froh mit den 11 Oscar Nominationen.
War Pro-Midnight in Paris.
Wenn ich kurz auf dieses Zitat eingehen darf: Kenne den Zusammenhang nicht, in welchem Ebert den Satz geäussert hat. War's "Pro" oder "Contra" Midnight in Paris? Find's deswegen interessant, weil mir der Allen-Streifen wie ein Paradebeispiel scheint für einen Film, der zugeschnitten ist auf die breite Masse mit einem gewissen Bildungsstandard.
Oder, um ein anderes Zitat von Konrad Adenauer abzuwandeln, der mal den "Spiegel" mit einer "BILD-Zeitung für Dr. Lieschen Müller" verglich: Midnight in Paris ist eine RomCom für Dr. Lieschen Müller... (schade, dass mir der Vergleich nicht schon in meiner Review eingefallen ist...
).
However, Hugo scheint mir, der Review nach zu urteilen, auf eine ähnliche Zielgruppe abzuzielen...
Du meinst, Glück für mich, dass ich alle Filme von Méliès gesehen habe?
Ich bin mir sicher, dass Ebert seinen Satz auch auf weitere Filme adaptieren kann. Ist doch gemütlich so.
Über die Oscars kann man sich natürlich immer streiten. Fraglich sind für mich die Nominationen Writing (Adapted Screenplay), Sound Mixing, Sound Editing, Best Picture und Directing. Macht nach Studers Rechnungsbüchlein nur noch verdiente sechs Oscars (Costume Design lassen wir mal gelten, obwohl The Artist da doch mehr Liebe zum Detail hat).
Nachwirkung auf mich hat der Film eigentlich gar nicht. In ein oder zwei Jahren erscheint sowieso die nächste 3D-Granate, dann redet vielleicht niemand mehr von Hugo. Aus ganz persönlicher Sicht (und deshalb von Anfang an die 2 Sterne) und im Bezug auf den Preisnominationenrummel hat er mich schlichtweg enttäuscht, that's it.
Aber ich hoffe, dass du zu den Zuschauern gehörst, denen er gefallen wird.
Dazu sage ich ganz lapidar: Selber schuld.
1. Den Satz hat er zu Midnight in Paris gesagt.
2. Aber Hugo ist ja vor allem in den technischen Kategorien nominiert und diese sind ja, laut deiner Kritik, gut bis sehr gut. Also hat der Film mindestens acht der Nominationen doch verdient.
Und der Film muss ja extrem negativ nachwirken, wenn du mit deiner Wertung schon auf 2 runter bist...
Das Problem liegt nicht primär bei Scorsese. Aber gerade er als Filmnostalgiker sollte seinen Liebesbrief nicht nur schön schreiben, sondern auch mit den richtigen Zeilen versehen. Aus einer eher unspektakulären Buchvorlage wurde eben derselbe unspektakuläre Film.
Man muss kein Filmkenner sein, um den Film verstehen zu können, klar. Aber den Bezug zu Méliès nimmt der Film ja selber und fokussiert sich sogar in der Auflösung darauf. Für Leute (egal welchen Alters), die den Namen des Filmpioniers noch nie gehört haben, könnte das doch eher unbefriedigend ausfallen - that's my point.
Das Zitat von Ebert ist doch nur eine lapidare Entschuldigung seinerseits für einen Film, der viele seiner Oscarnominationen gar nicht verdient hat.
Hilft natürlich, wenn man sich in Filmgeschichte etwas auskennt. Scorsese ist ein derartiger Filmliebhaber, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass ein "seelenloses Kasperlitheater" dabei herauskommt, wenn er seiner Leidenschaft einen filmischen Liebesbrief widmet.
Und wem die Eigenheiten Hemingways nichts sagen, der wird den Bezug zu Midnight in Paris verlieren - what's your point?
Ich mag Roger Ebert zwar nichts besonders, aber er hat letztes Jahr diesen schönen Satz geschrieben: