Hobo with a Shotgun (2011)

Hobo with a Shotgun (2011)

Oder: You're sick, you know that!?

Hobo with a Shotgun

Bist du Ghostrider?

Ein Hobo (Rutger Hauer) ist ein Vagabund, der gemütlich durch die Länder zieht und sich dank Almosen mehr schlecht als recht durchs Leben schlägt. Als er in der Stadt Hope Town ankommt, merkt er jedoch schnell, dass hier höchstens noch der Dorfname mit Hoffnung zu tun hat, denn es herrscht das Chaos oder besser gesagt: The Drake (Brian Downey) und seine sadistischen Söhne Ivan (Nick Bateman) und Slick (Gregory Smith). Entsetzt beobachtet Hobo, wie eine Menschenmenge untätig zusieht, wie Drake einen Mann äusserst spektakulär exekutiert, und er beschliesst, vorläufig hier zu bleiben.

Hobo with a Shotgun

Mann, ist das ein Scheisstag!

Um einen Rasenmäher zu kaufen, mit dem er seine Dienste anbieten will, setzt sich Hobo an eine Strassenecke und bettelt. Doch bevor er das Gerät kaufen kann, rettet er die Prostituierte Abby (Molly Dunsworth) vor Slicks brutalen Attacken und wird von diesem dafür übel verprügelt und aufgeschlitzt. Mit Mühe kann sich schliesslich absetzen und stolpert blutend durch die verfallene Stadt. Mit letzter Kraft schafft er es noch zum lokalen Strich, wo er von Abby gefunden und zu ihrer Wohnung gebracht wird. Wieder aufgepäppelt beschliesst Hobo, dass diese Stadt Recht und Ordnung benötigt, und darum kauft er sich mit dem Geld, das ursprünglich für den Rasenmäher gedacht war, eine Schrotflinte und richtet im Dorf ein Blutbad an...


Kinofilm-Rating

Mit dem Grindhouse Doppelpack belebten Robert Rodriguez und Quentin Tarantino ein lange in der Versenkung verschwundenes Genre wieder. Besonders mit Planet Terror fand Rodriguez die perfekte Mischung aus Splatter, schwarzem Humor und kurzweiliger Handlung. Zwischen den beiden Filmen wurden noch einige Fake-Trailer gezeigt, welche eigentlich nur als Gag gedacht waren, doch inzwischen wurden mit Machete und eben Hobo with a Shotgun bereits zwei abendfüllende Filme aus diesen Trailern gemacht.

Im Gegensatz zu Machete wurden jedoch bei Hobo für den Kinofilm die Figuren nochmals neu besetzt, was auch eine gute Sache war, denn nun ist der inzwischen beinahe 70-jährige Rutger Hauer als Hobo am Start, und damit haben sie für den verlebten Hobo die perfekte Wahl getroffen. Mit seiner zynischen Art wird er sehr schnell sympathisch, hat von Anfang an die Lacher auf seiner Seite, und dadurch kommt man auch sehr schnell in den Film. Auch sonst hat man sich mit dem Casting sehr bemüht und so trifft man auf den wohl primär aus Lexx bekannten Brian Downey als charismatischen Drake, auf die zuckersüsse Molly Dunsworth als die Prostituierte Abby und viele andere, welche ihre gnadenlos überzeichneten Figuren mit Leidenschaft spielen. Weniger überzeugend sind hingegen die Brüder Slick und Ivan, welche von Anfang an die Kinderfilmbösewichte mit viel Overacting geben und man deshalb keine Sekunde Mitleid mit ihnen hat, wenn sie von Hobo durch den Wolf gedreht werden.

Wie schon Planet Terror gehört Hobo with a Shotgun zu den Filmen, welche auf jeden Realismus pfeifen, das Blut gleich in Tanklastern ankarren und über den Verlauf des Filmes den Inhalt von Körpern mit Hilfe von Messern, Schlittschuhen, Rasenmähern, Schrotflinten und vielen anderen Utensilien offenlegen. Feingefühl ist hier ein Fremdwort, und so sieht man auch einige Szenen, welche selbst im Horrorgenre äusserst selten zu finden sind und auch vor Kindern nicht halt machen. Diese ungebändigte Brutalität gibt dem Ganzen auch einen düsteren Unterton, der den Film doch auf ein anderes Intensitätslevel hebt, als andere pure Funsplatter-Streifen. Dies, kombiniert mit viel bitterbösem Humor, makaberen Momenten und vielen abgefahrenen und bizarren Szenen, welche das Splatterfanherz erfreuen, machen Hobo with a Shotgun zu einem grossartigen Gesamtpaket, das sich mit Braindead, From Dusk Till Dawn und Piranha 3D vergleichen lässt, aber mit einem eigenen bösartigen Twist dem geeichten Zuschauer beste Unterhaltung garantiert.

Fazit: Bei Hobo with a Shotgun ist der Name Programm: Ein zynischer und verbitterter Vagabund findet sein Lebensziel darin, eine Stadt von Verbrechern zu säubern und verfolgt dieses Ziel ohne Rücksicht auf Kollateralschaden. Daraus resultiert nicht nur ein sehr blutiger Film, sondern auch eine sehr packende Geschichte, bei der sogar noch Raum bleibt, um eine beinahe scheue Romanze zwischen Hobo und Abby einzustreuen. Das macht Hobo zu einem sehr kurzweiligen Gesamtpaket, das zwar nichts für zartbesaitete ist, doch für alle anderen rund 90 Minuten beste, aber auch extrem brutale Unterhaltung mit sogar dem einen oder anderen Tabubruch bietet.

4.1 Sterne
4.1 Sterne (13 Bewertungen) | 2 Kommentare

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03.07.2011 / db