The Hangover 2 (2011)

The Hangover 2 (2011)

Oder: "I wish monkeys could skype..."

The Hangover 2

S'164i liefert Bad News.

Ein wunderpächtiges Ferienreservat in Thailand. Der Hochzeitsgesellschaft des properen Zahnarzts Stu (Ed Helms) und seiner sexy Lauren (Jamie Chung) bleibt nur noch wenig Zeit bis zum Höhepunkt des schönsten Tags in ihrem Leben: der Trauung. Da klingelt das Telefon und Kollege Phil (Bradley Cooper) muss wie schon vor zwei Jahren beichten, dass es wohl etwas knapp werden könnte mit dem Erscheinen des Bräutigams. Stu, Alan (Zach Galifianakis) und er kurieren nämlich in Bangkok die Nachwehen einer wilden Nacht aus. Und sie haben keine Ahnung, wo der Bruder der Braut steckt, der ihnen während des Feierns abhanden gekommen ist.

The Hangover 2

Alan oben ohne.

Dabei hat sich gerade Stu gewissenhaft auf alle Eventualitäten vorbereitet. Bei seiner zweiten Hochzeit findet der Jungesellenabend in Form eines alkoholfreien Brunches statt. Schön mit Serviettchen auf dem O-Saft, damit auch niemand etwas Betäubendes reinschütten kann. Der geistig minderbemittelte Alan darf zwar mit nach Thailand an die Hochzeit, sollte sich aber diesmal auch als Teil des Wolfsrudels benehmen können. Und doch wachen die drei Kumpels nun wieder mit Filmriss in einem Hotelzimmer auf. Ihre einzigen Anhaltspunkte für das Geschehen der letzten Stunden sind ein Äffchen mit einer Jeans-Jacke und der Chinese Mr. Chow (Ken Jeong), der ihnen nun auch in Bangkok wieder über den Weg gelaufen sein muss.


Kinofilm-Rating

The Hangover war die Kinoüberraschung 2009 und neben Avatar wohl der Film, den sich jeder unter 35 anschauen musste, um mitreden zu können. Ohne Stars, nur dank Mundpropaganda kam der Filmrissfilm quasi aus dem Nichts zu knapp 350'000 sich den Bauch vor Lachen haltenden Zuschauern in der Schweiz. Sogar der spätere Schwingerkönig Kilian Wenger konnte sich dem nicht verschliessen und nannte "The Hangover" im SF seinen Lieblingsfilm. Und da es sich beim übermässigen Alkoholkonsum und seinen Folgen um ein weltweites Phänomen handelt, war der Erfolg des Films global und die Fortsetzung schnell geritzt.

Die ist nun da, nennt sich schlicht The Hangover 2 und fühlt sich an wie die in einem überhitzten thailändischen Ausbeuterbetrieb angefertigte Kopie von Teil 1. Der Bauplan ist tupfgleich. Das Drehbuchsgerüst fängt mit dem wehleidigen Anruf inmitten der Hochzeitsvorbereitungen an und hört mit der mit Flo-Rida-Musik unterlegten Dia-Schau im Abspann auf. Nur die Frauen sind weniger zickig, und es gibt neuerdings mehr Pimmellutscher-Witze, als sie ein immer noch lustiger Film ertragen würde. Zu benehmen weiss sich die besoffene Truppe in Bangkok und eben nicht "Bangcunt", nämlich genauso wenig wie in Vegas.

Bradley Cooper, Zack Galifianakis und Ed Helms haben Figuren erschaffen mit Wiedererkennungswert. Und auch wenn es immer noch sehr unwahrscheinlich scheint, dass Coopers cooler Phil und Helms bünzliger Stu wirklich beste Freunde sind, wäre es töricht, wenn sie in der Fortsetzung nun anders agieren würden als in Teil 1. Das Drehbuch nimmt sich sogar die Mühe, Doug alias Justin Bartha früh aus der Gleichung zu nehmen, damit das Wolfsrudel in der Originalbesetzung wüten kann.

So kann auch der heimliche Publikumsliebling, der "Bartli" Galifianakis, seine Paraderolle im Autopilotenmodus absolvieren. Der Mann macht von Due Date bis Bored to Death ja eigentlich nicht mehr viel anderes und könnte seine Hollywood-Karriere wohl beenden, wenn er Gewicht und Gesichtsbehaarung verlieren würde. Denn ein Hangover ohne Alan? Das geht gar nicht! Das wissen die Macher und vertrauen deshalb drauf, dass sich niemand fragt, warum die anderen drei den strunzdummen Aussenseiter überhaupt noch einmal mitnehmen. Stringent erklärt wird das nämlich nicht, obwohl die Story ohne Alan weder einen Filmriss, einen weiteren crazy Auftritt von Mr. Chang noch herzzerreissende Abschiedsszenen mit einem rauchenden Äffchen beinhalten würde. Aber da sind wir schon mitten in den Fragen, die sich die Stirb Langsam-Reihe auch stellen muss: Warum nur gerät derselbe Mensch gleich mehrmals in dasselbe Schlamassel?

Wenn die Verwendung eines Billy-Joel-Songs das Aufregendste an einem Film ist, lief was schief. The Hangover 2 serviert nochmals dasselbe, getunkt in ein rassiges Thai-Curry. Es geht derber, aber nicht unbedingt lustiger zu und her in Südostasien. All die Überraschungen, die der erste Teil noch parat hatte, fehlen. Einige Figuren durchlaufen vom ersten bis zum dritten Akt sogar nochmals dieselben Wandlungen wie im Original. Bei soviel Copy/Paste hilft auch ein lauwarmer Gastauftritt von Paul Giamatti wenig. Wir wissen nun einfach, wo der Affe steckte, der in Pirates of the Caribbean 4 schmerzlich vermisst wurde. Er hat sich einen Job als Drogenkurier in Bangkok gekrallt.

3.7 Sterne
3.7 Sterne (112 Bewertungen) | 14 Kommentare

3.53.5
27.05.2011 / rm