Footloose (2011)

Footloose (2011)

Oder: Rebellion im Hinterland

Footloose

*Yeeeee-haaaa!!!!*

Nach dem Tod der Mutter zieht der Teenager Ren McCormack (Kenny Wormald) von der Grossstadt ins Hinterland zu seinem Onkel. Schnell wird klar, dass es dort mit der gewohnten Freiheit vorbei ist. Klare Regeln bestimmen den Alltag, vor allem was die Abendgestaltung des jungen Mannes betrifft. Es gibt Ausgehzeiten, laute Musik und öffentlicher Tanz sind untersagt. Ren akzeptiert dies zunächst ohne Murren, findet in der Schule recht bald Anschluss und merkt schnell, dass irgendwas in dem Städtchen äusserst merkwürdig ist. Grund dafür ist ein tragischer Unfall, bei dem Jahre zuvor einige Mitschüler ums Leben kamen. Seitdem gilt das Gesetz: Musik und Tanzen sind verboten.

Footloose

He, verfolgst du mich etwa?

Drei Jahre lang fügt man sich bereits dem Gesetz, nur schwer vorstellbar für den tanzliebenden Ren. Als er mitbekommt, dass sich seine Mitschüler heimlich den Verboten widersetzen, fasst er den Entschluss, das Gesetz zu kippen. Für seine Rebellion gegen den unerbittlichen Reverend Shaw Moore (Dennis Quaid) kommt ihm dessen Tochter Ariel (Julianne Hough) genau recht. Schnell findet er Anhänger und plant eine grosse Party mitten in der Stadt.


Kinofilm-Rating

Mit dem Tanz- und Musikfilm Hustle & Flow wurde Craig Brewster als Regisseur bekannt. Er bleibt dem Genre treu und bringt mit seinem zweiten Film ein Remake des 80er-Jahre Tanzklassikers Footloose auf die Leinwand. Ob dieses Remake wirklich nötig war, bleibt dahingestellt. Fakt ist, dass in Hollywood wohl jeder erfolgreiche Film noch einmal neu herausgebracht werden muss. Footloose aus dem Jahre 1984 machte sich einst vor allem durch seinen Soundtrack einen Namen. Da gab es zudem den jungen Kevin Bacon als Ren McCormack, der durch diese Rolle vom weitgehend unbekannten Darsteller zum Star wurde. Das Remake hält sich weitestgehend an die Originalvorlage, versucht aber, durch das Einflechten einiger moderner Aspekte aufgepeppt und zeitgemässer zu wirken.

Für heutige Verhältnisse kann man sich schwer in die Handlung des Original-Films hineinversetzen. Dass das Tanzen und Hören von Musik verboten sind und sich junge Leute an Ausgehzeiten zu halten haben, ist kaum nachzuvollziehen. Vielleicht gerade um diesem Problem entgegenzuwirken, hat man das Drehbuch dem 21. Jahrhundert angepasst. Die Jugendlichen tanzen zu Rap und Hip-Hop, Ren wird ein iPod in die Hand gedrückt, und seine Frustrationen kann er beim Streetdance austoben. So wird der Bogen zur heutigen Zeit gespannt. Zumindest musikalisch, denn die Tanzszenen kommen eindeutig zu kurz. Zudem plätschert die Handlung ohne grossen Spannungsbogen dahin, die Figuren sind schwach gezeichnet und können dem Ganzen kaum Leben einhauchen.

Vielen Erzählsträngen hapert zudem es einfach an der nachvollziehbaren Logik, was sicherlich mit den altmodischen Ansichtsweisen zu tun hat. Das Publikum der 80er wird sich sicherlich auch nicht komplett mit der Handlung identifiziert haben, da war der Film aber allein aufgrund der Musik schon etwas Neues und Interessantes. Ein Remake, welches nicht krampfhaft versucht, Alt und Neu zu vermischen, nicht für jede Altersgruppe zeitgemäss sein möchte und sich auch einige Freiheiten zugetraut hätte, wäre besser gewesen. Die Rebellion verpufft hier mehr, als dass sie da ist und macht diese Version des Klassikers eher zur lauen Unterhaltung.

3.7 Sterne
3.7 Sterne (38 Bewertungen) | 3 Kommentare

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11.10.2011 / jst