Drive Angry 3D (2011)

Drive Angry 3D (2011)

Oder: Er war nicht mehr der Jüngste und brauchte das Geld.

Drive Angry 3D

"Mach schon, ich verpass sonst meine Serie!"

Milton (Nicolas Cage) hat es eilig: Es sind nur noch zwei Tage bis zum Vollmond, und bis dann muss er eine Sekte ausfindig gemacht haben. Denn diese hat unter der Führung des brutalen Jonah King (Billy Burke) die Tochter von Milton getötet und ihr Baby entführt. Am Vollmond möchte man das Kleinkind dann in einer Zeremonie opfern. Das kann Milton natürlich nicht zulassen, jedoch fehlt ihm seit seiner letzten Schiesserei ein fahrbarer Untersatz. Wie gut, dass er die Kellnerin Piper (Amber Heard) kennenlernt, die gerade "etwas" Ärger mit ihrem Freund hat und sich deshalb dessen Auto schnappt.

Drive Angry 3D

Du hast da was Rotes.

Was die hübsche Piper jedoch nicht weiss über ihren neuen Partner: Milton ist schon seit mehreren Jahren tot. Der Grund, warum er trotzdem wieder unter den Lebenden wandelt, ist, weil er aus der Hölle geflohen ist, um diese eine Sache zu erledigen. Da dies die Verantwortlichen in der Hölle aber nicht so lustig finden, schickt man ihm "The Accountant" (William Fichtner) auf den Hals. Wird Milton es schaffen, seine Enkelin zu retten, bevor er wieder zur Hölle fahren muss?


Kinofilm-Rating

Die goldigen Zeiten des Nicolas Cage sind vorbei. Heute muss er vor allem schauen, dass er seine finanziellen Schulden abbauen kann. Da er mit einigen Rechnungen in Verzug ist, muss er anspruchsvollere Projekte ausschlagen, um bei Filmen mitzuspielen, die viel Geld versprechen. Das und der Glaube der Produzenten, dass Cage immer noch ein Zugpferd am Box Office ist, lassen Filme wie Drive Angry 3D auch über unsere Kinoleinwände flimmern. Somit bezahlt ausgerechnet der treue Kinobesucher Cages Schulden und kriegt für sein Geld in diesem Fall doch arg wenig zurück

Denn das Werk von Patrick Lussier entpuppt sich als stumpfsinniger Actionfilm. Nicht, dass etwas anderes erwartet worden wäre, aber einen durchgehenden Unterhaltungswert sollte das Ganze dann schon haben, was bei dieser Gurke nicht der Fall ist. Dabei wäre so viel Potential für einen coolen Film vorhanden gewesen: ein Hauptdarsteller, der ausser Onelinern nicht viel anderes von sich gibt, ein Eye-Candy im Stile einer Megan Fox und ein Bösewicht, der mit übersinnlichen Mitteln versucht, unseren Helden aufzuhalten. Leider findet Lussier nie den richtigen Mix aus diesen Zutaten. Das Duell Cage vs. Fichtner findet viel zu wenig statt, obwohl dies eine gute Quelle gewesen wäre für herrlich überdrehte Action und viel schwarzen Humor. Aber die Geschichte konzentriert sich zu sehr auf die viel zu ernst genommene Verfolgung der Sekte.

Der Unterhaltungswert wird auch zerstört, weil der Zuschauer oft für dumm verkauft wird. Neben dämlichen Dialogen reihen sich Logikfehler an Logikfehler, dass es nicht mehr schön ist. Und warum jede zweite Frau in diesem Film nackt sein muss, ist ein Rätsel, welches nicht in den 104 Minuten gelöst werden kann. Auch dass ein Geheimnis um die wahre Identität des "Accountant" gemacht wird, ist völlig schwachsinnig, denn es ist von Anfang klar, wer er ist und woher er kommt.

Immerhin kommen die Freunde von brutaler Gewalt auf ihre Kosten. Es werden Hände abgeschossen, Beine zerfetzt und ein paar Kehlen durchschlitzt - in (gelungenem) 3D und in Zeitlupe versteht sich. Auch sind die Autocrashs und Verfolgungsjagden nicht von schlechten Eltern und sorgen kurz für den einen oder anderen Adrenalinstoss.

Über schauspielerische Glanzlichter muss hier nicht geredet werden. Für Cage ist es eher eine Auftragsarbeit als ein Wunschprojekt, Amber Heard ist zwar schön zum Ansehen, aber der Film würde auch ohne ihre Figur funktionieren, und Billy Burke ist zu keinem Zeitpunkt furchteinflössend als Sektenboss. Nur William Fichtner gefällt als die rechte Hand des Teufels, und wenn er auftaucht, gibt es coole Action und sogar auch was zu grinsen.

Fazit: Drive Angry 3D ist laut, brutal und sehr dumm. Wieder einmal dachte man sich, dass, wenn man Action und coole Autos hat, der Rest von alleine geht. Leider geht dem Film das humoristische Element grösstenteils ab, und auch die Story kommt trotz Vollgas bei den Verfolgungsjagden nie richtig auf Touren. Wollen wir hoffen, dass Herr Cage seine Schulden bald beglichen hat.

3.0 Sterne
3.0 Sterne (41 Bewertungen) | 4 Kommentare

22
23.02.2011 / crs