Death of a Superhero (2011)

Death of a Superhero (2011)

Oder: 20/80

Emotion-Capture

Emotion-Capture

Der fünfzehnjährige Donald (Thomas Brodie-Sangster) ist krebskrank. Der introvertierte Teenager verarbeitet seine Angst vor dem Tod mit Comiczeichnungen, in denen er der Held ist und der Tod ihm in Form einer Figur namens "The Glove" immer auf den Fersen ist. Immer wieder überlegt sich Donald Suizid zu begehen. Seine Eltern sind mit der Situation hoffnungslos überfordert, und die verschiedensten Psychologen, die der Junge schon besucht hat, konnten seine emotionale Mauer nie durchbrechen.

Stress und Melanie?

Stress und Melanie?

Der Thanatologe Dr. Adrian King (Andy Serkis) ist die letzte Hoffnung. Und tatsächlich entsteht so etwas wie eine Freundschaft zwischen den beiden. Doch nicht nur Dr. King gelingt es, Zugang zu Donald zu finden. Auf der Schule lernt er die rebellische Shelly (Aisling Loftus) kennen und darf seine erste Liebe erleben. Doch während Donalds Seele Genesung findet, wird sein Körper immer schwächer.


Film-Rating

Filme, die sich mit Krankheiten befassen, können oft ins grausam Kitschige oder gar unfreiwillig Komische abdriften. Nur selten berühren diese Geschichten wirklich, denn nur selten wirken sie echt. Ian Fitzgibbons Drama liegt irgendwo in der Mitte. Die zwischenmenschlichen Beziehungen und das Zusammenspiel der Schauspieler funktioniert blendend, während die Comic-Elemente der Geschichte eine Bauchlandung machen.

Wie oft haben wir ihn schon gesehen, den introvertierten Jungen, der ganz talentiert ganz böse Comics in sein ganz kreativ gestaltetes Notizbüchlein kritzelt? Richtig: zu oft! Das Indie-Klischee wird hier sogar noch einen Schritt weiter getrieben: Die Comics erscheinen zwischendurch als animierte Szenen im Film und bremsen immer wieder die ansonsten feinfühlige Coming-of-Age Geschichte; die Ausschnitte geben uns einen plakativen Einblick in die Seele des Teenagers, der dank der guten schauspielerischen Leistung von Thomas Brodie-Sangster umso unnötiger ist. Toll gezeichnet nützt dann auch nichts.

Die Nebendarsteller sind alle toll. Andy Serkis strahlt mit seiner Wolljacke nicht nur garderobentechnisch, sondern auch menschlich Wärme aus, und es ist verständlich, dass sich die Hauptfigur in Shelly verliebt. Die Newcomerin Aisling Loftus spielt nämlich so natürlich und frisch, als sei da gar keine Kunst dabei. Es ist dann auch ihre schüchterne Romanze, die am meisten berührt in Death of a Superhero. Dies liegt auch an der Musikauswahl: Die verwendeten Songs tragen viel zur traurig-romantischen Grundstimmung der Liebesgeschichte bei.

Was ein tolles, feinfühliges Drama um die erste Liebe und den Tod hätte werden zu können, wird leider mit der Schnapsidee, die versteckte kämpferische Seele des Krebskranken anhand eines fiktiven Superhelden aufzuzeigen und den Krebs als manischen Comic-Bösewicht darzustellen, ein wenig nach unten gezogen. Das ist einfach eine zu platte und simple Methode, um das komplexe Innenleben der Figur zu zeigen und hätte deshalb lieber ganz weggelassen werden sollen. Alles drum herum ist jedoch toll gespieltes, bewegendes Kino.


OutNow.CH:

Bewertung: 4.04

 

12.06.2012 / ma

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Bewertung: 4.2 (7 Bewertungen)

 

 

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