Conan the Barbarian (2011)

Conan the Barbarian (2011)

Oder: *tätsch, bumm, blutspritz!*

Conan the Barbarian

Und schon wieder gewinnt Conan den Staring Contest!

Der Cymmerer Conan wurde auf dem Schlachtfeld geboren und wächst unter der Anleitung seines Vaters, des Barbarenanführers Corin (Ron Perlman), zu einem mutigen und kampfeslustigen Jungen heran. Eines Tages wird das Dorf von einer grausamen Armee überfallen, deren Anführer Zym (Stephen Lang) auf der Suche nach einem mystischen Gegenstand ist: dem Splitter einer Knochenkrone, mit deren Hilfe man unbändige nekromantische Macht beherrschen kann. Als Zym den Splitter gefunden hat, lässt er das Dorf niederbrennen und alle Bewohner ermorden. Conan wird zwar verschont, kann aber nicht verhindern, dass sein Vater grausam umkommt.

Conan the Barbarian

Ich war in "Avatar", holt mich hier raus!

Nach Jahren voller abenteuerlicher Reisen und Kämpfe bietet sich Conan (Jason Momoa) plötzlich die Möglichkeit, blutige Rache an seinen Peinigern zu nehmen. Er erfährt, dass Khalar Zym und seine Tochter, die finstere Hexe Marique (Rose McGowan), auf dem Weg zu einem abgelegenen Kloster sind. Dort lebt versteckt die junge Tamara (Rachel Nichols), die letzte Überlebende aus dem alten Königsgeschlecht, mit deren Blut Zym die Kraft der Krone entfesseln könnte. Conan kommt ihm jedoch zuvor und versucht nun, Tamara in Sicherheit zu bringen.


Kinofilm-Rating

Regisseur Marcus Nispel macht seinem Ruf als blutigem Remake-King erneut alle Ehre, indem er für einmal keine Neuauflage eines Horrorklassikers bietet, sondern sich stattdessen eines Fantasyklassikers annimmt. Mit Conan hat er sich den wohl berühmtesten Helden aus dem Genre der Sword and Sorcery ausgesucht und hat so auch einige Erwartungen zu erfüllen: Immerhin hat die Figur aus der Feder von Robert E. Howard bereits eine über 80-jährige Karriere auf dem Buckel und wurde in den beiden bisherigen Filmen von niemand geringerem als von Arnie himself gespielt.

Schwarzeneggers riesige Fussstapfen weiss Jason Momoa durchaus zu füllen. Die nötige Portion Muskelmasse, den finsteren Blick und die Grummelstimme bringt der Hawaiianer zweifellos mit. Auch sonst hinterlässt der langhaarige Hüne, der bisher fast nur in der kleinen Flimmerkiste zu sehen war (unter anderem in Baywatch Hawaii, Stargate: Atlantis oder erst kürzlich in Game of Thrones), einen positiven Eindruck. Sein Conan überzeugt sowohl in den spektakulären Kampfszenen, als auch in den (wenigen) kampflosen Szenen dazwischen, in denen er recht sympathisch rüberkommt und auch mal für etwas Humor oder Romantik sorgen darf.

Nicht dass es zu sehr um Charakterentwicklung ginge, denn die zahlreichen Kampfszenen sind natürlich stets die wahren Stars des Filmes. So spektakulär und vielseitig diese auch umgesetzt sind, ist schnell einmal klar, dass die Story reine Nebensache bleibt. Zu Beginn wird zwar noch versucht, Conans Fantasywelt grob vorzustellen; erklärende Erzählerkommentare müssen jedoch schnell einmal blutiger Action weichen, von der gezeigten Welt erfährt man herzlich wenig. Immerhin, die Szenen in Conans Kindheit können ihn schnell als Sympathieträger aufbauen, was zu einem grossen Teil an der Präsenz von Kult-Darsteller Ron Perlman liegt, der als Conans Vater den emotionalen Grundstein des Filmes legen kann. Sobald Conan jedoch erwachsen ist, beschleicht einen zunehmend das Gefühl, dass sich der Film eigentlich bloss von einem Kampf bis zur nächsten Keilerei hangelt.

Conan the Barbarian ist unterhaltsames Fantasy-Spektakel mit ordentlichen CGI-Kulissen, einem sympathischen Hauptdarsteller, ein wenig Romantik und einigen Spritzern Humor; geboten werden jedoch vor allem abwechslungsreiche Kämpfe und viel, viel Blut. Gerade in 3D kommt das Auge allerdings nicht immer ganz mit bei den vielen fliegenden Schwertern, Fäusten, abgetrennten Körperteilen und herumsausenden Tentakeln. Abzug gibt's für die teils etwas gar lasche Story sowie für Rose McGowan als Goth-Hexe Marique, die eine unnötige Überdosis Kitsch in den Bösewichtergrusel bringt. Weniger wäre hier mehr gewesen. Trotzdem: Solange man keine knifflige Story oder komplexe Weltkonzeption erwartet, weiss Nispels Schlacht- und Prügelplatte durchaus zu gefallen.

2.6 Sterne
2.6 Sterne (35 Bewertungen) | 6 Kommentare

3.53.5
07.09.2011 / pps