The Caller (2011)
The Caller (2011)
Oder: Telefonterror der dritten Art...
Das Leben meint es nicht gut mit Mary Kee (Rachelle Lefevre). Nach einer längeren Beziehung mit ihrem launischen und brutalen Ehemann Steven (Ed Quinn), hat sie endlich den Mut aufgebracht und die Scheidung eingereicht. Steven will sie jedoch nicht gehen lassen, denn wenn er Mary nicht haben kann, soll sie niemand sonst haben, und so verfolgt er sie trotz gerichtlich verordneter Bannmeile. Mary will jedoch nur noch weg, und um mit dieser traumatischen Vergangenheit abzuschliessen, hat sie nun ein neues Haus bezogen und will da ein neues Leben beginnen.
Sie hat sich aber noch nicht einmal wirklich eingelebt, als eines Abends das alte Telefon klingelt, das beim Einzug bereits im Wohnzimmer gestanden hat. Nach kurzem Zögern hebt Mary ab. Am anderen Ende meldet sich Rose (Lorna Raver), welche nach Bobby fragt. Rose ist eine alte Dame, die Mary immer wieder in ein Gespräch verwickeln will, doch schon bald beginnt diese, an der geistigen Verfassung der nächtlichen Anruferin zu zweifeln - besonders als Rose behauptet, aus der Vergangenheit anzurufen. Währenddessen lernt Mary auf der lokalen Hochschule den sympathischen John Guidi (Stephen Moyer) kennen, der ein so krasser Gegensatz zu Steven ist, dass es Balsam ist für ihre geplagte Seele ist. Dieser unterstützt sie nun, um Steven und die immer aufdringlicher werdende Rose abzuwimmeln. Doch dadurch werden die einst freundlichen Anrufe zu regelrechtem Terror, welche Mary zuerst unter Druck setzen und dann in tödliche Gefahr bringen...
Kinofilm-Rating
Das Telefon verbindet uns mit der Aussenwelt, mit Freunden, der Liebsten, und meistens freut man sich, wenn es klingelt. Aus diesem Grund wird dieser direkte Kanal auch von Horrorfilmen aufgegriffen und sei es - um mal zwei zu nennen - One Missed Call oder Scream, alle nutzen es, um das Opfer in Angst und Schrecken zu versetzen. The Caller bedient sich ebenfalls beim Telefon, doch hier geht es um weit mehr als blossen Telefonterror.
Stille Wasser gründen tief, ist eines dieser Sprichworte, welche im Horrorgenre leider nicht so oft anzuwenden sind. Meistens kann man einen Film sehr gut einschätzen und oft kriegt man auch genau das, was man erwartet. Zwischendurch gibt es aber wieder Filme, die einen überraschen und aus einer scheinbar einfachen Ausgangslage viel mehr machen als bloss das Offensichtliche. The Caller gehört genau zu diesen Filmen. Ein harmloser Titel, eine Hauptdarstellerin aus Twilight, eine Unterstützung von True Blood und ein Plot, welcher auf ein Selbstfindungsdrama hindeutet, lassen eher auf ein Kammerspiel schliessen als auf einen intensiven Schocker. Doch ganz so einfach macht es der Film den Zuschauern nicht, denn er nimmt sich erstmal genügend Zeit, um die beteiligten Charaktere gut vorzustellen und baut dabei unterschwellig und dann immer präsenter die Gefahr auf, welche vom alten Telefon ausgeht.
The Caller funktioniert auch deswegen so gut, weil Mary schon von Anfang an sehr sympathisch vorgestellt wird, und nachdem sie bereits durch den von Ed Quinn gespielten Ex-Mann leidenschaftlich unter Druck gesetzt wurde, gönnt man ihr einfach einen Neubeginn mit Stephen Moyer. Natürlich soll es nicht so einfach sein, und deshalb fiebert man auch mit, denn je grösser die Gefahr wird, umso intensiver und auch spannender wird es. Besonders weil die Handlung auch sehr logisch und intelligent aufgebaut ist, immer morbider und dichter wird, wird nicht nur Mary, sondern auch der Zuschauer wie von einem Schraubstock umfasst und bis zum düsteren und wirklich schwarzen Schluss nicht mehr losgelassen.
Fazit: The Caller ist einer der Filme, bei denen letztlich alles stimmt: eine Geschichte, welche immer mehr Ebenen preisgibt, eine Handlung, die zuerst eine scheinbar simple Ausgangslage hat, doch dann, je weiter der Film voranschreitet, umso interessanter wird sowie ein Spannungsbogen, der von Rachel Lefevre grossartig getragen und von der speziellen Kameraführung wie auch vom Soundtrack sehr gut unterstützt wird. Ohne an dieser Stelle zuviel zu verraten, bietet der Film definitiv 90 Minuten, die es wert sind.
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4.1 Sterne (7 Bewertungen) | 3 Kommentare


