Alps - Alpeis (2011)

Alps - Alpeis (2011)

Oder: Sterbehilfe auf Griechisch

Alps - Alpeis

Wer im Glashaus steht...

Eine Krankenschwester, ein Rettungssanitäter, eine Turnerin und ihr Trainer haben aus einer ungewöhnlichen Idee ein Geschäft gemacht: Sie lassen sich von den Angehörigen kürzlich verstorbener Personen mieten und ersetzen diese für gewisse Gelegenheiten, um den Hinterbliebenen so die Trauerzeit zu erleichtern. Die Firma nennt sich "Die Alpen". So ist auch jeder Mitarbeiter nach einem entsprechenden Berg der Alpen benannt.

"Die Alpen" arbeiten nach strikten Regeln. So ist es ihnen strengstens verboten, mit ihren Kunden intim zu werden oder gar eine emotionale Bindung zu ihnen aufzubauen. Doch Regeln sind bekanntlich da, um gebrochen zu werden...


Film-Rating

Wunderschöne, sonnige Küstenabschnitte, azurblaues Meer, eine fruchtbare Landschaft reich an Oliven- und Pinienbäumen - so stellen wir uns Griechenland vor. Alps belehrt uns da definitiv eines besseren: Eine öde, ja regelrecht beklemmende Kulisse ziert die Leinwand ganze neunzig Minuten lang. Diesen Film sieht man sich bestimmt nicht aufgrund seiner Ästhetik oder tollen Musik, welche überhaupt nicht vorhanden ist, an.

Lohnenswert ist hingegen der Humor, der genau so trocken ist wie die karge Landschaft, in der gedreht wurde. Wie bereits in Dogtooth spielt der griechische Regisseur Yorgos Lanthimos auch hier mit äusserst abstruser Materie. Absurditäten und dadaistische Elemente machen Alps aus. Der oftmals fehlende Sinn sowie die skurrilen Handlungen lassen den Zuschauer gebannt auf der vorderen Kante seines Kinosessels kauern, erpicht darauf, zu verstehen, was das Ganze eigentlich soll.

Das langsame Tempo des Films und eine immer wiederkehrende Stille zwischen den einzelnen Handlungen erhöhen die Spannung zusätzlich. Einen Tick kompakter hätte der Streifen aber durchaus sein können, denn leere, bedrückende Stimmungsszenen drohen Überhand zu nehmen. Die absolut unerotischen, roboterartigen aber überaus amüsanten Sexszenen geniesst man dafür umso mehr.

Trotz einer gewissen Tragik, welche die Thematik des Films natürlicherweise mit sich bringt, kann man sich bei Alps das Lachen oft nicht verkneifen. Dies ist nicht zuletzt einer soliden Leistung des Casts zu verdanken. So macht dieser glaubhaft, nur sehr begrenzt (um nicht zu sagen grottenschlecht) schauspielern zu können, obwohl in Wahrheit das Gegenteil der Fall ist.

Fazit: Alps ist originell, befremdend, witzig und extrem schräg.


OutNow.CH:

Bewertung: 3.53.5

 

05.09.2011 / lau

Community:

Bewertung: 3.3 (2 Bewertungen)

 

 

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