Abduction (2011)

Atemlos - Gefährliche Wahrheit

Abduction (2011) Atemlos - Gefährliche Wahrheit

Oder: Bourne Azubi

Abduction

Auf der Flucht - vor den Paparazzi

Der 18-jährige Nathan Harper (Taylor Lautner) ist ein Sportass, Motorradfan und schon seit langem heimlich in seine Nachbarin, die gleichaltrige Karen (Lily Collins), verknallt. Eigentlich führt er ein behütetes Leben, auch wenn sein Vater Kevin (Jason Isaacs) ihn schon mal zum Boxkampf herausfordert, wenn er den Zapfenstreich nicht einhält. Nachts quält ihn jedoch ein stets wiederkehrender Traum, den selbst seine Psychiaterin Dr. Bennett (Sigourney Weaver) nicht erklären kann.

Abduction

Versteck mich! Meine Frisur sitzt nicht!

Bei den Recherchen für eine Schulaufgabe entdeckt Nathan auf einer Website für vermisste Kinder plötzlich sein eigenes Gesicht. Die Entdeckung erschüttert ihn: Wurde er adoptiert? Oder haben ihn seine angeblichen Eltern vielleicht sogar entführt? Bevor ihm seine Mutter Mara (Mario Bello) die Wahrheit erzählen kann, erscheinen bewaffnete Männer beim Haus der Harpers und ermorden beide Eltern. Zusammen mit Karen, die den Doppelmord ebenfalls beobachtet hat, kann er entkommen. Nathan muss nun möglichst schnell die Wahrheit über seine Identität herausfinden. Doch die Flucht scheint aussichtslos, denn internationale Verbrecher und die CIA sind den beiden Teenagern dicht auf den Fersen.


Kinofilm-Rating

Ähnlich wie bei seinem Twilight-Schauspieler-Kumpel Robert Pattinson wird wohl auch Taylor Lautner kaum darum herumkommen, in seinem ersten grossen Film abseits der Vampir-Filmreihe besonders unter die Lupe genommen zu nehmen. Der Action-Thriller Abduction lässt auch keine Sekunde Zweifel daran aufkommen, dass der Film als reines Star-Vehikel für den Jungschauspieler konzipiert wurde. Immerhin bringt der junge Mann mit den schneeweissen Zähnen eine potenziell riesige Fangemeinde mit sich. Dazu braucht es weder ein besonders herausragendes Skript noch grosse schauspielerische Fähigkeiten der Beteiligten. Hauptsache, die Action und das nötige Aussehen stimmen.

Besonders originell ist die Geschichte wahrlich nicht - tatsächlich hat man Ähnliches schon in unzähligen Ausformungen im Kino und TV bestaunen dürfen. Regisseur John Singleton setzt kaum auf cineastisches Neuland, sondern lässt den actionerprobten Lautner in ordentlichem Tempo durch bekannte Gefilde prügeln, springen und treten. Und siehe da, trotz fehlender Originalität erweist sich das Resultat als durchaus unterhaltsam. Auch wenn Lautners mimische Fähigkeiten deutlich begrenzt sind, passt er gut in diese Rolle. Die körperlichen Anforderungen an den Part bringt er zweifellos mit, doch auch die leiseren Passagen meistert er recht gut. Er kommt sympathisch rüber und darf sogar das eine oder andere Tränchen vergiessen. Ebenso stimmt die Chemie mit Lily Collins (Tochter von Phil Collins) - kein Wunder, schliesslich turteln die beiden auch im realen Leben miteinander.

Erstaunlich ist, wie viele angesehene Schauspieler in zum Teil recht kleinen Rollen für den Film gewonnen werden konnten. So sieht man neben den "Filmeltern" Jason Isaacs und Maria Bello auch Sigourney Weaver sowie Alfred Molina als Strippenzieher der CIA. Die starbesetzten Nebenfiguren dürfen ihr Können aber kaum zeigen und werden so fast ein bisschen verschenkt. Wie viele europäische Schauspieler darf so leider auch Michael Nyqvist, bekannt aus der Millenium-Trilogie, nur den üblichen Eurogangster darstellen. Wie gesagt, besonders originell ist die Geschichte wirklich nicht.

Wer schon ein paar Action-Thriller bzw. Spionagefilme gesehen hat, dürfte so manches Element aus Abduction wiedererkennen. Vereinzelt schwächeln die Dialoge, und auch Logiklöcher tun sich mehrfach auf. Abgesehen davon erweist sich der Film jedoch als äusserst routiniert gemachter, kurzweiliger Action-Film, der einiges an Tempo bietet und durchaus zu unterhalten weiss. Insbesondere das junge Pärchen im Mittelpunkt des Filmes kommt sympathisch rüber und dürfte so auch die romantikbedürftige Twilight-Fanbase ansprechen.

Abduction wäre wohl gerne eine Junior-Version der Bourne-Reihe. Das Ziel verfehlt der Film zwar deutlich; als Action-Azubi macht Taylor Lautner seine Sache aber ganz ordentlich.

2.6 Sterne
2.6 Sterne (30 Bewertungen) | 6 Kommentare

3.53.5
26.09.2011 / pps