You Will Meet a Tall Dark Stranger (2010)
Ich sehe den Mann deiner Träume
You Will Meet a Tall Dark Stranger (2010) Ich sehe den Mann deiner Träume
Oder: Die Liebe kommt per Horoskop
Alfie (Anthony Hopkins) hat eine Art "Late Life Crisis": Er verlässt seine Frau Helena (Gemma Jones), stählt seine Muskeln im Fitnesscenter und tut sich das knackige Escort-Girl Charmaine (Lucy Punch) als Freundin zu. Helena gerät deswegen selbst in eine Krise, weshalb ihr Tochter Sally (Naomi Watts) empfiehlt, eine Wahrsagerin aufzusuchen. Zwar hält Sally diese für eine Hochstaplerin, doch ist sie überzeugt, dass es ihrer Mutter gut tut, aus fremdem Mund die Worte zu hören, die sie gerne hören würde.
Sallys Ehemann Roy (Josh Brolin) ist Schriftsteller und hat nie mehr an den Erfolg seines Debütromanes anknüpfen können. Seit Monaten versucht er, seinen neuen Roman zu beenden. Doch er schaut lieber aus dem Fenster und beobachtet die attraktive Nachbarin Dia (Freida Pinto) beim Gitarrespielen. Sally ihrerseits sucht Ablenkung von ihrer kriselnden Ehe, indem sie mit ihrem attraktiven Chef, dem Galeristen Greg (Antonio Banderas), ausgeht. Die Dinge nehmen ihren Lauf und verkomplizieren sich, als Mutter Helena die Prophezeiungen der Wahrsagerin etwas zu ernst zu nehmen beginnt...
Kinofilm-Rating
Eines muss man Woody Allen ja lassen: Der Mann dreht seine neuen Filme mit der Zuverlässigkeit eines Schweizer Uhrwerks. Jährlich beehrt er seine Fans mit einem neuen Werk, und dies seit nunmehr über 40 Jahren. Dass darunter nicht jedes ein Meisterwerk sein kann, versteht sich von selbst. You Will Meet a Tall Dark Stranger ist es nicht. Denn sein neuester Wurf ist nicht ganz so aufregend, wie es der interessante Titel und die - einmal mehr - zahlreichen mitspielenden Stars vermuten lassen. Von einem Cast, der unter anderem Namen wie Anthony Hopkins, Naomi Watts, Antonio Banderas, Josh Brolin und Freida Pinto umfasst, hätte man sich doch etwas mehr erhofft.
Sicher, schlecht ist der Film nicht. Es ist ein typischer Woody Allen, was sich bereits beim Vorspann äussert: Namen wie immer streng in alphabetischer Reihenfolge, unterlegt mit jazzigem Easy-Listening-Sound - classic! Die Geschichte über die amourösen Irrungen und Wirrungen Erwachsener ist locker flockig, aber ein bisschen belanglos. Die Stars haben zwar sichtlich Spass an der Sache - aber keiner von ihnen spielt hier die Rolle seines Lebens.
Am ehesten erwähnenswert sind da noch zwei verhältnismässig unbekannte Darstellerinnen: Lucy Punch in der Rolle des leicht beschränkten Escort-Flittchens Charmaine oder Gemma Jones in der Hauptrolle (sofern man überhaupt von einer solchen sprechen kann) der gutgläubigen Helena. Antonio Banderas hingegen kauft man den eleganten Galeristen nicht ab, das einzige Erinnerungswürdige ist sein nerviger spanischer Akzent - da erinnert man sich wehmütig an Javier Bardems Performance in Vicky Cristina Barcelona. Hätte Allen lieber wieder ihn für die Rolle gecastet.
Einige umwerfende Momente kann der Film aber doch bieten, vor allem gegen Ende, wenn einige der Charaktere mit höchst unangenehmen Überraschungen konfrontiert werden. Diese Momente holen die Kohlen aus dem Feuer und sorgen für das "knapp genügend". Für einen Woody Allen ist eine solche Wertung aber wohl etwas zu mager.
![]()
3.6 Sterne (21 Bewertungen) | 3 Kommentare



