The Wolfman (2010)
The Wolfman (2010)
Oder: Ist der Mond schön rund, treibt's der Wolf richtig bunt
Wir schreiben das Jahr 1880. Der Schauspieler Lawrence Talbot (Benicio del Toro) muss in sein Elternhaus im englischen Blackmoor zurückkehren, da sein Bruder plötzlich verschwunden ist. In den alten und kalten Mauern erwartet ihn sein distanzierter Vater John (Anthony Hopkins) und die Verlobte seines Bruders, Gwen (Emily Blunt), die mächtig traurig ist und so sofort die Aufmerksamkeit des verlorenen Sohns auf sich zieht.
Es heisst, ein wolfähnliches Monster würde durch den Walt ziehen, Leute ermorden und diese ausenandergerissen zurücklassen. Nur bei Vollmond passieren diese brutalen Morde. Laut dem Pöbel in der Stadt seien natürlich die Zigeuner dafür verantwortlich. Als Lawrence eines Nachts die Zelte der Verdächtigen aufsucht, wird er vom Viech attackiert und muss feststellen, dass er sich danach bei jeder Vollmondnacht verändert. Doch damit nicht genug, denn mittendrin ins Getümmel stapft bald ein gewehrbeladener Ermittler von Scotland Yard. Und dieser Mr. Aberdine (Hugo Weaving) hat die Silberkugeln bereits im Hosensack...
Kinofilm-Rating
Als die Universal Studios Anfang des letzten Jahrhunderts ihre Monster auspackten, kamen nicht nur The Mummy oder Frankenstein zu Filmehren, sondern auch ein behaarter Kerl mit spitzen Zähnen und kultigem Geheul. The Wolf Man jagte durch den Wald und verbreitete Angst und Schrecken. 2010 wurde diese Story nun neu aufgelegt. Unter der Regie von Joe Johnston (Jumanji, Jurassic Park 3) verwandelt sich nun Benicio del Toro in The Wolfman.
Im nebligen, düsteren und mysteriösen England vergangener Jahre angesiedelt, sticht erstmal vor allem das Setting des Films ins Auge. Freunde alter Gemäuer, knarrender Böden und unheimlicher Wälder fühlen sich sofort wohl, wenn die Kamera zwischen den Bäumen durchjagt und ein Wesen verfolgt, das blutige Spuren hinterlässt. Apropos: Es hat schon seinen Grund, warum dieser Film erst ab 16 Jahren freigegeben ist. Denn abgerissene Arme, fliegende Köpfe oder Blutfontänen sind ja nicht jedermanns Sache. Hier passen sie aber zum brutalen Vorgehen der Bestie und sind noch lange nicht alles, vor dem es sich gruselt.
Mit Benicio del Toro (The Usual Suspects, Che) wurde ein Schauspieler verpflichtet, der nicht nur seine Stirn in herrliche Runzeln legen kann, sondern dem man das Leid und die Qual seiner Figur jederzeit abnimmt. Ganz im Gegensatz zu ihm spielt Anthony Hopkins seine animalische Stärke aus, die ihn schon in Silence of the Lambs so unberechenbar gemacht hat. Immer ruhig redend, aber den Wahnsinn in den Augen. Toll.
Weniger gut kommt die Dame der Darstellerriege zum Zug. Emily Blunt hat keine Chance, sich gross zu profilieren. Auch Matrix-Agent Hugo Weaving bleibt als Cowboy im Nebel sehr an der Oberfläche und beschränkt sich auf strenge Blicke und stolzes Posieren.
Die Story vom Wolfman ist bekannt und wird, analog zum Original von 1941, schwer und ernsthaft erzählt. Das imponiert und macht Freude, wird jedoch bei den Sequenzen in der Irrenanstalt total über den Haufen geworfen. Auch das Finale wird mit grossem Löffel angerichtet, verläuft sich aber in Spezialeffekten und hat den Charme und die Intensität der ersten Hälfte dann schon längst hinter sich gelassen.
Fazit: Für Freunde des Mainstream-Horrors und der Monsterfilme lohnt sich ein Blick in The Wolfman absolut. Schön gespielt und angenehm ruhig erzählt, entwickelt sich erst gegen Ende hin eine Hektik, die eigentlich unnötig gewesen wäre. Ausserdem gefallen sogar für einmal die animierten Sequenzen der Werwölfe, die ja bislang noch kein Film so richtig gut hingekriegt hat. Hier geht's immerhin nicht so in die Hose, das man drüber lachen müsste.
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3.3 Sterne (58 Bewertungen) | 13 Kommentare



