The Tillman Story (2010)

The Tillman Story (2010)

Oder: Die wahre Geschichte hinter den Headlines

Patrick Tillman hatte sich mit sehr viel Ehrgeiz und Einsatz bereits während seiner Schulzeit für eine Football-Karriere entschieden und war mit seinen knallharten Tacklings schon bald einer der ganz Grossen und auch sehr beliebten Spieler auf dem Feld. Seine bescheidene und dennoch sehr direkte Art kam beim Publikum an, und deshalb wurde er auch bald als Held gefeiert. Doch dann kam der 11. September 2001. Im Jahr darauf schmiss Tillman seine Karriere hin und meldete sich beim Militär.

Dort wurde er unter anderem im Irak und in Afghanistan eingesetzt, wo er später auch seinen Tod fand. Doch mit dem Tod von Pat begann für die Familie Tillman eine genau so bizarre wie auch tragische Reise. Denn was zuerst mit Militärbegräbnis und Silver Star begonnen hat, wirft bald immer mehr Fragen auf: Was ist mit Pat im Irak geschehen, wie ist er gestorben und warum kommen vom Militär so widersprüchliche Informationen? Diese und viele andere Fragen werden hier beantwortet: Der Film erzählt die Geschichte von Pat Tillman, wie sie wirklich war und nicht, wie sie in den Medien erzählt wurde.


Film-Rating

Krieg und Helden - zwei Begriffe, welche von den Massenmedien gerne miteinander in Verbindung gebracht und zelebriert werden. Besonders in Amerika werden solche "Larger than life"-Figuren verehrt und hochgejubelt. Doch was dabei oft vergessen geht, ist, dass der Krieg alles andere als schön ist und Desinformation genau so oft eingesetzt wird wie gnadenlose Propaganda, die es den Politikern überhaupt ermöglicht, das Blutvergiessen am anderen Ende der Welt zu rechtfertigen.

The Tillman Story erzählt die Geschichte eines dieser unfreiwilligen Helden, welche während des Konfliktes ihr Leben liessen und darauf mit Ehrenbegräbnissen, Medaillen und anderen Ehren überhäuft wurden. Unfreiwillig deswegen, weil sich Pat nie als Held aufspielte und schon gar nicht eine solche "Ehre" wollte. Er war ein bodenständiger Teamplayer, der bei Lob beinahe peinlich gerührt war und bei dem Ehre, Integrität und Loyalität einen sehr hohen Stellenwert hatten. Aus diesem Grund werden Pat und seine geerdete Familie dem Zuschauer auch sehr schnell sympathisch, man interessiert sich für den ehemaligen Footballspieler, und vor allem will man erfahren, was wirklich mit ihm geschehen ist.

Dies wird von Regisseur Amir Bar-Lev auch sehr genau nacherzählt. Er nimmt den Zuschauer von Anfang an bei der Hand und führt ihn schrittweise durch den Medienzirkus und zeigt Filmausschnitte von der Front. Beinahe wissenschaftlich rekonstruiert er, wer Pat war, was mit ihm geschehen ist und wie seine Familie für die Wahrheit kämpft. Dabei werden fast groteske Heldenverehrungsmomente mit merkwürdig anmutenden Begräbniszeremonien und peinlichen Untersuchungkomitees kombiniert, welche offensichtlich nicht an der Wahrheit interessiert sind. Und am Ende zeigt der Film schliesslich die bittere und reale Wahrheit auf. Eine in sich genau so runde wie abgeschlossene Sache, die am Ende keine Wünsche offen lässt.

Fazit: The Tillman Story rekonstruiert sehr detailverliebt, sympathisch und auch kurzweilig die Erlebnisse der Familie Tillman zwischen 2001 und 2007, als die Akte Pat Tillman endgültig geschlossen wurde. Trotz zwei Stunden Spielzeit ist das eine sehr spannende Reise, welche nicht nur anspruchsvoll ist sondern auch zum Schmunzeln und zum Nachdenken anregt und definitiv einen Besuch im Kino wert ist.


OutNow.CH:

Bewertung: 5.05

 

29.09.2010 / db

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