The Light Thief - Svet-Ake (2010)

Der Dieb des Lichts

The Light Thief - Svet-Ake (2010) Der Dieb des Lichts

Oder: Es werde Licht!

The Light Thief - Svet-Ake

Vom Winde verweht.

Der Elektriker (Aktan Arym Kubat) des Dorfes, oder Svet-Ake (Herr Licht), wie ihn die Bewohner liebevoll nennen, eilt stets zu Hilfe, wenn jemand ein Problem hat. Ob es nun mit der Elektrizität zu tun hat oder weil jemand bloss ein offenes Ohr benötigt. Svet-Ake setzt sich für die Armen ein, auch wenn das bedeutet, dass er seinen eigenen Kopf hinhalten muss, wenn die Regierung davon Wind bekommt. Was eines Tages auch passiert und zur Folge hat, dass er seinen Job verliert. Dies hält ihn aber nicht davon ab, weiterhin für das Wohl seiner Mitmenschen zu sorgen und sich Ideen einfallen zu lassen, wie die Stromversorgung verbessert werden könnte. Doch nicht alle Menschen sind so ehrlich und gut wie Svet-Ake.


Film-Rating

Regisseur und Drehbuchautor Aktan Abdykalykov - mit Swing übrigens 1993 Gewinner des Goldenen Leoparden von Locarno in der Sektion "Pardi di domani" - hat in seinem neuesten Film Svet-Ake ("Herr Licht") auch gleich die Hauptrolle übernommen. Er hat damit ein sehr ruhiges Werk erschaffen, das in einer schönen wie kargen Landschaft spielt und von Mimik und Gestik lebt.

Aktan schafft es, mit seinen Bildern das Gefühl der heilen Welt, an die Herr Licht glaubt, zu vermitteln, so dass für den Zuschauer die "Bösen" als Eindringlinge in die Dorfidylle einbrechen. Als Beobachter weiss man - im Gegensatz zur Hauptfigur -, was gewisse Charaktere im Schilde führen, möchte es aber nicht wahrhaben. Und genau das ist ein grosser Pluspunkt des Filmes, er vermag es, die Kinobesucher abzuholen und mit der Hauptfigur durch die Story zu leiten.

Svet-Ake spielt in Kirgistan. Doch auch wer sich mit dem geopolitischen Hintergrund des Landes nicht auskennt, kann die Geschichte verstehen. Die politische Situation spielt keine zentrale Rolle, obwohl sie auch zu einem Stück Teil der Handlung ist. Wie der Regisseur jedoch betont, handelt es sich hierbei nicht um einen Dokumentarfilm oder die Verfilmung von wahren Begebenheiten.

Abdykalykov dreht nicht gerne nach Drehbuch, sondern improvisiert gemäss eigener Aussage auf dem Set und lässt sich von äusseren Einflüssen inspirieren. Tatsächlich wirkt Svet-Ake nicht wie ein von A bis Z durchdachter Hollywood-Blockbuster, sondern kommt natürlich und unverkrampft daher. An Spannung fehlt es nicht, im Gegenteil. Auch ohne Spezialeffekte und bekannten Cast entfaltet sich hier eine grosse Wirkung.

Kurz gesagt: Für Zuschauer, die ruhige Filme mit leicht kritischem Unterton vorziehen, ist Svet-Ake durchaus sehenswert.


OutNow.CH:

Bewertung: 4.54.5

 

11.08.2010 / faz

Community:

Bewertung: 3.9 (6 Bewertungen)

 

 

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