Step Up 3D (2010)

Step Up 3D (2010)

Oder: Die Neue Stufe des Tanzschlachtens

Step Up 3D

"Schau mir in meine Model-Augen, Kleines!"

Moose (Adam G. Sevani) und Camille (Alyson Stoner), seit Kindesbeinen befreundet, werden von den Eltern zur New-York-Universität gebracht, denn ein neuer Lebensabschnitt beginnt für sie beide: Vorbei sind die sorglosen Zeiten an der Tanzschule in Baltimore, wo man jahrelang nach Lust und Laune in den Tag tanzen konnte. "Jetzt wird Ingenieurwissenschaft gebüffelt!" lautet die letzte Parole des Vaters, bevor die beiden ihrem Schicksal am Campus überlassen werden.

Step Up 3D

"Jetzt wird ge-head-spinnt!"

Kaum sind die peinlichen Eltern fort, treibt es Moose schon zum internen Tanz-Battle-Kreis am Pausenhof. Nach einem makellosen Show-off seiner originellen Moves hat er nicht nur einen Erzrivalen geerntet, sondern wird zum Glück vom coolen Talentsucher und Hausvater Luke (Rick Malambri) gerettet und in seine Tanz-Kommune eingeladen. Luke braucht nämlich dringend weitere Tanzgenies in seiner Truppe "House of Pirates", um beim nächsten World-Jam-Wettbewerb das Preisgeld abzusahnen und endlich seine Schulden zu begleichen. Da verführt ihn auch noch die mysteriöse Tänzerin Natalie (Sharni Vinson), die spontan auch eine "Piratin" werden will. Alles scheint rund zu laufen, doch die Konkurrenz kontert mit fiesen Moves...


Kinofilm-Rating

Der Tanzfilm hat prinzipiell immer einen schlechten Plot, sagt man. Man kann ja schwer einen kniffligen dramaturgischen Handlungsbogen erzählen, wenn alle fünfzehn Minuten eine Tanzeinlage eingeschoben werden muss. Wir kennen aber seltene Glücksgriffe: Dirty Dancing und Fame (nicht der kürzliche Cover-Film Fame, natürlich). Ersterer hat auf überzeugende Weise die Psychologie der ersten Liebe eines Teenager-Girls, Letzterer das harte Leben der ambitionierten Ghetto-Künstler in New York beschrieben.

Amy Andelson und Emily Meyer, die unerfahrenen Drehbuchautorinnen von Step Up zum Dritten, haben hier aber nur halbpatzig etwas Doku-Style und Romanze reingepfercht, was dann nur langweilig und unauthentisch daherkommt. Doch wer geht schon in einen Tanzfilm und erwartet einen Arthouse-Film?

Der Film lässt sich schon eher mit 8 Mile vergleichen: etwas Milieu-Studie, aber vor allem ein träumerisches Grossstadt-Märchen für Kids und Teenies. Es darf etwas rebelliert werden, solange man nicht aggressiv wird und die Schule nicht ganz aufgibt. Es wird die Liebe, die Freundschaft, die (selbst gewählte) Familie, der Ehrgeiz und vor allem das Tanzen zelebriert. Im Amateur-Video-Stil wird stellenweise der Bedeutung von Tanz auf den Grund gegangen. Keiner kann das aber besser veranschaulichen als das Multi-Talent Adam G. Sevani, der es glücklicherweise von einer Nebenrolle in Step Up 2 the Streets zu einer der Hauptrollen in diesem Sequel geschafft hat. Mit passenden Moves illustriert er laufend eine Entwicklungsgeschichte des Tanzes. Seine Michael Jackson-Imitationen sind grandios, dazu kann er noch wie Elvis shaken, wie Gene Kelly auf der Strasse rumturnen und den B-Boy mimen.

Die im Zentrum stehenden bildhübschen Newcomer-Model-Tänzer Rick Malambri und Sharni Vinson bringen sicher heisse Tanzszenen rüber, doch die eigentlichen Stars sind die wirklichen Tänzer wie die argentinischen, eineiigen Lombard Twins oder der Robot-Meister 'Madd Chadd' Smith (check it out on youtube!).

Ein momentan nicht zu überbietendes Niveau haben also die MTV-Star-Choreographen mit ihren Neuentdeckungen von Casting-Shows geliefert. Durch den hypnotisierenden 3D-Effekt fliegen einem die TänzerInnen manchmal bis zur Nasenspitze. Das Drehbuch ist leider unausgereift, doch wer angetan war von StreetDance 3D, wird überwältigt sein vom zweiten 3D-Tanzfilm der neueren Generation.

3.4 Sterne
3.4 Sterne (25 Bewertungen) | 6 Kommentare

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13.08.2010 / dap