Smokin' Aces 2: Assassins' Ball (2010)

Smokin' Aces 2: Assassins' Ball (2010)

Oder: Clash of the dumb-asses

"Bin da! Wer noch?"

"Bin da! Wer noch?"

Leute beim FBI sind meistens topausgebildete Killer - jedenfalls sagt uns dies das liebe Hollywood. Aber in Wirklichkeit sind dies Leute, die den ganzen Tag vor Bildschirmen hocken und E-Mails und das Internet durchforsten, um so auf die Bösen aufmerksam zu werden. Einer dieser Leute ist Walter Weed (Tom Berenger). Der alternde Witwer arbeitet schon sehr lange fürs FBI und steht bald vor der Pensionierung. Doch nun wird sein FBI-Analytiker-Dasein gehörig durchgewirbelt: Aus dem Nichts wird eine Kopfgeldsumme von 3 Millionen Dollar auf ihn ausgesetzt. Klar, dass sich da die besten Profikiller der Welt die Finger lecken.

"Mir lönds tschädärä!"

"Mir lönds tschädärä!"

Es gibt nur eine Bedingung: Weed muss bis 3 Uhr morgens eliminiert sein - sonst gibt es kein Geld. Zur seiner Sicherheit wird Weed in ein sicheres unterirdisches Versteck gebracht. Unmöglich zu erreichen für die Killer. Doch man täuscht sich noch schnell: In kürzester Zeit treffen die Killer an der Oberfläche der Location ein und mähen alles nieder, was ihnen vor die Flinten kommt. Doch wer hat den Killern den Ort verraten? Wieso ist Weed das Opfer? Und warum muss er ausgerechnet bis 3 Uhr tot sein?


DVD-Rating

An die Waffen, fertig, los. So oder ähnlich tönte es im Jahre 2007, als eine ganze Schar von Killern Jagd auf Buddy "Aces" Israel machte. Wenn wir an Smokin' Aces zurückdenken und ganz ehrlich sind, müssen wir zugeben, dass der Film an einigen Stellen schon mächtig peinlich, aber nichtsdestotrotz ein cooles Teil war. Der Film war im Kino ein mässiger Erfolg, aber auf DVD gab er dann mächtig Gas was die Absatzzahlen betraf. Da dachte man sich wohl: Mit einer DVD lässt sich viel Geld verdienen. Und deshalb produzierte man direkt für den DVD-Markt das Prequel Smokin' Aces 2: Assassins' Ball. Ein Film, der soviel mit dem Original zu tun hat, wie Uwe Boll mit den Oscarverleihungen.

Nur gerade zwei Nasen aus dem ersten Teil wurden hier wiederverwendet. Dies wären der Profikiller Lazlo Soot (Tommy Flanagan) und der Neonazi Lester Tremor (Maury Sterling). Doch sie sind auch nur zwei unter vielen Killern, die Tom Berenger an den Kragen wollen. Weiter hätten wir noch einen britischen Psychopathen, eine Rolle, die Vinnie Jones wohl nie mehr los wird, eine ganze Neonazi-Familie, ein paar leichtbekleidete Damen und sonst noch ein paar Verrückte, denen man in Amerika anscheinend gerne Waffen in die Hände drückt.

Dass man für eine Direct-to-DVD-Produktion nicht gerade ein hohes Budget erhält, ist klar - und das sieht man dem Film auch an. Beinahe alle Explosionen kommen aus dem Computer, und auf gute Leistungen der Schauspieler musste man auch verzichten. Eine ideale Grundlage also für einen total kranken Actioner, denn Geld muss beinahe keines eingenommen werden; der Name Smokin' Aces ist Werbung genug. Anarcho-Action könnte man jetzt erwarten, jedoch lässt man sich für diese Zeit. Zuerst werden sorgfältig alle Figuren platziert, damit man sie später wieder vom Schachbrett schiessen oder sprengen kann. Denn wenn ab Minute 50 geballert wird, dann anständig. Dabei wird auch mit Kanonen auf Spatzen geschossen, und sogar Zirkusclowns werden als Munition benutzt. Ab diesem Moment macht der Film richtig Spass. Leider dauert diese Phase nur 15 Minuten, danach nimmt das Ganze wieder peinliche Ausmasse an. Der Schlusspunkt ist dann aber wieder cool.

Fazit: Smokin' Aces 2 ist ein Film, den die Welt nicht gebraucht hätte. Nun hat die Welt ihn und man kann ihn gerne anschauen, wenn man bereit ist, das Hirn zur Seite zu legen. Wie schon beim Original gibt es Peinlichkeiten und brutale Action en masse. Leider muss man am Ende sagen, dass dieser zweite Teil eher mit den Worten "doof" und "idiotisch" im Gedächtnis bleiben wird als mit "cool".

Die DVD aus dem Hause Universal bietet ein scharfes Bild und einen brachialen Sound. Wer seine Bude wieder einmal zum Beben bringen will, hat hier eine sehr gute Ausrede. Auf der Disc befinden sich zwei Features. Beim Gag-Reel darf über die Versprecher der Schauspieler gelacht werden, und bei "Ready, Aim, Fire" durften die Schauspieler gestehen, dass sie schon immer mal gerne "Cowboys and Indians" mit echten Waffen spielen wollten. Dann hat dieser Film wenigstens ihnen einen Gefallen getan.


OutNow.CH:

Bewertung: 2.02

 

20.02.2010 / crs

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Bewertung: 2.9 (17 Bewertungen)

 

 

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