The Pacific (2010)
The Pacific (2010)
Oder: Lost at War
"Yesterday, December 7, 1941 — a date which will live in infamy — the United States of America was suddenly and deliberately attacked by naval and air forces of the Empire of Japan. [...] No matter how long it may take us to overcome this premeditated invasion, the American people, in their righteous might, will win through to absolute victory."
Dies war Franklin D. Roosevelts Antwort auf den von der japanischen Flotte ausgeführten Angriff auf Pearl Harbor und auch der Moment, ab dem sich die Amerikaner aktiv am Zweiten Weltkrieg beteiligten. Pearl Harbor hatte nämlich den "schlafenden Giganten" nicht nur wachgerüttelt, sondern auch die Bevölkerung geschlossen hinter ihrem Präsidenten vereinigt. Alle wollten ihren Beitrag leisten, ihr Land gegen die Japaner zu verteidigen.
Hier wird die "1st Marine Division" aktiv, der auch die drei Soldaten Eugene Sledge (Joseph Mazzello), Robert Leckie (James Badge Dale) und John Basilone (Jon Seda) angehören. Diese Division ist die Vorhut im Krieg und wird in den Pazifik ausgeschifft, um den Krieg in Japans Hinterhof zu tragen. Der erste Halt und Beginn dieser Kampagne ist die kleine Insel Guadalcanal, die sich in der Solomonen-Inselgruppe befindet und auch ein wichtiger Nachschubflughafen der Japaner ist. Mit der Eroberung dieser Insel beginnt der lange Weg nach Japan, der geprägt ist von Sumpf, Regen, schlechter Ausrüstung und vielen Schrecken, die der Krieg mit sich bringt.
Blu-ray-Rating
Wenn es auf dem Cover heisst "Von den Produzenten von Band of Brothers", ist das ein Statement, das für Qualität und Realismus steht. Und um es gleich vorwegzunehmen: Ja, The Pacific erreicht den gleichen Realismus von Band of Brothers. Sehr genau wurde darauf geachtet, die Invasionen möglichst realitätsgenau nachzustellen und glaubhaft zu zeigen, durch was für eine Hölle die Soldaten im Paradies der tropischen Inseln gegangen sind. Jedenfalls sieht man kaum Diskrepanzen zum beigelegten historischen Bildmaterial, das Newsmeldungen und Rapporte von der Front zeigt. So wird man wirklich an die Front entführt, erlebt mit den Soldaten den dreckigen Krieg im Pazifik, und dabei fällt auch der sonst übliche Patriotismus weg.
Dies gesagt, kann aber ausgeführt werden: The Pacific erreicht nur selten die Intensität und die Zermürbung von Band of Brothers. Dies hat mehrere Gründe: Zum einen sucht man einen grossen Spannungsbogen bei The Pacific vergebens. Oft werden kurze Scharmützel mit langen Wartephasen im Camp oder in Erholung kombiniert, was auch den Zuschauer immer wieder aus der Handlung reisst. Da zudem die gezeigten Scharmützel, bis auf die Schlacht von Peleliu, oft nur kurze Ausschnitte einer viel längeren Konfrontation sind, ist es weniger ein Durchatmen, sondern eher ein "Was, schon wieder Pause?". Zusätzlich fehlt oft der Kontext, da die komplette Schlacht nie gezeigt wird, sondern lediglich die Missionen der jeweiligen Marines. Diese sind aus dem Kontext gerissen eher wenig aufschlussreich.
Über den Verlauf der Handlung werden in The Pacific, im Gegensatz zu Band of Brothers, nicht bloss die Mitglieder einer Kompanie begleitet, sondern einfach die Marines, was es entsprechend schwer macht, in der Masse von dreckigen Soldaten überhaupt bekannte Gesichter zu erkennen. Doch so ist es auch möglich, neben den einzelnen Schlachten um die Inseln auch andere Aspekte zu zeigen. Beispielsweise die Homefront, wo die Bevölkerung darauf angesetzt wurde, "War bonds" zu kaufen, oder den psychologischen Impact des Krieges. Dies macht The Pacific zu einem sehr persönlichen Porträt der Soldaten und zeigt auch ehrlich und glaubwürdig die vielen Fassetten des Krieges.
Fazit: The Pacific kann in Punkten Realismus und Glaubwürdigkeit mit seinem grossen Bruder mithalten, doch in Sachen Erzählstruktur und Intensität hinkt er hinterher. So erhält man kaum Informationen über Schlachtverlauf und Strategie. Ein Erzähler hätte da viel geholfen: jemand, der durch die Handlung führt und das Gezeigte in den geschichtlichen Kontext rückt. Klar, kann man durch die verschiedenen Perspektiven die zum Teil sehr persönliche Geschichte der jeweiligen Soldaten erzählen, doch es hätte deutlich mehr Wirkung erzielt, wenn der Zuschauer sich nicht dauernd auf dem Schlachtfeld oder im Verlauf der Handlung orientieren müsste, wo die Protagonisten gerade stehen. Ansonsten ist die Serie definitiv ein sorgfältig verarbeitetes historisches Dokument, das absolut sehenswert ist.
Die Blu-ray liefert die Serie nicht nur in brillanter Bildqualität, sondern lässt die Boxen auch kräftig donnern. Das Bonusmaterial liefert zudem das, was in den eigentlichen Episoden nicht gezeigt wird, nämlich den geschichtlichen Kontext. Dies ist sehr umfassend ausgefallen und klärt sehr viele der Fragen, die während der Episoden aufgetaucht sind. Durch "Enhanced Viewing" kann man dies beim zweiten Mal Schauen gleich während der Episoden einschalten, was der Serie ein ganz anderes Level gibt. Doch selbst wenn der geschichtliche Aspekt sehr interessant ist, hätten die Macher dieser Mammutproduktion doch ein längeres Making-of spendieren können, um die lange Arbeit zu dokumentieren und zu zeigen, wie sie das Ganze umgesetzt haben.
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4.5 Sterne (22 Bewertungen) | 5 Kommentare
Blu-ray-Infos
Blu-ray erschienen am 23.11.2010
- Bildformat: Widescreen
- Sprachen: Englisch (DTS HD 5.1); Deutsch (DTS HD 5.1); Italienisch (DTS HD 5.1 )
- Untertitel: Deutsch; Englisch für Hörgeschädigte; Italienisch für Hörgeschädigte
- Extras: Profiles of the Pasific; Making The Pacific; Anatomy of The Pacific War



