Otto's Eleven (2010)
Otto's Eleven (2010)
Oder: Wat Watt?
Zusammen mit seinen Freunden Mike (Mirco Nontschew), Pit (Rick Kavanian), Oskar (Max Giermann) und Arthur (Arnd Schimkat) lebt Otto (Otto Waalkes) auf der kleinen Insel Spiegelei-Land, welches vom Tourismus lebt. Dieses Geschäft läuft aber nicht wirklich, da eine Besucherzahl von drei Personen schon als neuer Rekord gelten würde. Dank einer Webcam sollen nun laut Computerfreak Arthur die Besucher kommen. Doch ihr ins Netz gestellte Video lockt nur den Casinobesitzer Jean Du Merzac (Sky Dumont) und seine Assistentin Rossdal (Stephanie Berger) an.
Diese haben in dem Videoclip nämlich ein Gemälde erblickt, welche in Du Merzacs Sammlung noch fehlt. Also wird der nächste Kutter genommen, das Bild geklaut und wieder heimgekehrt ins schöne Bad Reibach. Doch die Gauner haben die Rechnung ohne die fantastischen Fünf von Spiegelei-Land gemacht. Die Gruppe schmiedet einen Plan, wie sie ins Casino einbrechen können, um sich dann das Bild wieder zurückholen. Klar, dass bei ihrem Vorhaben nicht alles nach Plan verläuft, da vor allem Rossdal den Braten riecht.
Kinofilm-Rating
Otto Waalkes scheint auch mit 62 Jahren immer noch nicht müde zu sein. Deshalb erfreut er das Publikum nun mit seinem neusten Film Otto's Eleven, welcher erneut unter der Regie von Sven Unterwaldt jr. inszeniert wurde. Obwohl diese Gagparade selten wirklich witzig ist, hat sie trotzdem einen gewissen Unterhaltungswert.
Storymässig dürfen keine grossen Sprünge erwartet werden. Die Geschichte soll den Comedians eine Spielfläche bieten, um ihr Programm herunterspielen. So erhält auch zu Beginn jeder etwas Zeit, um seine Sprüche an das Publikum zu bringen. Helfen tut dies der Storyentwicklung jedoch keineswegs. Nach diesem lahmen Start gewinnt der Film an Rasanz und wird gegen das Ende hin sogar richtig kurzweilig. Wenn man sich mehr auf die Story konzentriert hätte und weniger auf schwache Witze, wäre das Werk wohl noch ganz anständig geworden.
Es ist eine Unsitte des deutschen Comedykinos, dass man schon seit längerer Zeit versucht, so viele Scherzkekse wie nur möglich in einen Film zu packen. Bei 7 Zwerge tummelten sich von Ralf Schmitz bis hin zu Rüdiger Hoffmann alle Comedians herum, die ihre 15 Minuten Ruhm bereits überschritten hatten. Die Formel wird in Otto's Eleven nun erneut angewendet, jedoch ohne den Overkill zu erleiden. Doch auch mit der Anzahl von fünf Sprücheklopfern herrscht ein leichtes "Zuviel" vor. Schnellschnurri Mirco Nontschew kommt zum Beispiel überhaupt nicht zum Zug, während Max Giermann überraschend viel Screentime erhält. Seine Parodien auf Stefan Raab sind zwar im Fernsehen ganz lustig, hier wirken sie aber gezwungen in die dünne Story gequetscht. Rick Kavanian kommt leider auch nicht dazu, mehr zu zeigen als seine bekannten Figuren aus der Bullyparade. Und warum der lahme Arnd Schimkat in den Film musste, wird wohl das Geheimnis der Macher bleiben.
Eine erfreuliche Meldung gibt es jedoch auf Schweizer Seite zu vermelden: Stéphanie Berger gibt ihre leicht überzogene Bösewichtin mit einer Spiellust, dass es eine wahre Freude ist. Sie spielt ihren Boss im Film, Sky Dumont, in jeder Szene an die Wand, was wahrlich nicht zu erwarten war. Dumont gibt nur seinen Standardbösewicht, welchen er seit Der Schuh des Manitu in regelmässigen Abständen immer wieder zeigt. Über die Schauspielkünste von Neu-Model Sara Nuru müssen derweil keine Worte verloren werden - man kriegt, was man erwartet.
Fazit: Otto's Eleven wird nie einen Innovationspreis gewinnen. Die Story dient als Konstrukt für meistens müde Lacher, bei denen sich nicht mal Spasskönig Otto profilieren kann. Sinnbildlich dafür ist, dass neben der Rasanz im Mittelteil ausgerechnet die griesgrämige Berger das Highlight des Filmes ist. Am Ende bleiben einige lahme Witze, ein paar nette Ideen, eine Ladykillers-Hommage und die Erkenntnis, dass Harry Hirsch sein Haltbarkeitsdatum deutlich überschritten hat.
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2.4 Sterne (16 Bewertungen) | 2 Kommentare



