Needle (2010)

Needle (2010)

Oder: Plötzlich aufgeschlitzt!

Ben (Michael Dorman) ist ein ganz normaler Student. Er steht auf wilde Partynächte und geniesst die Zeit mit seiner Clique. Als er von seinem verstorbenen Vater eine antike Kiste erbt, ändert sich sein Leben schlagartig. Sein Bruder Marcus (Travis Fimmel) taucht nach zweijähriger Abwesenheit unangemeldet wieder auf, und ein Händler bietet ihm eine halbe Million für die mysteriöse Box. Doch auf einmal ist das geheimnisvolle Erbstück verschwunden.

Die Suche nach der Antiquität stellt sich als schwieriger heraus, als sich das Ben vorgestellt hat. Als dann auch noch sein bester Freund Ryan (Nathaniel Buzolic) auf kuriose Weise ums Leben kommt, scheint das Chaos perfekt. Doch es kommt noch schlimmer: Bens Freunde werden einer nach dem anderen auf brutale Art in den Holzpyjama gezwängt. Gemeinsam mit seinem Bruder erforscht Ben die Todesfälle und entdeckt bald, dass hier ein Killer mit seiner Voodookiste sein Unwesen treibt.


Blu-ray-Rating

Down Under präsentiert immer wieder Überraschungen aus dem Horrorgenre. Filme wie Wolf Creek, Coffin Rock, oder Dying Breed haben gezeigt, dass auch weit weit weg die härtere Kost nicht ungetastet bleibt. Needle ist der neuste Import aus Australien. Regisseur John V. Soto, verantwortlich für Crush und für das Drehbuch von Prey, hat mit seinem untypischen Teenie-Slasher einen mehrheitlich passablen Schocker geschaffen. Vor allem die Geschichte um eine antike Voodookiste, die die Fähigkeit besitzt, in den falschen Händen die perfekte Rache auszuüben, hat was Originelles.

Die grösste Stärke von Needle ist daher auch der Aufbau: Klug, spannend und ohne grosses Wirrwarr kommt der Film zur Sache und zeigt dann auch ein paar fetzige Schockmomente. Da aber im Horrorgenre ohne Twists gar nichts geht, versucht Soto, dem Zuschauer verschiedenste Fährten zu legen, die sich dann als Holzwege herausstellen. Nur leider merkt sogar ein Spatzenhirn schnell einmal, wie der Hase läuft. Mit dem Ende hat er dann den Vogel abgeschossen - im negativen Sinne: eine absolut an den Haaren herbeigezogene Auflösung, die beweisen sollte, wie sehr uns Herr Regisseur in die Irre führen konnte. Irrfahrt hin oder her, wenn die Schlusspointe mehr für Kopfschütteln sorgt als für einen Aha-Effekt, dann könnte man sich das ganze Theater auch gleich sparen.

Die Schauspieler zeigen eine solide Leistung. Keine der Figuren fällt besonders positiv oder negativ auf. Dies führt dazu, dass es einen nicht gross kümmert, wenn mal wieder eine abkratzt. Das Highschool-Flair passt natürlich perfekt zu diesem Slasher. Allerpätestens seit Scary Movie weiss auch die neuste Generation, dass grossbrüstige Cheerleader und testosterongeladene Quarterbacks die Lieblingsopfer unserer Killer sind.

Fazit: Needle beginnt stark, wird plötzlich blutig und stellt sich dann aber mit Standard-Twists und einem unausgegorenem Ende selbst ein Bein. John V. Soto ist sicherlich kein Wes Craven und Needle kein Scream, aber wer sich gerne mal einen harmlosen Slasher reinzieht, kann hier nicht viel falsch machen.

Die rote Amaray-Blu-ray-Disc macht äusserlich einen sehr schönen Eindruck. Das auf der Disc befindende Bonusmaterial hingegen ist mager: ein Making-of und zwei Trailer. Das Bild ist auf gutem Blu-ray-Niveau. Der Ton hingegen hätte durchaus noch ein bisschen mehr Power vertragen, geht sonst aber auch in Ordnung. Die deutsche Synchronisation wirkt aufgetragen und geht mal gar nicht. Diese Version von Needle ist übrigens ungeschnitten und überall erhältlich.


OutNow.CH:

Bewertung: 3.03

 

02.05.2011 / yan

Community:

Bewertung: 3.5 (3 Bewertungen)

 

 

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