Marmaduke (2010)

Marmaduke (2010)

Oder: Mean Dogs

Marmaduke

California, here we cooome!

Im ländlichen Kansas lebt die Familie Winslow, bestehend aus Vater Phil (Lee Pace), Mutter Debbie (Judy Grier) sowie den Kindern Barbara (Caroline Sunshine) und Brian (Finley Jacobsen). Mittelpunkt des Haushalts ist die Dänische Dogge Marmaduke (Stimme: Owen Wilson). Der riesige Hund lebt lässig in den Tag hinein, spielt seinem "Halbbruder", der Katze Carlos (Stimme: George Lopez), gerne mal einen Streich und geniesst sein Hundeleben in vollen Zügen. Das ändert sich jedoch schlagartig, als Phil befördert wird: Um die Bio-Hundefuttermarke, für die er arbeitet, gross herauszubringen, zieht die Familie mit Sack und Pack nach Orange County in Kalifornien.

Marmaduke

"Hat da jemand *Schappi* gesagt?!"

Marmaduke merkt schnell, dass der Hase am glamourösen neuen Wohnort etwas anders läuft. Im Hundepark gehört nämlich jeder Vierbeiner einer bestimmten Clique an. Er selber passt aber nur zur Mischlings-Losertruppe, bestehend aus dem intellektuellen Dackel Raisin (Stimme: Steve Coogan), dem schreckhaften Chinesischen Nackthund Giuseppe (Stimme: Christopher Mintz-Plasse) und der Mischlingshündin Mazie (Stimme: Emma Stone), die sich auch gleich in Marmaduke verguckt. Marmaduke würde aber lieber an der hübschen Collie-Dame Jezebel (Stimme: Stacy Ferguson) schnüffeln. Sie ist aber mit dem fiesen Rottweiler Bosco (Stimme: Kiefer Sutherland) zusammen. Um den grossen Macker rauszuhängen und seiner Traumhündin näher zu kommen, wendet Marmaduke Tricks an, die ihn bei Hundefreunden und Menschenherrchen in Ungnade fallen lassen...


Film-Rating

Wer wäre nicht mal gerne Mäuschen in den Büros der grossen Filmproduzierenden, um live mitzubekommen, wie die Ideen für Hollywoodfilme zustande kommen? Bei Marmaduke ist das wahrscheinlich mit zwei Feststellungen abgelaufen. Feststellung Nummer 1: (Fast) jeder mag Tiere, insbesondere Hunde. Und Filme mit Hunden, die süss in die Kamera äugeln und vielleicht auch noch sprechen können, bringen reichlich Kohle ein. Also macht man einen Film mit Hunden, denen bekannte Stars wie Owen Wilson, die Sängerin der Black Eyed Peas oder Sam Elliott den Kläffern ihre Stimmen verleihen. Ein bisschen CGI über die Schnauzen, eine schöne kalifornische Kulisse, fertig ist der vermeintliche Sommerhit.

Dass dies noch nicht ganz reicht, um ein junges Publikum zu gewinnen, dürfte klar sein. Deshalb auch Feststellung Nummer 2: Kids lieben Filme über Dinge, die sie selber kennen. Jeder kennt die Schule - wieso verbindet man also nicht Hunde und Schule? Gebellt, getan, und schon kläffen die kleinen und grossen Bellos in einem Hundepark, der wie eine High School aufgebaut ist, komplett mit Cliquenkonkurrenz, dem Wunsch nach Coolness und Mobbingproblemen. Ergänzt man das noch mit computeranimierten Tanzeinlagen der Vierbeiner, reichlich Furzwitzen und einem dramatischen Finale, hat man eine waschechte Teen-Dog-Rom-Com.

Marmaduke beruft sich auf die gleichnamige Comic-Dogge, die seit 1954 in Zeitungs-Comicstrips international für Schmunzeln sorgt. Von der Comic-Herkunft erkennt man aber herzlich wenig. Herausgekommen ist nämlich eine seltsame Genre-Mischung - ein absoluter 08/15-Film. Ähnliches hat man mit Tieren wie mit Kindern bereits zuhauf gesehen, daran kann nicht einmal die berühmte Stimmenparade viel ändern. Von den Schauspielern, welche die Menschen darstellen, ganz zu schweigen: Schade, dass Judy Grier hier nur ein braves Mami sein darf, die ausser "Deine Familie steht hinter dir" kaum etwas beitragen kann. Die Dame ist witzig, deshalb wäre es schön gewesen, wenn sie das auch hätte zeigen dürfen. Und was ein grossartiger Schauspieler wie William H. Macy in so einem belanglosen Machwerk zu suchen hat, wird wohl auch ein Rätsel bleiben.

Die Sommerkomödie um den tollpatschigen Riesenhund Marmaduke bietet äusserst leichte Unterhaltung: routiniert gemacht, ohne Tiefgang, und leider mit nur wenigen Lachern. Dazu kommt ein Genre-Mix, der nicht wirklich funktionieren will. Die Hunde sind nicht herzig genug, die Story zu bekannt, und auf die Furz- und Tanzeinlagen hätte man getrost verzichten können. Erst gegen Schluss legt der Film noch einen Zahn zu; wenn's wirklich dramatisch wird, kann der Film das Publikum für kurze Zeit doch noch einnehmen. Sonst dümpelt das Ganze aber eher so vor sich hin. Für leichte Unterhaltung an einem Sonntagnachmittag reicht das sicher; wer allerdings mehr erwartet, geht vielleicht doch lieber mit dem eigenen Bello oder Nachbars Lumpi Gassi.


OutNow.CH:

Bewertung: 3.03

 

15.07.2010 / pps

Community:

Bewertung: 2.9 (10 Bewertungen)

 

 

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