Mammuth (2010)
Mammuth (2010)
Oder: Gérard auf dem Töff
Mammuth (Gérard Depardieu) arbeitet in einem Schlachthof. Es ist sein letzter Arbeitstag vor der Pensionierung. Niemals ist er arbeitslos gewesen und niemals krank, immer hatte er einen Job. Der Beginn des Rentnerdaseins verläuft jedoch anders, als gedacht. Die Pensionskasse fordert von ihm Nachweise über sein Arbeitsleben, Nachweise, die er nicht besitzt. Seine Frau Catherine (Yolande Moreau) drängt ihn aufgrund der knappen Haushaltskasse schliesslich dazu, die Belege zusammen zu sammeln. Dafür besteigt der korpulente Rentner sein altes Motorrad und begibt sich auf eine Reise quer durch das Land.
Dabei macht er nicht nur ehemalige Arbeitgeber ausfindig, sondern trifft auch auf alte Freunde und vergessene Verwandte. Zugleich wird er an seine erste grosse Liebe Yasmine erinnert, die er bei einem Motorradunfall verloren hat. Ein Besuch bei seinem Bruder führt dazu, dass er seine junge Nichte (Miss Ming) kennenlernt, die in ihm durch ihre naive Kunst eine völlig unbekannte Seite weckt. Mammuth wird zum Dichter.
DVD-Rating
Der französische Superstar Gérard Depardieu war noch nie mit Schönheit gesegnet, doch in Mammuth zeigt er wahrlich Mut zur Hässlichkeit. Mit langem, fettigem Haar und schwabbeliger Wampe ist die Titelfigur des Roadmovie-Dramas ein trauriger Anblick. Überhaupt setzen uns die beiden Regisseure Gustave de Kervern und Benoît Delépine hier ein hässliches Stück Kino vor. Dies ist zwar passend für die trostlose Situation des Protagonisten, aber schlussendlich jedoch abstossend und übertrieben. Während alle Darsteller einen guten Job machen, ist es Yolande Moreau als Serge "Mammuths" Ehefrau, die besonders herausragt. Ihre Szenen sind denn auch die einzigen, die wirklich Witz in die Sache bringen, doch kommt sie definitiv zu kurz.
Der Subplot um Serges hübsche Ex, die bei einem gemeinsamen Unfall tödlich verunglückte, blitzt immer wieder auf, ergibt aber wenig Sinn. Wir bekommen einen Einblick, wie das Leben von Mammuth hätte sein können, aber zu wenig, als dass es uns kümmern würde. Die Tatsache, dass seine Nichte eine Künstlerin ist, die mit ihren Freundinnen gerne in Golflöcher kackt, macht die Figur nicht spannender oder spezieller, sondern einfach nur mühsam. Dieses übermässig Gekünstelte macht den Film trotz einer interessanten Ausgangslage zu einem seltsamen Mix aus sozialem Realismus und überspitztem Surrealismus. Eine Mischung, die nicht funktioniert und weder Flügel noch Flossen hat, sprich weder Fisch noch Vogel ist.
Hässlich wie der Film ist dann auch das Bild der DVD. Unscharf, verschwommen und völlig unkonstant schaut der Film aus, was wohl eher mit mit den Absichten der Regisseure als mit dem Transfer zusammenhängt. Der Ton geht in Ordnung, ist frontlastig und unspektakulär. Extras gibt es keine, worüber man in gewisser Weise sogar froh sein kann.
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3.6 Sterne (7 Bewertungen) | 0 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 25.03.2011
- Bildformat: Widescreen (1.85:1 - anamorph)
- Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1) ; Französisch (Dolby Digital 5.1)
- Untertitel: Deutsch
- Extras: keine



