The Last Song (2010)
Mit Dir an meiner Seite
The Last Song (2010) Mit Dir an meiner Seite
Oder: *lach* *sniff* *schneuz* *strahl* *gähn*
Gegen ihren Willen muss die Rebellin Veronica "Ronnie" (Miley Cyrus) mit ihrem kleinen Bruder Jonah (Bobby Coleman) den Sommer ausgerechnet bei ihrem Vater (Greg Kinnear) im Landhaus an der Südküste verbringen. Seit der Scheidung der Eltern herrscht zwischen Tochter und Vater Krieg. Nur Jonah freut sich, aus New York rauszukommen und seinen Vater zu besuchen. Ronnie hingegen meidet ihn, wo sie nur kann und erkundet lieber das verschlafene Strandstädchen.
Schnell macht sie Bekanntschaft mit einheimischen Jugendlichen - darunter auch mit Will (Liam Hemsworth), einem selbstverliebten aber gutaussehenden Beachboy. Als Ronnie kurz darauf unbehütete Schildkröteneier am Strand findet, beschliesst sie, lieber die Nacht dort zu verbringen und sie zu beschützen als im Haus ihrem Vater zu begegnen. Zur ihrer Überraschung taucht Will auf, der ebenfalls für das Aquarium arbeitet. Langsam scheint sich Ronnie zu öffnen...
Kinofilm-Rating
Wem der Name Nicholas Sparks ein Begriff ist, der wird sich schnell ausmalen können, wieviel Emotionen in seinem neusten, selbst adaptierten Werk The Last Song zu finden sind. Und wieder einmal hat der Autor es geschafft, nach Message in a Bottle oder dem heissgeliebten The Notebook die Taschentuch-Industrie anzukurbeln. Er geht sogar noch weiter und leert eine ganze Schublade voll mit Gefühlsduselei über eine Story, bei der weniger vielleicht mehr gewesen wäre.
Bereits am Titel The Last Song (zu deutsch sehr unpassend "Mit dir an meiner Seite") ist unschwer zu erkennen, dass es sich hier nicht nur um eine simple kitschige Liebesschnulze handeln könnte. Obwohl Miley Cyrus das Aushängeschild darstellt und die Ausgangslage der Story sicher eher an ein jüngeres Publikum gerichtet ist, gelingt es dem Film trotzdem irgendwie, mit Tiefgang auch ein wenig ernster herüberzukommen. Sparks nimmt sich von all seinen Romanen einen Teil und fügt diese in das rebellische Teenagerleben von Ronnie ein. Er hat zwar die Flaschenpost weggelassen (dieses Mal sind's ungelesene Briefe in einer Schublade), sich dafür wohl immer wieder gefragt: "Okay, und wie kann ich Ronnies Leben jetzt noch mehr durcheinanderbringen?".
Keine Frage, der Mann kennt sich in dem Genre bestens aus. Bei The Last Song funktioniert all dies auch bis zur Mitte des Filmes. Und wo man dachte, man wisse jetzt bereits das Ende und könne danach überglücklich aus dem Kino schlendern, wird manch einer überrascht sein. Erste grosse Liebe und ein wenig Herzschmerz sind nicht genug. Sparks setzt noch einen drauf, damit die Ladung Emotionen kippt und es ganz einfach zuviel des Guten wird. Schade, denn Miley Cyrus macht ihren Job gar nicht mal so schlecht, auch wenn ihre Tränen noch etwas gekünstelt aussehen und ihr schräger Schmollmund nicht wirklich süss wirkt. Ein Punkt geht zweifelsfrei an Greg Kinnear, der wenigstens die Vaterfigur einigermassen authentisch aussehen lässt. Der restliche Cast ist oberflächlich, hohl und manchmal nur langweilig. Als i-Tüpfelchen wird sogar noch ganz subtil die amerikanische Moral eingefügt - Themen wie Alkohol und Jugendkriminalität werden hier ganz deutlich verurteilt.
Fazit: The Last Song ist eine Teenieromanze mit viel Herz, viel zuviel Schmerz und sonst noch allem, was dazu gehört. Wer von Nicholas Sparks etwas anderes erwartet, sitzt definitiv im falschen Film. Alle Miley-Fans unter 18 Jahren dürfen sich auf rund 100 Minuten voller jugendlicher Emotionen freuen. Da wird gelacht, geträumt und es bleibt kein Auge trocken.
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