The Killer Inside Me (2010)
The Killer Inside Me (2010)
Oder: Shame, shame on you!
Lou Ford (Casey Affleck) verdient seinen Lebensunterhalt als Deputy in der Kleinstadt Central City. Durch sein stets freundliches Auftreten ist er bei den Bürgern gern gesehen. Auch die Kleinganoven der Stadt kommen mit ihm gut zurecht, denn sie nehmen ihn oftmals nicht ganz für voll. Doch hinter der Fassade des gutmütigen Mannes verbirgt sich ein korrupter Beamter mit schweren psychischen Problemen.
Dass Lou einen Haufen Probleme hat, zeigt sich erstmals in seiner Gewalttätigkeit gegenüber seiner Geliebten Joyce (Jessica Alba). Erst schlägt er sie, dann besucht er sie regelmässig für Sex. Als er letztlich genug von ihr hat, bringt er sie auf brutalste Weise um. Danach fährt er, als wäre nichts gewesen, zu seiner Freundin Amy (Kate Hudson)
Aber nicht nur Probleme mit Frauen sind es, die ihm das Leben schwer machen. Seitdem die Zahl der Mordopfer in seinem kleinen Distrikt eine beunruhigende Grössenordnung angenommen hat, gerät Lou selbst unter Verdacht. Nach und nach kommt heraus, wer der Mann in Wahrheit ist.
Kinofilm-Rating
Michael Winterbottom machte zuletzt mit seinem Drama The Road to Guantánamo auf sich aufmerksam. Sein neuer Film basiert auf einem Roman des aus Oklahoma stammenden Schriftstellers Jim Thompson, der bereits als Drehbuchautor für Stanley Kubrick arbeitete. The Killer Inside Me erschien 1952 und wurde 1976 durch Burt Kennedy schon einmal verfilmt. Es ist ein Film noir, bei dem folgendes ins Auge fällt: Es wird unheimlich viel geraucht, warme Farben überwiegen, chromblitzende Autos stehen vor jedem Haus, und die Geschichte läuft in einem unheimlich ruhigen, behäbigen Erzählstil ab. Als krasser Gegensatz dazu wirken die brutalen Gewaltausbrüche, denen sich das Publikum in all ihrer Härte hingeben muss.
Nach einer kurzen Einführung des Reviers durch die Hauptfigur erfahren wir lediglich anhand kurzer Rückblicke mehr über Lou. So können wir zumindest in gewissem Masse begreifen, warum der nach aussen stets freundliche Charakter eine perverse Seite besitzt. Ein Kindheitstrauma ist schuld an seiner negativen Ader. Erst wurde er Zeuge, wie sein Vater Sadomaso-Spielchen mit dem Dienstmädchen spielte, dann vollbrachte er seinen ersten Mord an einem kleinen Mädchen aus der Nachbarschaft. Sein Bruder ging dafür in den Knast. Deshalb hat er als Erwachsener nun also eine Vorliebe für gewaltvollen Sex und eine Psychose, die ihn die Frauen um sich rum auf brutalste Weise behandeln lässt.
Das Drehbuch hält sich strikt an die Romanvorlage und weicht in keinster Weise von ihr ab. Tiefer gehende Erklärungen gibt es nicht, weder für das Handeln Lous noch dafür, welcher Reiz es ist, den er auf die Frauen ausübt und weshalb diese sich fast ohne Gegenwehr ihrem Schicksal ergeben. Trotz des an sich interessanten Ansatzpunktes, uns einen Psychopathen nahe zu bringen, leidet der Film an seiner viel zu dünnen Geschichte und dem langsamen Erzählstil. Als krassen Gegensatz setzt Winterbottom die langen, ausführlichen Gewaltexzesse, bei denen wir in aller Genauigkeit das Zerschmettern von Jessica Albas hübschem Gesicht anschauen dürfen. Diese Genüsslichkeit, mit der die Kamera den kaputten Frauenkörper zeigt, ist einfach nur abstossend und schwer zu ertragen.
Wer sich tatsächlich auf eine Gewaltorgie erster Güte und einen ansonsten uninteressanten Plot einlassen möchte, dem sei Folgendes empfohlen: Es empfiehlt sich, den Film zumindest mit Untertiteln anzuschauen, denn der texanische Dialekt ist oftmals schwer zu verstehen. Dadurch muss man sich viele kleine Details mühsam puzzleartig selbst zusammenreimen.
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2.3 Sterne (11 Bewertungen) | 17 Kommentare



