Kick-Ass (2010)
Kick-Ass (2010)
Oder: Der Film mit der gewalttätigen Minderjährigen mit bunter Perücke
Dave Lizewski (Aaron Johnson) ist ein unscheinbarer Normalo an einer New Yorker High School. Er teilt seine Begeisterung für Comics mit zwei Kumpels, sexuelle Bedürfnisse stillt er hingegen alleine vor dem Compi. Denn für Mädchen ist er unsichtbar, was ihn vor allem bei Schulschönheit Katie (Lyndsy Fonseca) ungelegen kommt, in die er total verknallt ist. Um aus seinem gewöhnlichen Leben auszubrechen, will Dave sich als Superheld namens Kick-Ass versuchen. Dafür bestellt er online einen grün-gelben Taucheranzug und studiert vor dem Spiegel ein paar Moves ein. Sein Erstkontakt mit zwei Schmalspurgangstern geht aber nicht ganz nach Plan: Er wird niedergestochen und im Todestaumel auch gleich noch von einem Auto überfahren. Dave überlebt schwer verletzt, und ohne dass sich jemand über seine seltsame Kostümierung wundert. Dank den vielen metallenen Ersatzteilen in seinem Körper ist er nun aber nicht nur fast so robust wie Wolverine, er will auch als Kick-Ass weiterhin Gutes tun in den Strassen von New York.
Als Dave alias Kick-Ass dank eines beherzten Angriffs auf ein paar Schlägertypen via Youtube-Video zum Internetphänomen wird, erkennen Comiczeichner Damon Macready (Nicolas Cage) und seine Tochter Mindy (Chloe Moretz) das Potential des Neuzugangs im Superhelden-Olymp. Als Big Daddy, der aussieht wie Batman, und violett perückiertes Hit-Girl agieren die zwei bereits einiges professioneller als Kick-Ass. Die 12-jährige Mindy hat eine schnelle Auffassungsgabe, was Waffengebrauch betrifft, und lernt vom Papi täglich noch ein bisschen was dazu, um sich mit dem Oberbösewicht Frank D'Amico (Marc Strong) und seinen Schergen anlegen zu können. Gerade als Kick-Ass wieder einmal an der gegnerischen Überzahl bei einem seiner Angriffe zu scheitern droht, kommt es so zur ersten Kontaktaufnahme.
Privat ist Dave aber weiterhin der nette Junge von nebenan. Sein Myspace-Profil hat immer noch gleich wenig Fans, während Kick-Ass' parallel installiertes von den Leuten überrannt wird. Nur Katie hat sich mittlerweile für Dave zu interessieren begonnen. In der Annahme, Dave sei schwul, hält sie ihn sich als best gay friend. Besser als gar keine Nähe zum anderen Geschlecht, denkt sich Dave und spielt das Spielchen mit. Aber auch ein weiterer Hobby-Superheld sucht den Kontakt. Chris D'Amico (Christopher Mintz-Plasse), der Sohn von Frank, will ihn als Red Mist in eine Falle locken, um seinem Vater zu imponieren. Dieser nimmt den bald 18-jährigen Chris nämlich nicht richtig ernst. Deshalb will Red Mist den Hass des Vaters auf Superhelden für seine eigenen Ziele missbrauchen.
DVD-Rating
In letzter Zeit waren Comicverfilmung vermehrt anspruchsvollere Filme, die auch nicht davor zurückschreckten, kritische Fragen zu stellen. The Dark Knight und Watchmen waren sicherlich die bekanntesten. Dass aber Comicverfilmungen auch durchaus totaler Fun sein können, bewies Kick-Ass. Die Verfilmung des Comics von Mark Millar unter der Regie von Matthew Vaughn schert sich nicht gross um weltbewegende Themen, sondern ist so durchgeknallt wie seine Vorlage.
Dabei fängt alles recht ernst an: Unser Held ist ein normaler Typ, hat also weder Superkräfte, noch ein riesiges Waffenarsenal. Zu Beginn könnte der Film noch tatsächlich in der heutigen Welt spielen. Die Verehrung von Comics und das huldigen von Helden werden auf die You-tube-Generation angepasst. Alles wirkt realitätsnah und nicht gerade abgehoben. Doch nachdem das Hit-Girl ihren ersten Auftritt hatte, geht es weg von der Realität und wird immer mehr zur Genre-Parodie. Das Ganze ist aber während der ganzen Spielzeit mehr als glatt, und egal ob Fanboy oder nicht, niemand wird sich hier verarscht fühlen.
Erfreulich ist, dass der Film seiner Comicvorlage recht treu bleibt. Nur die Storylines mit Katie und Big Daddy mussten etwas angepasst werden. Doch ansonsten gibt es die Story und die rohe Gewalt, die man sich erhoffte. Bei der Gewalt war man sich auch nicht zu schade, einige Dinge zu zeigen, welche eigentlich unvorstellbar sind für einen solch bunten Film. Bunt, weil leuchtende Farben das Geschehen dominieren und so dem Film noch eine eigene Note geben.
Die Schauspieler sind cool: Aaron Johnson ist, trotz braunen Haaren (im Comic hat Dave blonde Haare), die Idealbesetzung für Kick-Ass. Mark Strong spielt herrlich übertrieben den Oberboss und Chloe Moretz ist halt einfach das Hit-Girl - knallhart und niedlich zur gleichen Zeit. Abfallen tut nur McLovin Christopher Mintz-Plasse als Red Mist.
Fazit: Kick-Ass ist wildes Comickino, das vor allem wegen dem Hit-Girl das Zeug zum Kultfilm hat. Getrieben von einem coolen Soundtrack jagt Vaughn die Figuren durch die Geschichte und hat ein Finale parat, welches sich gewaschen hat. Auch wenn es in der Mitte ein paar Hänger hat, wird Kick-Ass am Ende in sehr guter Erinnerung bleiben.
Die leuchtenden Farben kommen auf der DVD leider nicht so gut wie auf der Blu-ray. Man kann aber trotzdem zufrieden sein. Der Ton brennt beim Finale ein Feuerwerk ab, welches referenzwürdig ist. Neben dem informativen Audiokommentar von Vaughn hat es noch ein Feature über die Comic-Reihe drauf, in welchem der Autor Millar etwas über die Entstehung seines Comics erzählt. Mehr Bonusmaterial gibt es auf der Blu-ray. Wer mit einem guten, aber nicht sehr guten Bild zufrieden ist, greift zu dieser DVD, die anderen holen sich die HD-Scheibe.
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4.7 Sterne (139 Bewertungen) | 2 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 16.09.2010
- Bildformat: 2.40:1 (16:9)
- Sprachen: Englisch, Deutsch, Spanisch (DD 5.1)
- Untertitel: Englisch; Deutsch; Spanisch
- Extras: Audiokommentar mit Regisseur Matthew Vaughn; Featurette: Kick-Ass, der Comic




