The Karate Kid (2010)

Karate Kid

The Karate Kid (2010) Karate Kid

Oder: Jacket on! Jacket off!

"Schärä, Stei, Papier!"

"Schärä, Stei, Papier!"

Als Dre Parkers (Jaden Smith) Mutter Sherry (Taraji P. Henson) von ihrer Firma nach Peking versetzt wird, muss der Zwölfjährige gezwungenermassen ebenfalls umziehen. Im neuen Land kommt er zuerst überhaupt nicht klar, da er keine grosse Lust hat, die Sprache zu lernen. Eines schönen Tages wird seine Situation noch schlimmer: Kurz nach der ersten Begegnung mit der hübschen Meiying (Wenwen Han) taucht der Schläger Cheng (Zhenwei Wang) auf und schubst Dre zur Seite. Als dieser sich zur Wehr setzt, muss er einsehen, dass er gegen den starken Asiaten keine Chance hat.

"Im 'Kung-Fu' nennen wir das 'Gehen'."

"Im 'Kung-Fu' nennen wir das 'Gehen'."

Von nun an muss Dre jeden Tag mit der Angst in die Schule gehen, dass Cheng irgendwo auftauchen könnte. Als der Amerikaner zu einem Gegenschlag ausholt, sieht er sich sechs Kung-Fu-Kämpfern gegenüber. Zum Glück taucht in dem Moment der Abwart seiner Wohngegend, Mr. Han (Jackie Chan), auf und schlägt die Bande in die Flucht. Als dieser daraufhin beim Kung-Fu-Club der sechs Kämpfer ein Friedensangebot macht, trifft er auf taube Ohren. Ihr Ausbilder besteht auf einem Kampf. Mr. Han schlägt vor, dass Dre an einem Kung-Fu-Turnier teilnehmen und dort den Kampf austragen wird. Von jetzt an ist viel Training für den Jungen angesagt.


Film-Rating

Hollywood muss langsam aufpassen mit seiner Recyclingwut. Denn irgendwann wird es nichts mehr zu recyceln geben, und man muss wieder selber kreativ sein. Bis es so weit ist, plündert man noch etwas die Vergangenheit. Neustes Beispiel: Der Achtzigerjahre-Film Karate Kid, welcher nun ins heutige China verlegt wird. Jetzt dröhnt Lada Gaga aus den Boxen und im TV läuft SpongeBob. Bei der Story hingegen blieb vieles beim Alten - eine Geschichte, bei der man nicht viel falsch machen kann.

Der Anfang des Filmes gefällt, denn so wie sich Jaden Smith in den Anfangsminuten fühlt, haben wir sicher alle schon mal empfunden: Ganz alleine in einem fremden Land und ohne Freunde. Dieses Alleinsein wird sehr schön eingefangen und gehört zu den Stärken des Filmes. Nach diesem gelungenen Beginn schlägt man den erwarteten Pfad ein: Junge wird verprügelt, Kung-Fu-Meister verhilft ihm dazu, Kämpfer zu werden, Junge geht an ein Turnier, und so weiter und so fort. Wieso man so eine dünne Geschichte auf 140 Minuten strecken muss, ist auch etwas, was der Originalfilm nicht beantworten konnte. Damals wie auch heute wird zur Streckung eine Liebesgeschichte eingebaut, die im Remake leider weniger gut funktioniert, da die Jungschauspieler sich noch etwas zieren.

Zum Kid selber muss gesagt werden, dass Will Smiths Sohn Jaden in seiner Rolle des Karate Kid eine ansprechende Leistung bietet. Doch er muss aufpassen, dass er in Zukunft nicht einen auf "zu krass" macht, sondern auf dem Boden bleibt. Hier verhindert das Drehbuch, dass er nicht den ganzen Film mit seinem Getue nervt. Für die Rolle des Kampflehrers hat man mit Jackie Chan die Idealbesetzung gefunden. Chan füllt mit seiner Präsenz die ganze Leinwand aus und man nimmt dem Actionstar den Kung-Fu-Meister auch hundertprozentig ab. Die undankbarste Rolle im ganzen Film hat Taraji P. Henson erhalten. Die Dame, die für ihre Rolle in The Curious Case of Benjamin Button noch für einen Oscar nominiert war, liefert hier eine peinliche Vorstellung als Dres nervige Mutter. Hoffen wir, dass diese Rolle ihrer Karriere keinen Knick verpasst.

Bei mehr als zwei Stunden Laufzeit verwundert es, dass am Ende viele Fragen offen bleiben: Was ist mit Dres Vater passiert, und wieso sind Meiyings Eltern so eisern mit ihrer Tochter? Regisseur Harald Zwart (The Pink Panther) füllt seine Zeit einfach mit der Story, die zu erwarten war - nicht mehr und nicht weniger. Das macht den Film keineswegs schlecht, aber auch nicht wirklich gut, da man genau weiss, wie der Hase läuft.

Fazit: Mit Karate Kid ist Zwart eine passable Neuauflage gelungen. Zwar wird man sich in einigen Jahren eher an das Original erinnern, aber man wurde auch schon schlechter unterhalten als hier. Etwas mehr Mut wäre aber wünschenswert gewesen. Am besten schaut man sich den Film mit dem Rat an, welchen Mr. Han seinem Schützling am Ende auf den Weg gibt: "Empty your mind" - bloss nicht darüber nachdenken - und sich einfach an den rührenden Szenen und an dem einen oder anderen guten Fight erfreuen.


OutNow.CH:

Bewertung: 3.53.5

 

01.07.2010 / crs

Community:

Bewertung: 3.7 (57 Bewertungen)

 

 

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