Kaboom (2010)

Kaboom (2010)

Oder: Mr. Smth goes to College

Kaboom

Im Bett mit London

Für Smith (Thomas Dekker) ist die High School nur ein Boxenstop auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Wenn er nicht mit seiner besten Freundin, der sarkastischen Kunststudentin Stella (Haley Bennett), zum Labern abhängt, träumt er von wildem Sex mit seinem Zimmergschpänli Thor (Chris Zylka), einem dümmlichen Surferboy, der vielleicht, vielleicht auch nicht schwul sein könnte. Oder er bumst die freizügige Blondine London (Juno Temple), damit die sich vor einer wichtigen Prüfung etwas entspannen kann.

Kaboom

Wollt ihr einen Drink?

Erst als sich die Zeichen aus Smiths immer wiederkehrendem Albtraum um eine rothaarige Schönheit und einem roten Container anfangen zu bewahrheiten, beginnt er, sich Sorgen zu machen. Nach einem Drogentrip ist er sich sicher, dass die rothaarige Schönheit von Männern in Tiermasken bestialisch ermordet wurde. Doch es gibt vorerst keine Spuren. Stella, die ihm bei den Nachforschungen hilft, muss sich derweil von der unersättliche Sex-Hexe Lorelei (Roxane Mesquida) befreien, die ihr langsam aber sicher etwas zu anhänglich wird. Hängen die Fälle vielleicht zusammen?


Kinofilm-Rating

Der der Comic-Sprache entnommene Titel "Kaboom" passt bestens zur knallbunten und bumsfidelen College-Satire von Gregg Araki. Darin werfen sich junge, sexy Menschen in mehr oder weniger angezogenem Zustand ständig druckreife Dialogzeilen wie beispielsweise "nuttier than squirrel shit" oder "i have to pee like a pregnant women" an den Kopf. Traum und Wirklichkeit vermischen sich wie in einem ständig andauernden Drogentrip, und die sexuelle Identität der Hauptfigur ist weder für diese noch für das Publikum wirklich klar.

Für Gregg Araki bedeutet Kaboom eine Rückkehr zu seiner Teenie-Trilogie bestehend aus Totally F***ed Up, Doom Generation und Nowhere, die ihn in den Neunzigern bekannt gemacht hat. Die wilden Teenager-Fantasien wirken in Kaboom selten real und fügen sich nie zu einem einheitlichen Ganzen zusammen. Was aber nichts macht, weil ein lächerlicher Showdown alle im Verlauf des Films etablierten Figuren ad absurdum führt. Was als Mordmisterium beginnt, ist am Ende eine nicht sehr glaubhafte Sci-Fi-Weltverschwörung einer Psychosekte.

Schade um die wirklich interessante Schauspiel-Crew. Von Haley Bennett, dem immer top gestylten Schandmaul, wird man hoffentlich noch hören in der Zukunft. Roxane Mesquida wird spätestens beim Start von Sennentuntschi zumindest in der Schweiz etwas bekannter werden. Und die Britin Juno Temple scheint, nachdem sie sie sich eine Rolle in der nächsten Drei-Musketier-Verfilmung geschnappt hat, schon auf dem Weg zum Star.

1.5 Sterne
1.5 Sterne (3 Bewertungen) | 1 Kommentar

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21.05.2010 / rm