Inception (2010)
Inception (2010)
Oder: Traumfilm
Industriespionage ist ihr Spezialgebiet, und sie sind die Besten. Um an die ganz grossen Informationen zu kommen, bricht das Team um Dom Cobb (Leonardo DiCaprio) und Arthur (Joseph Gordon-Levitt) nicht etwa in die Hauptsitze der Firmen ein, sondern in die Träume der hohen Tiere. In der Traumphase ist der Verstand nämlich am verwundbarsten, weshalb es leicht ist, dort einzudringen.
Doch bei ihrem neusten Auftrag geht einiges schief: Als sie versuchen, Ideen aus dem Kopf von Industrieschwergewicht Saito (Ken Watanabe) zu beschaffen, merkt dies jener und dreht den Spiess um. Er schnappt sich Cobb und Arthur und verlangt, dass sie bei seinem Konkurrenten, anstatt eine Idee zu klauen, eine platzieren sollen. Für dieses Vorhaben, das "Inception" genannt wird, versammeln Cobb und Arthur ein Team um sich, welches die junge Architektin Ariadne (Ellen Page), den Fälscher Eames (Tom Hardy), den Chemiker Yusuf (Dileep Rao) und Saito selbst beinhaltet. Als sie zu ihrer Mission aufbrechen, merken sie bald, dass es kein Zurück mehr gibt und Cobb etwas Wichtiges über seine Vergangenheit verschweigt.
Kinofilm-Rating
Was war nicht alles vor dem Schweizer Release von Inception zu vernehmen: Der Film sei der Wahnsinn und der beste seit Jahren. Was soll man zu so vielen Vorschusslorbeeren und den dadurch schier unmöglich zu erfüllenden Erwartungen noch sagen? Ganz einfach: Die Jubelstürme sind völlig berechtigt! Christopher Nolan definiert mit seinem neusten Werk das Genre des "anspruchsvollen Blockbusters" neu, nachdem er dieses bereits schon mit The Dark Knight in höhere Spähren gebracht hatte. Inception ist ein Film wie ein Traum, aus den man am liebsten gar nicht mehr erwachen möchte.
Wer jedoch seinen Kopf nicht bei der Sache hat, ist schnell verloren. Es wird in Träume getaucht, um wieder in neue Träume einzudringen und wieder und wieder. Wer da den Überblick verliert, wird den Rest des Filmes frustriert sein. Diejenigen, welche der Story folgen können, erleben zweieinhalb Stunden mitreissendes Kino, wie es nur Nolan bieten kann. Im Film sind Bilder zu sehen, die mit Worten nur schwer beschrieben werden können: Die Schwerkraft wird ausser Kraft gesetzt, ganze Städte verbiegen sich und fallen eindrucksvoll zusammen. Die Actionszenen sind zudem mitreissend und abwechslungsreich, dass man aus dem Staunen beinahe nicht mehr herauskommt.
Dass die komplexe Story bei soviel Zerstörung nicht zusammenfällt, ist dem cleveren Drehbuch zu verdanken, welches immer die Figuren in den Mittelpunkt des Geschehens stellt. Der Film wird so nie zur reinen Materialschlacht, sondern erinnert zuweilen eher an ein Psycho-Drama als an einen Actionfilm. Die Krise, in der die Hauptfigur steckt, ist nachvollziehbar und ebenso packend wie die Hauptstoryline. So funktioniert Inception auf verschiedenen Ebenen und bleibt bis zum Abspann fingernägelkauendspannend.
Super ist auch der Cast: Leonardo DiCaprio spielt auf sensationelle Weise eine Art James Bond, Joseph Gordon-Levitt kann als die Idealbesetzung für die rechte Hand von Cobb bezeichnet werden, und obwohl Ellen Page etwas zierlich aussieht, überzeugt sie als Architektin, weil man ihr die clevere Frau abkauft. Eine spezielle Erwähnung verdient Bronson-Darsteller Tom Hardy: Der Engländer spielt seinen Eames mit einer solchen Coolness, dass es beinahe frech ist.
Fazit: Inception mischt Sci-Fi-Thriller mit James-Bond-Elementen und einem Psycho-Drama. Was dabei herauskommt, ist ein erstklassiges Erlebnis, welches zu keiner Minute langweilig oder vorhersehbar ist. Ein Meisterwerk mit einem sensationellen Cast, atemberaubenden Actionszenen, einem gelungenen Soundtrack und einer dramatischen und packenden Story, die von A bis Z durchdacht ist und den Zuschauer am Ende mit offenen Mund im Kinosessel zurücklässt. Nolan hat nun dasselbe Problem wie nach The Dark Knight: Er hat erneut einen Film geschaffen, den zu toppen es beinahe unmöglich ist. Hoffen wir, dass er es erneut schafft, denn für solche Filme wurden Kinos gemacht. Bleibt nur noch zu beachten, dass man nicht die letzte Vorstellung des Tages besucht. Es ist nämlich sehr gut möglich, dass man nach dem Film diesen gleich nochmals sehen will.
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5.4 Sterne (265 Bewertungen) | 70 Kommentare



