How to Train Your Dragon (2010)

Drachenzähmen leicht gemacht

How to Train Your Dragon (2010) Drachenzähmen leicht gemacht

Oder: Drachenfliegen mal etwas anders

How to Train Your Dragon

Lieber Drache, sitz! Sitz!

Auf der Insel Berk gehört der Kampf gegen Drachen zum täglichen Leben, und jeder Wikinger lernt schon früh, wie man die schuppigen Monster um die Ecke bringt. Der junge Hiccup (Jay Baruchel) fällt da aus der Reihe, denn er hat zwar jede Menge Grips, ist aber weder stark noch mutig. Seinem Vater Stoick (Gerard Butler), der zu allem Unglück Anführer der Wikinger ist, gefällt Hiccups schwarzer Humor gar nicht; viel lieber hätte er einen Muskelprotz als Sohn, der keine Fragen stellt und Drachen vermöbelt.

Eines Nachts gelingt es Hiccup, mit einer seiner Erfindungen einen der gefährlichsten Drachen abzuschiessen, einen Night Fury. Weil ihm das aber niemand glauben will, geht er auf eigene Faust auf die Suche nach der Bestie. Der Drache hat den Absturz sogar überlebt, Hiccup kann sich aber nicht dazu überwinden, ihn zu töten. Stattdessen kümmert er sich heimlich um das verletzte Tier, das er Toothless nennt, und freundet sich allmählich mit ihm an.

How to Train Your Dragon

Es geht heiss her...

Als Stoick mit seinen Kriegern lossegelt, um das Nest der Drachen zu finden und zu zerstören, bekommt Hiccup unangenehme Hausaufgaben: Er soll mit den Teens Astrid (America Ferrera), Snotlaut (Jonah Hill), Fishlegs (Christopher Mintz-Plasse) und den Zwillingen Ruffnut (Kristen Wiig) und Tuffnut (T. J. Miller) unter der Aufsicht vom Schmied Gobber (Craig Ferguson) lernen, wie man Drachen tötet...


Kinofilm-Rating

Wer befürchtet, dass mit How to Train Your Dragon schon wieder eine 08/15-Adaption eines Kinderbuches in die Kinos kommt, kann beruhigt aufatmen: Der neuste Animationsfilm von Dreamworks beruht zwar auf der achtbändigen Kinderbuchreihe von Cressida Cowell, Durchschnittsfilmkost wird hier aber definitiv nicht geboten. So hat man sich gar nicht erst gross an die Handlung der Buchvorlage gehalten, sondern schön dazugedichtet, abgeändert, vergrössert. Herausgekommen ist ein actiongeladenes, sympathisches Filmereignis für Gross und Klein, das jede Menge Humor und Spannung bietet. Den Sprung auf die grosse Kinoleinwand hat sich die Geschichte um den dürren Wikingerjungen Hiccup also absolut verdient.

Ein erstes Mal punkten kann der Film durch seine Machart, denn die Animation sitzt bei realistischen Animationen wie auch bei den Fantasyelementen einfach perfekt. Ob es die etwas karikaturhaften Gesichtszüge der erwachsenen Krieger sind oder die etwas realistischer gezeichneten Figuren wie Hiccup oder Astrid - da stimmt einfach jedes Haar, jede Sommersprosse, jede Gesichtsregung beschreibt den Charakter der Figuren und macht einem diese unglaublich sympathisch. Sogar die Drachen haben eine deutliche Mimik - wenn etwa der schlaue Drache Toothless versucht, das Lächeln seines Menschenfreundes nachzuahmen, geht das sowohl ans Herz als auch an die Lachmuskeln.

Die sympathischen Figuren machen klar den Reiz dieses Filmes aus. Gerade weil es eben nicht um ein typisches Gut-Böse-Schema geht, sondern alle Figuren, ob Mensch oder Tier, ihre guten Seiten zeigen dürfen, verleiht dies dem Film eine unerwartete Tiefe. So kann man mit den Figuren lachen und mitfühlen, um sie bangen oder sich über deren Erfolge freuen. Auch die Mischung von Wikingerwelt und trockenem Teenagerhumor funktioniert erstaunlich gut, und es ist erfreulich, dass man auf ständige Anspielungen auf die Populärkultur weitgehend verzichtet hat. Hiccups Sprüche verweisen zwar auf einen hellen, modernen Kopf, wirken in der mittelalterlichen Umgebung jedoch nie deplatziert.

How to Train Your Dragon ist ein umwerfend animiertes Filmereignis geworden und überzeugt in 2D und 3D durch die Machart sowie durch die sorgfältige Figurenzeichnung. Neben einer Reihe origineller Drachenarten stechen vor allem die sympathisch animierten und mit passenden Star-Stimmen versehenen Wikingerfiguren heraus. Einige der Monsterszenen mögen für ganz kleine Zuschauer vielleicht etwas viel sein, und vor allem der Schluss ist zwar stark, nimmt aber eine gerade für Familienfilme eher unerwartete ernste Wendung. Sonst bietet die Freundschaft zwischen dem dürren Wikingerjungen Hiccup und dem schwarzen Drachen Toothless aber für Gross und Klein Animation, Humor und Spannung vom Feinsten.

5.3 Sterne
5.3 Sterne (106 Bewertungen) | 19 Kommentare

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08.03.2010 / pps