House MD - Season 6 (2010)

House MD - Season 6 (2010)

Oder: Dr. Hinkebeins zwölftes Semester

House MD - Season 6

Raus aus dem Kuckucksnest...

Am Ende der letzten Staffel lieferte sich Gregory House (Hugh Laurie) selbst in die Mayfield Nervenheilanstalt ein, um seiner teuflischen Tablettensucht zu entkommen. Auf einen Schlag ist der lädierte Arzt alleine. Nur sein Zynismus ist ihm geblieben, der weder seinen persönlichen Therapeut Dr. Nolan (Andre Braugher) noch das Hilfspersonal gross in Rage bringt. Für "Greg", wie er zu seinem Leid den anderen Patienten genannt wird, gibt es offensichtlich nur den einen Weg: Kooperation. Die plötzliche Anziehung zu Lydia (Franka Potente), der Schwester einer stummen Patientin, scheint House die Augen zu öffnen.

House MD - Season 6

...und rein ins Vergnügen

Er lässt es zu, sich helfen zu lassen und macht dermassen Fortschritte, dass dem Auszug aus der Anstalt nichts mehr im Wege steht. Damit käme House allerdings vom Regen in die Traufe, denn sein Ärzteteam am Princeton Plainsboro Hospital ist drauf und dran, auseinanderzubrechen. Und da wäre noch das Problem, dass dem Mastermind die Lizenz fehlt, um überhaupt noch als Arzt praktizieren zu können...


DVD-Rating

Mit über 17 Millionen Zuschauern beim sechsten Staffelauftakt meldet sich der Miesepeter Dr. Gegory House erneut erfolgreich zurück. Seit 2004 besteht das hochgelobte Format nun und verspricht für das zwölfte Semester eine geradlinige Weiterführung ohne grossen Schnickschnack. Genau diese Beständigkeit lässt die "etwas andere" Ärzteserie weiterhin den nötigen Biss erhalten.

Keine Angst: Freunde von komplizierten Medizinfällen werden auch in den neusten 22 Episoden in den Genuss von Diagnosen kommen, bei denen selbst Professoren in ihren verstaubten Pschyrembeln nachschauen müssen. Bis der Alltagstrott Überhand nimmt, wird im Auftakt (Broken Pt. 1 / Broken Pt. 2) erst einmal Houses Seele geröntgt. Die Doppelfolge gehört auch gleich zu den Höhepunkten der Staffel. Houses Abwesenheit im Princeton Plainsboro Hospital führt zum organisatorischen Chaos, aber um dies geradezubiegen, nimmt sich das zynische Mastermind die erste Hälfte der Staffel Zeit. Viele Alltagsfälle verpuffen daher wie heisse Luft und bleiben primär wegen namhafter Gastauftritte in Erinnerung (unter anderen James Earl Jones, Laura Prepon oder Franka Potente). Vielmehr entzücken die diabolischen Manipulationen des knausrigen Arztes, um die Probleme der Patienten auf die Konflikte innerhalb seines Teams abzuwälzen (Teamwork). Hauptdarsteller Hugh Laurie, der in den meisten Episoden als Ausführender Produzent fungiert, führt bei einer weiteren meisterhaften Episode (Lockdown) sogar erstmals Regie.

Bei den Plots belassen es die Drehbuchautoren auf den gängigen Mustern, obwohl sich auch in dieser Staffel Wege finden und Wege trennen. Besonderes Augenmerk richtet sich bezüglich Zwischenmenschlichem auf Houses frivole Beziehung zu Leiterin Dr. Lisa Cuddy (Lisa Edelstein) wobei diese der gespaltenen Freundschaft zu Wilson niemals das Wasser reichen kann. Robert Sean Leonard (Dead Poets Society) und Hugh Laurie harmonieren grandios und kreieren eine willkommene Balance zum medizinischen Hintergrund. Trotz einiger Höhepunkte kommt House MD - Season 6 nur holprig weiter, bietet triviale Charakterüberraschungen und endet leider mit einem unspektakulären Finale.

Fazit: Mit House MD - Season 6 reist der Zuschauer weiter hinab in die dunkle Seele des allseits geliebten Zynikers. Die hochstehend produzierte Staffel verliert nach einem wunderbaren Auftakt bei einigen Episoden an Originalität, bietet im Gegenzug aber eine gekonnte Mischung aus ärztlichem Hintergrundwissen und schon fast klischeeartigen Soap-Elementen. House liebt, hasst, manipuliert und zweifelt an sich selbst - was will man mehr?

Die DVD-Box trumpft mit einem sehr scharfen Bild auf. Leider ist der Ton nur in der Originalfassung 5.1, während die deutsche Synchro im langweiligen Stereo erklingt. Die meisten Discs enthalten Bonusmaterial, bestehend aus Audiokommentaren. Interessanterweise zeigen Produzentin Katie Jacobs und Hugh Laurie Einblick in das Konzept des Staffelauftakts sowie Lauries erste Regieerfahrungen.


OutNow.CH:

Bewertung: 4.04

 

19.05.2011 / woc

Community:

Bewertung: 3.5 (7 Bewertungen)

 

 

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