Harry Potter & The Deathly Hallows - Part I (2010)

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 1

Harry Potter & The Deathly Hallows - Part I (2010) Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 1

Oder: Der Anfang vom Ende

Harry Potter & The Deathly Hallows - Part I

Hände waschen nicht vergessen

Seit dem Tod von Albus Dumbledore ist sich Harry Potter (Daniel Radcliffe) im Klaren darüber, dass es jetzt kein Zurück mehr gibt. Er muss nun aktiv werden im Kampf gegen den bösen Voldemort (Ralph Fiennes) und einen Weg finden, diesen zu töten. Als bei der Flucht vor den Todessern die ersten Todesfälle auf der "guten" Seite zu beklagen sind, will sich Harry alleine aufmachen, um die sogenannten Horkruxe zu finden. Diese Teile der Seele Voldemorts sind versteckt und praktisch unmöglich zu finden. Natürlich lassen Hermine (Emma Watson) und Ron Weasley (Rupert Grint) ihren Freund nicht alleine auf diese gefährliche Reise.

Harry Potter & The Deathly Hallows - Part I

Das H-Team

Bald darauf werden die drei vom Zauberminister besucht, der jedem einen Gegenstand aus Dumbledores Besitz übergibt: einen Deluminator (schnappt und verteilt Licht), einen Schnatz und ein Märchenbuch. Und je länger sich unser Trio mit diesen Gegenständen befasst, desto klarer werden die ersten Spuren zu den verbleibenden Horkruxen. Dass dabei die Zauberwelt unter der Führung von Voldemort das Ministerium übernommen hat und Muggles verfolgt werden, macht das Unterfangen nicht einfacher. Im Gegenteil, Harry Potter muss mehr als einmal über seinen Schatten springen, wenn er das Böse in die Knie zwingen will.


Kinofilm-Rating

Sechs Filme waren es bislang, jeder einzelne für sich ein riesiger Erfolg an den Kinokassen. Dass man sich nun darauf geeinigt hat, das grosse Finale in zwei Teilen ins Kino zu bringen, ist Geschmacksache, wird aber dem Filmstudio wohl volle Taschen bescheren. Der Anfang vom (filmischen) Ende steht nun unter dem Titel Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 1 in den Startlöchern und soll das Finale einleiten. Dass tut er jedoch nur bedingt, denn anstelle von grosser Vorfreude muss man eher Geduld und Sitzfleisch mitbringen.

Der Film überrascht mit einem ruhigen und dramatischen Anfang. Kein grosses Trara, sondern Stille, Charakterstudien und der Beweis, dass Potter und Kollegen nichts mehr mit der Naivität und Unbeschwertheit von früher zu tun haben. Die Bedrohung wird so real wie möglich dargestellt, der Witz ausgeblendet (Rons blöde Sprüche mal ausgenommen) und Ernsthaftigkeit gepredigt. Das zieht sich auch durch die restlichen knapp 140 Minuten, in denen die Qualität der Geschichte immer wieder aufflackert, aber ebenso schnell von langsamen und ruhigen Szenen vertrieben wird. Man hat ja schliesslich Zeit für die Erzählung, wer wird denn da schon ein Detail der Story auslassen, und sei es noch so uninteressant...

Es ist aber nicht alles schlecht, was der Film bietet. Ganz und gar nicht. Wir treffen auf alte Bekannte, die Action (wenn sie denn kommt) passt sehr gut, und auch der Unheimlichkeitsfaktor steigt immer höher. Exemplarisch dafür ist die Szene im Wald mit dem Schwert. Mehr davon und wir würden aus dem Schwärmen nicht wieder rauskommen.

Dass sich Fans der Zauberlehrlings natürlich auch Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 1 angucken, steht ausser Frage. Für unwissende Muggles wird's hingegen schwer, einen Einstieg zu finden. Dass sich die Bösewichte wiederum sehr rar machen, die interessantesten Figuren (Snape, Lucius Malfoy) nur am Rande erwähnt werden und dafür Dobby der Hauself wieder mithüpft, muss einfach akzeptiert werden. Schade ist's trotzdem... Besonders um die Bösewichte, von denen nur Voldemort einigermassen gut rüberkommt.

Fazit: Durch die zeitbedingte Möglichkeit, alles ein bisschen ausführlicher zu erzählen, wird Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 1 zum etwas zähen Start ins grosse Finale. Wenn man bedenkt, was noch alles passieren sollte, dürfte die Fortsetzung ein Actionknaller erster Güte werden. Hier werden die Weichen gestellt und vor allem im Mittelteil die Langsamkeit zelebriert. Ist gut, aber hätte Potenzial für etwas viel Grösseres gehabt.

4.3 Sterne
4.3 Sterne (102 Bewertungen) | 20 Kommentare

44
13.11.2010 / muri