Legend of the Guardians: The Owls of Ga'Hoole (2010)
Die Legende der Wächter
Legend of the Guardians: The Owls of Ga'Hoole (2010) Die Legende der Wächter
Oder: Eine Eule, sie alle zu knechten
Eulenvater Noctus (Stimme: Hugo Weaving) erzählt seinen Kindern Kludd (Stimme: Ryan Kwanten), Soren (Stimme: Jim Sturgess) und Eglantine die heldenhaften Geschichten der Eulen von Ga'Hoole. Der Legende nach haben diese mythischen Eulenkrieger einst in einer entscheidenden Schlacht die bösen Pure Ones besiegt. Soren glaubt fest daran und träumt davon, selbst zu den Wächtern von Ga'Hoole zu gehören. Kludd hält alles jedoch nur für dumme Märchen.
Als sich Soren bei den ersten Flugversuchen als viel talentierter herausstellt, überkommt Kludd die Eifersucht - mit bösen Folgen: Im Streit fallen beide Eulenjungen aus dem Nest und stürzen auf den Waldboden. Dort werden sie von fremden Eulen gefangen und verschleppt. Bald wird klar: Die Pure Ones existieren wirklich und rekrutieren auf Befehl der bösen Nyra (Stimme: Helen Mirren) und ihres Königs Metalbeak (Stimme: Joel Edgerton) neue Kämpfer, indem sie junge Eulen entführen und einer Gehirnwäsche unterziehen.
Dank der Hilfe von Grimble (Stimme: Hugo Weaving) können Soren und die Elfeneule Gylfie (Stimme: Emily Barclay) aus den Klauen der Pure Ones entkommen. Mit dem verrückten Eulenduo Twilight (Stimme: Anthony Lapaglia) und Digger (Stimme: David Wenham) sowie Sorens Amme, der Schlange Mrs. Plithiver, machen sich die Flüchtlinge auf die Suche nach den Wächtern von Ga‘Hoole. Doch die Pure Ones schmieden hinterhältige Pläne - und Freund und Feind sind nicht immer klar zu unterscheiden...
Kinofilm-Rating
Was macht ein Regisseur wie Zack Snyder, nachdem er Zombies (Dawn of the Dead), griechische Schlachten (300) und kostümierte Helden (Watchmen) als blutige Action-Spektakel auf die Leinwand gebracht hat? Richtig: der Herr dreht einen 3D-Film für Kinder. Immerhin hat Snyder ganze sechs Kids daheim, die bisher aber noch keinen seiner Filme schauen durften. Grund genug also, sich einmal den etwas jüngeren Kinogängern zu widmen.
Legend of the Guardians: The Owls of Ga'Hoole fasst die ersten drei Bücher der insgesamt 15-bändigen Kinderbuchreihe "Guardians of Ga'Hoole" von US-Autorin Kathryn Lasky zusammen. Handelnde Figuren sind alles Tiere, hauptsächlich Eulen - eine locker leichte Fabel wird allerdings nicht erzählt. Schon die Buchvorlage hat einige happige Ideen drin, im Film werden diese durch die teils sehr düstere Inszenierung noch ein bisschen krasser: Eulenkinder, die durch Gehirnwäsche zu einer Art "Kindersoldaten" werden; böses Geflügel, das sich das Eulenreich unter die Krallen reissen will; Brüder, die gegeneinander kämpfen müssen. Das Ganze ist zwar weitgehend blutlos inszeniert, trotzdem seien Eltern gewarnt: Für die ganz Kleinen ist Sorens Abenteuer definitiv (noch) nichts.
Visuell überzeugt das Fantasyspektakel vollends. Da sitzt jedes Detail, jede Feder flattert gekonnt animiert im Wind; derart schön umgesetzte und vor allem realistisch wirkende Viecher sieht man selten in Animationsfilmen. Das Ganze kommt dann noch in tadelloser 3D-Technik daher. Seinem visuellen Stil bleibt Snyder dabei durchaus treu, was schon die fleissige Verwendung von Slow-Motion verrät. Eine kurze Szene gegen Ende des Filmes könnte sogar direkt aus 300 übernommen sein - nur halt eben mit Eulenbesetzung.
Der prominente Voice-Cast kann sich hören lassen, obwohl es zumindest in der englischen Original-Version manchmal schwer werden kann, die vielen australischen Darsteller zu verstehen. Auch der Geschichte ist nicht immer ganz einfach zu folgen, schon allein wegen der vielen Eulengesichter, die gerade in den häufig eher dunkel gehaltenen Szenen schwer auseinanderzuhalten sind. Viele Erzählungen innerhalb der Story sowie die teils etwas seltsamen Namen wie Eglantine, Allamore oder Ezylrub (herrlich animiert und würdevoll-schräg von Geoffrey Rush gesprochen) erschweren zusätzlich das Verständnis. Und wie das mit dem Zaubergestein Flecks genau laufen soll, bleibt auch eher schwammig.
Diese kleineren Mankos werden durch die liebenswerten guten und schrecklich fiesen bösen Figuren, die grossartige Animation und die mitreissende Inszenierung aber locker wettgemacht. Zack Snyders Ausflug in die Familienunterhaltung ist ein tolles Fantasyspektakel geworden, das eine packende Heldenstory erzählt, jedoch die nötige Prise Humor nicht vermissen lässt. Ganz kleine Zuschauer dürfte die oft düstere Atmosphäre etwas abschrecken; alle anderen könnten sich mit diesem Film zu waschechten Eulenfans mausern.
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4.2 Sterne (40 Bewertungen) | 10 Kommentare



