The Expendables (2010)

The Expendables (2010)

Oder: Alterssenilität vs. Testosteron-Überschuss

The Expendables

"'I Love Mom', auf die Schulter, bitte."

The Expendables - so nennt sich eine Gruppe kaltblütiger Söldner, deren Aufträge sich meistens zwischen Recht und Kriminalität befinden. Allen voran ist Mastermind Barney Ross (Sylvester Stallone), umgeben von Messerexperte Lee Christmas (Jason Statham), Kampfkunstspezialist Yin Yang (Jet Li), Feuerwaffennarr Hale Caesar (Terry Crews), Sprengstoffprofi Toll Road (Randy Couture) und dem Kriegsveteran Gunnar Jensen (Dolph Lundgren). Um das Firmenkonto wieder einmal zu füllen, nimmt Barney den Auftrag des mysteriösen Church an.

The Expendables

Männerchor Gundeldingen

Die Gruppe soll den Diktator General Garza (David Zayas) auf dem Inselstaat Vilena stürzen und das Volk befreien. Die erwartete Routinemission gerät jedoch aus den Fugen, als sich die Kontaktperson vor Ort als die Widerstandskämpferin und Tochter des Generals entpuppt. Durch Sandra (Giselle Itie) erfahren Barney und Christmas, dass hinter der korrupten Inselherrschaft der Ex-CIA-Agent James Monroe (Eric Roberts) und seine Gehilfen stecken. Die Expendables müssen fliehen und lassen Sandra zurück. Das lässt Barney keine Ruhe...


Kinofilm-Rating

Crash, Boom, Bang! Mit The Expendables versucht sich Action-Altstar Sylvester Stallone nach Rambo 4 erneut hinter und vor der Kamera. Und wie auch beim letzten Egoshooter befriedigt Sly zunächst mal die Zielgruppe auf die gute alte Action-Manier. Die Erwartungen dürfen trotzdem nicht allzu hoch geschraubt werden, denn Überraschungen bietet der Film trotz legendärer Besetzung nicht.

Laut eigenen Aussagen wollte Mastermind Stallone mit seinem neusten Actionkracher einen Film mit Herz machen. Deshalb schrieb er das Drehbuch unzählige Mal um, weil ihm die Charaktere einfach zu wichtig waren, als sie einfach planlos herumballern zu lassen. Nun ja, viel Charaktertiefe sei der Gruppe nicht gegeben, aber schön anzusehen sind sie trotzdem, unsere Altstars. Um zu den faltigen Gesichtern doch noch fast jugendlichen Charme hinzuzufügen (und damit auch die weiblichen Gemüter zu erfreuen), kämpft Jason Statham an Slys Seite. Die beiden bilden den Kern des Teams. Der Autor und Regisseur überlässt Statham sogar die einzige Romanze im Film; das Zepter abseits der durchsichtigen 08/15-Story nimmt er aber wieder allein in die Hände.

Dolph Lundgren und Mickey Rourke geben sich mit amüsanten, aber eigentlich unwichtigen Nebenrollen zufrieden. Auch Jet Li und Wrestler Steve Austin fallen nur durch einige wenige Kampfszenen auf. Bei Bruce Willis und Gouvernator Arnold Schwarzenegger genügt sogar ein kurzer Dialog. Kaum hat man darüber geschmunzelt, ist's auch schon vorbei. Bösewicht Eric Roberts kommt nicht wirklich zum Zug, was Plot und Charaktere einmal mehr ins Abseits rückt.

Aber wen interessieren schon Charaktere? Wer von The Expendables primär knallharte Action, einen Haufen Geballer und Explosionen erwartet, wird ab der zweiten Hälfte belohnt. Sind die alternden Söldner mal in Fahrt gekommen, bleibt kein Stein auf dem anderen. Auf die gute alte Art und ohne grosses CGI-Geplänkel wird verfolgt, gekämpft, geballert und in die Luft gejagt, was das Zeug hält. Tötungssequenzen verlaufen blutig und ziemlich brutal. Mit Vorsicht schlägt hier das Herz des konformen Actionfans doch etwas höher - oder setzt kurz aus.

Fazit: The Expendables ist pures Actionkino, das vor 20 Jahren voll hingehauen hätte. Heute bieten Sly & Co. einen amüsanten, aber nicht herausragenden Abschluss dieses Sommers. Für die Besetzung und die typischen Dialoge aus Stallones Feder gibt's einen zusätzlichen Stern. Der Rest bleibt erwartungsgemäss im Durchschnittsbereich hängen.

4.0 Sterne
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16.08.2010 / woc