Edge of Darkness (2010)
Auftrag Rache
Edge of Darkness (2010) Auftrag Rache
Oder: Die böse Milch
Freudig erwartet Detective Thomas Craven (Mel Gibson) seine Tochter Emma (Bojana Novakovic). Man hat sich lange nicht mehr gesehen und entsprechend viel nachzuholen. Als die Dame jedoch über Unwohlsein klagt, macht sie sich mit Dad auf den Weg zum Krankenhaus. Kaum ist sie ausser Haus, wird sie auf offener Strasse erschossen. Craven kanns kaum fassen und muss nun mit dem Verlust der geliebten Tochter klarkommen und deren Asche ins Meer streuen. Genau an diesem Strand, an den beide so fröhliche Erinnerungen haben.
Während die Ermittlungen in diesem Mordfall nur langsam vorwärts gehen, fängt Detective Craven an, auf eigene Faust zu recherchieren und stösst schon bald auf verdächtige Hinweise. Nicht nur, dass die Haare seiner Tochter (er hat ein Stück abgeschnitten und trägt es immer bei sich) radioaktiv ist - Emma führte anscheinend auch ein Doppelleben. Ihr Chef (Danny Houston), für den sie mit atomarem Material gearbeitet hat, ist ebenso undurchsichtig wie Agent Jedburgh (Ray Winstone), der mehr weiss, als er jeweils von sich gibt. Thomas Craven schlittert immer weiter ab in eine Welt voller Korruption und Lügen, in der sein Leben nicht mehr viel Wert hat.
DVD-Rating
Nachdem es Martin Campbell verwehrt geblieben war, den Rache-Bond-Film Quatum of Solace zu inszenieren, blieb er nicht lange traurig, sondern machte selbst ein Rachefilmchen mit dem Titel Edge of Darkness. Sein Film basiert dabei auf einer TV-Serie aus den Achtzigern, welche er selbst inszeniert hat. Dass aber TV-Serien und Filme nicht die gleichen Gesetze haben, wird hier überdeutlich. Der Film ist nur halb so spannend, wie man dies erhofft hatte.
Reicht es bei einer TV-Serie, wenn sie interessant ist, ist dieses Kriterium bei einem Thriller leider zu wenig - Spannung ist diesem Genre gefragt. Doch davon bietet das Werk zu wenig. Auch musste hier vieles komprimiert und vereinfacht werden. Die Tochter stirbt bereits sieben Minuten nach Filmbeginn, weshalb die emotionale Teilnahme etwas schwerfällt. Seltsamerweise kommt der Vater auch recht schnell mit seinen Ermittlungen voran, ohne nur einmal einen Rückschlag zu erleiden. Dies macht nicht sonderlich Spass, da er zwar seelisch verwundet ist, aber sonst unverwundbar wirkt.
Mel Gibson bietet nichtsdestotrotz eine gute Leistung als trauernder Vater, obwohl man zwischendurch sogar vergisst, warum er dies alles auf sich nimmt. Ray Winstone spielt zwar eine coole Person, die aber viel zu selten vorkommt und die immer nur in Rätseln spricht. Dies macht ihn zwar mysteriös, Tiefe erhält er aber dadurch nicht. Danny Huston schliesslich als Oberbösewicht ist zu schnell gefunden und ohnehin zu weinerlich, als dass man ihn ernst nehmen könnte.
Fazit: Edge of Darkness bietet zwar zwischendurch schöne Action, jedoch geht dem Thriller die Spannung ab. Damit hat es Campbell mit seinem Racheprojekt auch nicht viel besser gemacht als unser Lieblingsagent mit der Doppel-Null.
Die DVD: Beim Bonusmaterial lassen sich viele kleine Features finden. Davon wurden zwei der alten Mini-Serie gewidmet, wobei auch viel altes Material zu sehen ist. Bei "Mel is back" und "Portrait: Martin Campbell" handelt es sich um reine Lobeshymnen, die dem Zuschauer nicht allzu viel bringen. Weiter lassen sich Kurzdokus über die Musik, den Drehort Boston und viele Lobeshymnen auf den Film finden. Wenn man die Laufzeiten aller Features inklusive der B-Roll und des Interviews mit Gibson jedoch zusammenzählen würde, kommt man nur gerade auf eine Gesamtlaufzeit von 40 Minuten, was doch etwas schwach ist. Beim Bild und beim Ton gibt es hingegen nicht viel zu bemängeln: Der Ton gefällt auch in ruhigen Szenen mit einer guten Räumlichkeit, und das Bild ist immer auf einem konstant hohen Niveau.
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DVD-Infos
DVD erschienen am 04.11.2010
- Bildformat: 1:2.35 (16:9)
- Sprachen: Deutsch, Englisch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch; Englisch
- Extras: Edge of Darkness: Die Serie; Mel is back; Portrait: Martin Campbell; Cravens Rachefeldzug; Die Stimme aus dem Jenseits; Die Musik zum Film; Edge of Darkness: Von der Serie zum Film; Drehort: Boston; Featurette: Über den Film; Entfallene Szenen; Interview mit Mel Gibson; B-Roll; Original-Kinotrailer; Trailershow



