The Twilight Saga: Eclipse (2010)
Eclipse - Biss zum Abendrot
The Twilight Saga: Eclipse (2010) Eclipse - Biss zum Abendrot
Oder: Blutleere Vampire auf dem Vormarsch
Im kleinen Städtchen Forks hat die junge Bella (Kristen Stewart) noch immer die gleichen Gefühlsprobleme wie bis anhin. Einerseits ist sie dem dem Vampir Edward (Robert Pattinson) mehr als nur nah, liebt ihn und plant mit ihm die gemeinsame Zukunft, andererseits ist da noch "Wolf" Jacob (Taylor Lautner). Der will weder T-Shirt tragen noch einfach so akzeptieren, dass "seine" Bella mit dem Erzfeind rumturtelt. Dabei müsste sie sich bei ihm doch nicht verstellen und könnte ein menschliches Leben im Glück führen.
Diese Probleme werden jäh in den Hintergrund gedrängt, als die rothaarige Victoria (neu gespielt von Bryce Dallas Howard) auftaucht und in Seattle eine Armee von Vampiren erschafft. Mit dem Ziel, Edward und Bella zu vernichten, werden die aggressiven "Neugeborenen" in die Schlacht geschickt, die in Forks ihr grosses Finale finden soll. Dort müssen sich in der Zwischenzeit Wölfe und Vampire verbünden, um wenigstens den Hauch einer Chance gegen die brutale Übermacht zu haben. Doch das geht natürlich nicht ohne viel Dramatik vonstatten.
Kinofilm-Rating
Man muss es neidlos anerkennen: Seit Twilight haben schöne, gefühlvolle und entsprechend langweilige Vampire die Leinwand erobert und Filmgeschichte geschrieben. Nach New Moon kommt nun mit Eclipse der nächste Teil der "Saga" in unsere Kinos. Und wenn sich ein Regisseur wie David Slade (30 Days of Night) dem Ganzen annimmt, sollte doch für einmal auch ein bisschen Action geboten werden, oder?
Nun, die angesprochene Action wird auf ein knapp viertelstündiges Massaker beschränkt, in dem (böse) Vampire gegen (gute) Vampire und (knurrende) Wölfe kämpfen. Das sieht wirklich ansprechend aus, auch wenn weiterhin praktisch kein Tropfen Blut fliesst. Richtig, wer einen Vampir in dieser Welt killt, kriegt silbernen Inhalt geboten. Sieht witzig aus, wenn die Köpfe rollen, macht aber irgendwie keinen Spass. Vampire ohne Blut ist doch wie ein Liebesdreieck ohne Komplikationen.
Apropos: Auch Eclipse verliert sich leider in den unsäglichen Schmachtmomenten, in denen Kristen Stewart zwischen dem Bleichen und dem ohne Shirt hin und hergerissen wird. Einer gibt warm ("I'm hotter than you"), der andere will immer nur beschützen und verweigert den Sex bis nach der Hochzeit. Hat man je einen langweiligeren Vampir gesehen? Da hat der ganze Cullen-Clan mehr Charisma am linken Eckzahn als Robert Pattinson, der mit seinem ewig gleichen Gesichtsausdruck allerdings im weiblichen Publikum halt schon für einiges Geseufze sorgen wird.
Die Story von Eclipse ist ein bisschen (wirklich nur ein bisschen) interessanter als bei den Vorgängern. Die Wölfe tragen noch immer keine Shirts (was auch für einmal im Film erwähnt wird und sich zum besten Spass entwickelt), die Vampire geben ein bisschen was von ihrer Geschichte preis, und Bryce Dallas Howard (die erst jetzt mitmachen wollte, als die Filme gut Kasse machten) sieht zwar sexy aus, macht aber ausser im Wald rumzurennen und bös zu gucken nicht viel mehr. Das Gleiche gilt übrigens auch für die "Volturi", deren Präsenz mal wieder nur ein paar wenige Minuten dauert.
Fazit: Für Fans der "Saga" ist Eclipse natürlich ein gefundenes Fressen. Es wird geschmachtet, geliebt und sorgenvoll die Stirn in Falten gelegt. Und das über zwei Stunden lang. Weniger wäre zum wiederholten Mal mehr gewesen, aber solange beim (weiblichen) Publikum noch gekichert und geseufzt wird, wird sich daran wohl kaum was ändern.
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